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Neuromaps:

„Mentale Gesundheit ist kein Luxus, sie ist die Basis für alles andere.“

Im Interview erzählt die Gründerin des Start-ups Neuromaps Tina Roth, wie selbst kleinste Veränderungen die mentale Gesundheit verbessern können.

Interview: Kristin Frauenhoffer

Um die mentale Gesundheit zu stärken, braucht es gar nicht so viel – nur regelmäßige Übung. Das zumindest sagt Tina Roth. Die 49-jährige Sozialpädagogin aus Linz ist seit über 30 Jahren im Sozialbereich tätig und hat mit einem eigenen Start-up nun den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Ihr Konzept: Sie erstellt analoge Kartensets mit Übungen für den Alltag. Diese sollen dabei helfen, gesunde Routinen, die das Selbstvertrauen stärken, zu etablieren. Im Interview erzählt sie mehr über ihre Idee und deren Umsetzung.

 

Tina, du bist die Gründerin des Start-ups Neuromaps. Was kann man sich darunter vorstellen?

Tina Roth, Sozialpädagogin und Gründerin von Neuromaps
Tina Roth, Sozialpädagogin und Gründerin von Neuromaps

Neuromaps sind analoge, interaktive Übungssets, um die mentale Gesundheit zu stärken – liebevoll von verschiedenen Künstlerinnen und Künstlern gestaltet. Unser Ziel ist es, auf einfache, spielerische und kreative Weise zu helfen, mentale Stärke aktiv zu fördern. Wir möchten mentale Kompetenzen sichtbar, greifbar und wirksam machen – wie einen Werkzeugkasten für das seelische Wohlbefinden. Mir ist wichtig, dass die hochwertigen Übungssets für möglichst viele Menschen ohne Vorwissen leistbar und zugänglich sind. Es ist dabei wichtig zu erwähnen, dass Neuromaps kein Therapieprodukt ist, sondern eine Sammlung wissenschaftlich fundierter Übungen, die alltagstauglich und ansprechend aufbereitet sind, aber absichtlich nicht in die Tiefe gehen.

Wie wirkt die Methode?

Neuromaps basiert auf den Prinzipien der Neuroplastizität – also der Fähigkeit des Gehirns, sich durch neue Erfahrungen, Denk- und Verhaltensmuster dauerhaft zu verändern. Und das geht tatsächlich ein Leben lang. Mit jeder Wiederholung entstehen neue „Gedankenautobahnen“. Diese Fähigkeit können wir sowohl im Negativen als auch im Positiven für uns nutzen.

Und wie nutzen wir das?

Unsere Methode setzt auf sogenannte „Mini Habits“ – kurze, aber regelmäßige Übungen, die neue Denkmuster verankern. Das ist leicht umzusetzen, aber im Ergebnis sehr wirkungsvoll. Die Divise von Neuromaps lautet: „Was wir regelmäßig üben, wird Teil von uns.“ Durch die analoge, haptische und taktile Umsetzung werden mehrere Sinne gleichzeitig angesprochen – was wissenschaftlich nachweislich den Lerneffekt und die emotionale Wirkung verstärkt. Jede Übung ist bewusst so gestaltet, dass sie sich auf ein einziges Thema oder ein Gefühl konzentriert, das über einen Monat hinweg mit nur 1 bis 3 Minuten täglicher Anwendung bearbeitet wird. So entsteht keine Überforderung, und erste kleine Veränderungen werden spürbar, die hoffentlich Motivation schaffen, weiter an sich zu arbeiten.

Neuromaps fördert also die Arbeit an sich selbst …

Genau. Es richtet sich an Menschen, die ohne viel Aufwand an sich selbst und ihrer mentalen Gesundheit arbeiten möchten. Ziel von Neuromaps ist es, durch langfristige, kleine und bewusste Wiederholungen neuroplastische Prozesse anzuregen – Freude an der eigenen Selbstwirksamkeit zu erleben und vielleicht die Tür zu öffnen für eine tiefere Auseinandersetzung mit den eigenen Themen. Neuromaps bietet einen niederschwelligen und freudvollen Einstieg in das Thema mentale Bildung, der durch schnell spürbare Wirksamkeit Lust auf mehr machen soll. Aktuell wird die Methode gemeinsam mit Neurowissenschaftler*innen überprüft, um die wissenschaftliche Wirksamkeit zu validieren.

Wie bist du auf die Idee für Neuromaps gekommen und woher hast du deine Expertise?

Die Idee zu Neuromaps entstand während der Covid-Pandemie. Als Sozialpädagogin habe ich damals erlebt, wie viele Menschen mit mentalen Herausforderungen zu kämpfen hatten und nach wie vor haben. Ich wollte schnell helfen und habe mir daher einfache Übungen ausgewählt, die schnell wirken. Und daraus habe ich eine leicht verständliche und spielerische Methode entwickelt, die Stress abbaut und Resilienz stärkt. Mit über 30 Jahren Erfahrung im Sozialbereich sowie meinem Wissen aus Psychologie, Pädagogik und Neurowissenschaften konnte ich all diese Erkenntnisse in die Neuromaps-Methode einfließen lassen. Neuromaps ist übrigens schon mein viertes Bildungsprojekt. Für mich ist Bildung der stärkste Hebel, den wir haben, um unsere Gesellschaft zu verändern.

An wen richtet sich das Angebot?

Derzeit konzentrieren wir uns besonders auf Frauen im Alter von 16 bis 40 Jahren, da diese Zielgruppe laut WHO am häufigsten von mentalen Herausforderungen betroffen ist. Allein im DACH-Raum ist jede dritte bis vierte Frau betroffen – und die Zahl steigt. Grundsätzlich ist die Neuromaps-Methode aber für alle Menschen geeignet, von Jugendlichen bis zu Senior*innen.

Zudem arbeiten wir mit Unternehmen zusammen, die Neuromaps im Rahmen ihrer betrieblichen Gesundheitsvorsorge einsetzen möchten. Neuromaps besitzt ein großes Skalierungspotenzial: Die Produkte lassen sich mehrsprachig, kulturübergreifend und thematisch flexibel anpassen. Abhängig von den verfügbaren finanziellen Mitteln, kann Neuromaps schnell weiterentwickelt, verbreitet und so vielen Menschen zugänglich gemacht werden. Die Übungen werden gemeinsam mit einer Betroffenen-Community entwickelt, denn es ist mir wichtig, Neuromaps für die Menschen zu gestalten – nicht für mich. Neue Übungssets zu Themen wie Selbstliebe, Angst, Wut und Trauer sind bereits in Arbeit.

Kannst du uns an einem konkreten Beispiel erklären, wie Neuromaps bei der Arbeit an sich selbst helfen kann?

So sieht ein Neuromaps-Kartenset aus.

Eine meiner Lieblingsübungen, die ich selbst seit vielen Jahren praktiziere und sehr schätze, ist die Übung „Freude durch Dankbarkeit“. Das Set enthält unter anderem ein großes Poster, auf dem ein wunderschöner Blumenstrauß abgebildet ist – als Symbol dafür, wie Dankbarkeit im Laufe der Übung erblüht. Außerdem sind drei Stickerbögen enthalten, mit denen man sein tägliches Dankbarkeitsritual gestalten kann, sowie drei zusätzliche Anker-Sticker für Orte wie Spiegel, Laptop oder Handy. Am Ende bekommt jede und jeder ein kostbares und liebevoll gestaltetes Neuromaps-Zertifikat, das sie oder ihn als „Expert*in der Dankbarkeit“ auszeichnet.

So funktioniert die Übung: Jeden Tag suchst du einen Moment der Dankbarkeit und schreibst auf deine Sticker-Blume drei Dinge, für die du heute dankbar bist – zum Beispiel „die warme Sonne“, „ein gutes Gespräch“ oder „Zeit für mich“. Diese beschriftete Blume klebst du dann auf dein gut sichtbar plaziertes Poster. Mit der Zeit entsteht so ein bunter Blumenstrauß der Dankbarkeit, der deine Fortschritte und positiven Gedanken erblühen lässt. Damit wird mentale Bildung zu einem freudvollen, greifbaren Ritual im Alltag. Und genau darum geht es: sichtbar und greifbar machen, was sonst nur im Kopf stattfindet.

Du bist noch ganz am Anfang der Gründung. Wie geht es jetzt weiter?

Neben der inhaltlichen Arbeit beschäftige ich mich auch intensiv mit strategischen und wirtschaftlichen Themen – von der Finanzierung über den Vertrieb bis hin zur Skalierung. Neuromaps wurde als Startup im #glaubandich Accelerator-Programm aufgenommen, wo ich professionelle Begleitung und Unterstützung erhalte. Bislang habe ich über 25 Übungen nach der Neuromaps-Methode entwickelt und erste Prototypen produziert. Die nächsten Schritte umfassen den Markenaufbau, die Erstellung einer Homepage und die wissenschaftliche Validierung, um in Serienproduktion gehen zu können. Dafür suche ich gerade engagierte Investor*innen, die Teil der Neuromaps-Vision werden möchten.

Was wünschst du dir für dein Start-up? Welchen Beitrag soll es leisten?

Ich wünsche mir, dass sich der Begriff „Mentale Bildung“ als fester und gleichwertiger Begriff in unserer Gesellschaft durchsetzt. Denn sie wird einer der wichtigsten gesellschaftlichen Zukunftshebel sein. So wie uns allen bewusst ist, dass körperliche Bewegung gut für den Körper ist, sollte auch klar sein, dass mentale Fitness wichtig für unser geistiges Wohlbefinden ist. Neuromaps soll dabei ein einfacher, freudvoller Einstieg sein und mentale Kompetenz als Teil der allgemeinen Bildung sichtbar machen. Es braucht neben Mathe- oder Deutschkenntnissen eben auch Werkzeuge, um mit Stress, Emotionen oder Krisen umzugehen.
Ich wünsche mir, dass Neuromaps zu einem festen Bestandteil im Alltag vieler Menschen wird – ob in Schulen, Unternehmen, Familien oder Therapieeinrichtungen. Stell dir vor: In jeder Schule, in jedem Wohnzimmer hängt eine Neuromaps-Übung und macht sichtbar, dass mentale Gesundheit im Alltag einfach dazugehört. Genau da wollen wir hin, um mentale Bildung in unserer Gesellschaft zu verankern.

Gibt es noch etwas, das dir wichtig ist zu erwähnen?

Ja. Neuromaps ist nicht nur ein Herzensprojekt, sondern auch ein gesellschaftliches Statement. Mentale Bildung muss für alle zugänglich sein – unabhängig von Bildung, Sprache oder Herkunft. Wir alle haben mit unseren Themen zu kämpfen und können uns gegenseitig helfen. Und das Wichtigste: Persönliche Entwicklung darf auch Freude machen. Zum Schluss noch ein Wunsch an die Leser*innen: Probiert die Übung, die ich beschrieben habe, einfach mal aus. Dafür muss man sich auch kein Neuromaps-Set kaufen. Schenkt euch täglich ein paar Minuten. Vielleicht verändert das nicht gleich euer ganzes Leben. Aber es verändert zumindest den Moment und die kleinsten Momente haben manchmal die Kraft, etwas Großes in Bewegung zu setzen.

Neuromaps befindet sich noch im Aufbau und hat deshalb noch keine eigene Internetpräsenz. Wer mehr Informationen möchte oder sich aktiv beteiligen will, kann Tina Roth direkt kontaktieren unter:

roth.tina@gmx.at

+43650 4080320

 

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