von Georg Schraml, Gastautor
Ein kurzer Moment bleibt hängen. War da nicht eben etwas? Ich drehe mich um und sehe am Straßenrand eine Kiste stehen – darin eine Marienstatue, eine Herz-Jesu-Figur, ein Engel, ein Kerzenleuchter als Lückenfüller. „Zu verschenken“, steht in großen Buchstaben auf dem Plakat. Ein flüchtiger Gedanke schießt mir durch den Kopf: Religiöser Kitsch, wie ich ihn aus meiner Kindheit kenne. Jemand ist wohl gerade am Entrümpeln. Doch irgendetwas hält mich fest. Ich hole mein Handy hervor, mache ein Foto – einfach so, aus dem Moment heraus.
Später, zu Hause, vor dem Bildschirm, spüre ich, dass mich etwas an dem Bild berührt. „Liebe zu verschenken“, denke ich plötzlich, während ich auf die Herz-Jesu-Figur schaue. Die Volksfrömmigkeit hat dieser Idee eine Gestalt gegeben – eine Erinnerung daran, dass jemand einmal ein großes, weites Herz für die Menschen hatte. Das Bild lässt Fragen in mir hochkommen: Wie groß ist dein Herz? Was hast du zu verschenken?
Wann ist es meditative Fotografie?
Wenn ein Foto oder ein Motiv mit mir in Resonanz geht, wenn es nicht nur abgebildet, sondern erlebt wird, dann entsteht für mich Meditative Fotografie. Sie beginnt mit Achtsamkeit, einem offenen Blick, mit dem Mut, sich berühren zu lassen. Und sie reicht weit über das technisch „gute Bild“ hinaus.
Ich lasse mein Herz entscheiden, nicht die perfekte Gestaltung. Ich erlaube mir, staunend stehenzubleiben und einfach zu schauen, ehe ich fotografiere. Manchmal geschieht das auch erst beim Betrachten eines Fotos am Monitor.
Fotografieren – ein Werkzeug, um aus dem Stress auszusteigen und zur Ruhe zu kommen

Im Lauf der Jahre hat sich nicht nur meine Art zu fotografieren verändert, sondern auch mein Blick auf das Leben. Fotografie ist für mich zu einem Werkzeug geworden: Sie hilft mir, aus Stress auszusteigen, zur Ruhe zu kommen, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. In einer Welt voller Reize und Dauerimpulse führt sie mich zurück zu mir. Dieses innere mich Wiederfinden ist vielleicht das, was wir heute Resilienz nennen.
Vor kurzem, in einem Onlineseminar, zeigte ich ein Foto mit einem abgebrochenen Ast. Männer begannen, über Liebe und Verletzlichkeit zu sprechen – ausgehend von diesem einfachen Bild. Da wurde mir wieder bewusst, wie sehr uns Fotografien berühren können, wenn wir sie mit dem Herzen betrachten. Manche Bilder lassen uns nicht los, weil sie uns schon beim Entstehen „ans Herz gewachsen“ sind.
Meditative Fotografie – die Welt und auch sich selbst neu entdecken
Wer tiefer eintauchen möchte in diese achtsame, fotografische Praxis, findet viele Anregungen und Übungen in meinem neuen E-Book über Meditative Fotografie. Es kann einfach über meine Internetseite bestellt werden.
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Eine Antwort
#Meditative Fotografie
Die berührt wirklich mein Herz und tut sooo gut.