Die Friseure der „Barber Angels Brotherhood“ wollen Bedürftigen Würde und Selbstbewusstsein zurückgeben

von Florian Roithmeier

Die Barber Angels Brotherhood ist in Städten in ganz Deutschland unterwegs, hier zum Beispiel im „Flannigan’s“ in Regensburg. (Foto: Flotografen/Florian Schweser)

Mit ihrer schwarzen Kluft und ihren Bikerjacken sehen sie aus wie eine Rockerbande, haben aber Gutes im Sinn: Das Team der „Barber Angels“ aus etwa 50 Friseur*innen reist in unterschiedlicher Besetzung durch ganz Deutschland. Sie schneiden obdachlosen und anderen bedürftigen Menschen die Haare oder den Bart – kostenlos, denn viele von ihnen können sich einen Friseurbesuch nicht leisten. Das Ziel: Selbstbewusstsein und Würde zurückgeben.

Die Idee hatte Claus Niedermaier. Der renommierte Friseur aus Baden-Württemberg, der regelmäßig „Lindenstraße“- und „Tatort“-Schauspielern die Haare macht, hatte im Herbst 2016 einen Fernsehbericht über Obdachlose gesehen. Für ihn war klar: Diesen Menschen muss man helfen! Gemeinsam mit Freunden überlegte er sich, wie. Ende November stand das Konzept, jeweils in kleinen Teams obdachlosen Menschen in ganz Deutschland die Haare oder den Bart zu schneiden.

Der Andrang bei den Barber Angels ist groß! (Foto: Flotografen/Florian Schweser)

Die Unkosten tragen die Ehrenamtlichen selbst

Niedermaier gründete aus diesem Antrieb heraus den Club „Barber Angels Brotherhood“. Friseur*innen, die sich engagieren wollen, bezahlen 15 Euro Mitgliedsbeitrag im Monat. Alle vier Wochen gibt es an einem anderen Ort einen „Schneidetermin“. Wer Zeit hat, kommt. Aus ganz Deutschland reisen die Friseur*innen an. Für Unterkunft und Schneideutensilien kommen die Ehrenamtlichen selbst auf, gelegentlich beteiligen sich Sponsoren. Jede*r von ihnen bekommt die Barber Angels-Kleidung im Rockerstil, einen Barber-Angels-Namen sowie Zugang zu einem internen Schulungskonzept.

Viele schöne Begegnungen, die zusammenschweißen

Warum die Rocker-Kleidung? Sie soll den Bedürftigen Hemmungen nehmen, die sonst möglicherweise aufkäme. Die Menschen sollen sehen: Wir gehören dazu, alle sind gleich. Im Vordergrund stehen für die Barber Angels der Austausch und das Engagement. „Nächstenliebe ist unser Motto und die glücklichen Gesichter unser Lob!“, freut sich Claus Niedermaier. „Die Aktionen schweißen auch uns als Team mehr zusammen, daher nennen wir uns Club. Es ist eine Art Stammtisch mit dem Ziel, unglaubliche Veränderungen zu erleben.“

Präsident Claus Niedermaier (li.) und sein Team kommen gerne mit ihren „Kund*innen“ ins Gespräch. (Foto: Flotografen/Florian Schweser)

Einsätze in ganz Deutschland

Die Barber Angels Brotherhood – frei übersetzt „die Bruderschaft der Frisör-Engel“ – war seit ihrer Gründung in vielen Städten unterwegs: München, Stuttgart, Düsseldorf, Regensburg, Köln, Bonn und Saarbrücken, wo Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer die Schirmherrschaft übernahm. Die Events vor Ort bleiben keinesfalls einmalig. Pro Stadt gibt es ein „Kick-off-Event“, an das sich – nach Möglichkeit – alle vier Wochen die Möglichkeit zum kostenlosen Schneiden anschließt.

Die kommenden Termine der Barber Angels (Stand: 2. November 2017):

  • Montag, 13. November 2017, von 10 bis 13 Uhr in der Bahnhofsmission, Am Hauptbahnhof 1a, Gleis 1, 47798 Krefeld
  • Sonntag, 26. November 2017, von 13 bis 16 Uhr vor SATURN, Mönckebergstraße 1, 20095 Hamburg
  • Samstag, 16. Dezember 2017, von 10:30 bis 12 und von 13 bis 14 Uhr im SOS Mütterzentrum Salzgitter, Braunschweiger Straße 137, 38529 Salzgitter

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Fazit: Kostenloser Haarschnitt für bedürftige Menschen – eine tolle Idee, die beweist, dass sich jeder von uns mit seinen Fähigkeiten für die Gesellschaft einbringen kann! Mehr Infos unter www.b-a-b.club und auf Facebook.

Das Ergebnis eines Schneidestages: Viele Haare und glückliche Menschen 🙂 (Foto: Flotografen/Florian Schweser)

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