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F wie Fischernetze:

… und warum es wichtig ist, sie aus den Meeren zu bergen

Fischernetze und Dolly Ropes sind eine Gefahr für Wale, Delfine, Schildkröten, Seevögel und viele weitere Meeresbewohner. Am Ende ist auch der Mensch betroffen.

 

von Mirjam Kornblum

Fischernetze hängen über einer Stange am Strand.

Dolly Ropes sind Scheuerschutz-Quasten, die an Fischernetzen angebracht sind, um das Netz zu schützen, während es über den Meeresboden gezogen wird. Am Strand findet man sie in Form von meist orangen oder blauen Schnüren aus Plastik. Vögel nehmen diese Kunstfasern auf und verwenden sie zum Nestbau. Für ihre Jungen kann das zur Todesfalle werden, wenn sie sich darin verfangen.

F wie Fischernetze

Fischernetze, die beim Fang verloren gehen oder im Meer entsorgt wurden, nennt man auch Geisternetze. Diese können mehrere hundert Jahre sozusagen weiter fischen, d. h. sie schwimmen – geistern – unkontrolliert durch die Ozeane. Meerestiere, die sich in ihnen verfangen, finden keinen Weg mehr aus dem Geflecht und verenden. Allein in der Ostsee gehen jährlich etwa 10.000 Netze verloren. Der World Wildlife Fund (WWF) schätzt, dass bis zu 1 Million Tonnen Fischereiausrüstung in den Ozeanen weltweit landen.

Die mittlerweile aus Kunststoff bestehenden Fischernetze schädigen außerdem Korallen, Laichplätze von Fischen und zersetzen sich mit der Zeit zu Mikroplastik. Dieses wird wiederum von Fischen mit Nahrung verwechselt, landet schlussendlich auf unseren Tellern und wird so auch für Menschen zur Bedrohung.

 

Fischernetze bergen ist Meeresschutz

Inzwischen kümmern sich immer mehr Organisationen darum, Geisternetze aus dem Meer zu bergen und sie anschließend der Wiederverwertung zuzuführen. Beispielsweise die ehrenamtlichen Taucher*innen des gemeinnützigen Vereins Ghost Diving Germany. https://www.ghostdiving.de/

Seit 10 Jahren setzt sich auch die Organisation Bracenet dafür ein, Fischernetze zu Armbändern, Hundeleinen, Schlüsselanhängern und anderen nützlichen Dingen zu verarbeiten. 190.000 Meter Netz konnten so schon wiederverwendet werden. Mit dem Kauf dieser Produkte unterstützt man so die Bergung weiterer Fischernetze (https://bracenet.net/).

 

Hier ein paar Tipps, was jede*r von uns tun kann, um das Problem mit den Fischernetzen zu verringern:

  • Sprich mit anderen über den Müll in unseren Meeren. Viele Menschen sind sich gar nicht bewusst, was alles im Meer schwimmt oder am Strand liegt.
  • Sammle bei deinem nächsten Strandbesuch die Reste der Plastikquasten auf und helfe mit, dass sie nicht in einem Vogelnest oder gar im Vogel landen.
  • Größere Netze kann man zum Beispiel Bracenet melden. Auf der Internetseite finden sich weitere Informationen.
  • Kleinere Mengen Fischernetze und Dolly Ropes können in den Restmüll geworfen werden.
  • Achte darauf, dass der Fisch, den du konsumierst, aus nachhaltiger Fischerei kommt und entsprechend gekennzeichnet ist.
  • Organisationen, die sich um Meere und Gewässer kümmern, freuen sich über Unterstützung. Sie sind auf Spenden und ehrenamtliche Helfer*innen angewiesen.

 

Quellen:

https://greenwire.greenpeace.de/system/files/2021-11/factsheet_dolly_ropes_fin.pdf

Ocean Crime Podcast von Bracenet: https://ocean-crime.podigee.io/60-geisternetze

https://www.instagram.com/bracenet_savetheseas/

https://www.instagram.com/ghostdivingde/

 

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