von Kristin Frauenhoffer
Es ist schon wieder Januar und damit „Veganuary“. Seit 2014 wird der erste Monat des Jahres regelmäßig als Aktionsmonat für veganes Essen gefeiert und erfreut sich mittlerweile großer Beliebtheit. Immer mehr Menschen, aber auch Supermärkte beteiligen sich an Aktionen, um pflanzliche Ernährung in den Mittelpunkt zu rücken. Falls ihr noch zögert, ob sich vegane Ernährung lohnt und ob das alles überhaupt schmecken kann, habe ich hier meine Erfahrung für euch zusammengefasst. Vielleicht überzeugt sie euch, dass vegan auch sehr gut und sehr lecker sein kann.
Eins vorweg: Ich bin keine überzeugte Veganerin und vertrete eher die Ansicht, dass diese Art der Ernährung für mich nicht in Frage kommt. Fleisch lasse ich schon seit längerem weg und das ist in Ordung für mich. Aber vegan … das ist dann doch zu viel des Guten. Zu sehr liebe ich meine Butter, meinen Joghurt und Käse. Aber ich habe vor einiger Zeit ein tolles Kochbuch entdeckt, dass sich mittlerweile zu einem meiner Lieblingskochbücher gemausert hat. Warum, erkläre ich euch gern!
Vegan = Ersatzprodukte?
Früher dachte ich immer, veganes Essen kommt nicht ohne Ersatzprodukte aus: Sojasahne, Fleischersatz, Ei-Ersatz und Agar-Agar statt Gelatine. Das alles klang für mich alles andere als lecker. Irgendetwas in mir sträubte sich dagegen, tierische Produkte einfach zu ersetzen und damit etwas zu schaffen, das aussieht wie Fleisch oder etwas Vegetarisches , aber nicht annähernd so schmeckt. Soweit mein Vorurteil, das wohl viele Nicht-Veganer*innen teilen.
„Immer wieder vegan“: Mein liebstes Kochbuch
Und dann entdeckte ich das Buch „Immer wieder vegan“ der österreichischen Köchin Katharina Seiser. Es war bereits das zweite vegane Kochbuch, das sie veröffentlicht hatte. Wie sein Vorgänger „Immer schon vegan“ weist es eine Besonderheit auf: Die Rezepte im Buch kommen gänzlich ohne Ersatzprodukte aus. Und es wird noch besser: Alle vorgestellten Rezepte sind traditionell vegan und waren es schon immer (daher der Titel). Das machte mich neugierig und ich begann, sie auszuprobieren. Ich war hellauf begeistert und habe mittlerweile mindestens die Hälfte des Buches „durchgekocht“. Es war bisher nicht ein Rezept dabei, das nicht zu empfehlen wäre.
Rezepte aus der ganzen Welt, die traditionell vegan sind
Aber nicht nur die Rezepte sprechen für sich, auch ihre Herkunft und die Geschichte hinter der Sammlung sind spannend. Sie stammen aus der ganzen Welt und wurden von der Autorin eigens zusammengetragen. Dazu muss man wissen: Katharina Seisers Mann ist Opernsänger. Und weil seine Frau ihn des Öfteren auf seinen internationalen Konzerttourneen begleitet und dort meist wenig zu tun hat, schaut sie sich gern in der lokalen Küche um. Als Köchin und Journalistin ist sie natürlich neugierig. Und so kam es, dass sie irgendwann eine Sammlung an veganen Rezepten aus aller Welt beisammen hatte, die es sich lohnte zu veröffentlichen. Es überrascht wirklich, wie viele traditionelle Rezepte aus den unterschiedlichsten Kulturen vegan sind.
Zunächst kam „Immer schon vegan“ auf den Markt und anschließend der Nachfolge-Band „Immer wieder vegan“, in dem Katharina Seiser ihre internationalen Lieblingsgerichte vorstellt. Auch ich bevorzuge diesen zweiten Band. Er ist in die vier Jahreszeiten aufgeteilt, so dass man für den Winter eher wärmende, für den Sommer hingegen kühlende Rezepte findet. Auch alle Mahlzeiten sind abgedeckt: Man findet Ideen für Frühstück, Mittag, Abendessen und Süßes. Außerdem weiß man immer, aus welchem Land das entsprechende Gericht stammt.
Und weil in einem Beitrag über Essen das Essen nicht fehlen sollte, kommt hier eine Auswahl meiner Lieblingsrezepte aus dem Buch, die euch hoffentlich das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt:
- Schwarzer Kokosmilchreis aus Indonesien und Malaysia
- Rote Linsenbällchen aus der Türkei
- Persische Nudelsuppe mit Hülsenfrüchten und Kräutern aus dem Iran
- Kichererbsenragout mit Auberginen und Minze aus dem Libanon
- Kimchi-Pfannkuchen aus Korea
- Spaghetti mit Tomatensauce, Sesam und Minze aus Griechenland
Wohlig satt, aber nicht voll
Was mich bei den Gerichten zusätzlich immer wieder fasziniert, ist, dass sie so wohlig satt, aber nicht voll machen. Nach den Hauptspeisen hat man kaum Heißhunger auf einen süßen Nachtisch. Man fühlt sich im Gegenteil rundum gesättigt, aber nicht schläfrig wie nach manchen Fleischgerichten. Und so soll es doch eigentlich sein. Vegan heißt hier in den meisten Fällen auch „leicht“. Alle weiteren Vorteile der veganen Ernährung, zum Beispiel in Bezug auf die Umwelt, die Gesundheit und die Gesellschaft kommen noch hinzu. Und wenn es dann noch so lecker schmeckt, dann kann aus dem „Veganuary“ auch gern ein „immer wieder mal vegan“ werden, das sich über das ganze Jahr verteilt. Joghurt und Käse werden aber weiterhin auf meinem Speiseplan stehen.
Seid ihr neugierig geworden und wollt auch lecker vegan kochen?
Das Buch Immer wieder vegan von Katharina Seiser findet ihr zum Beispiel hier.
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