Blaues Lebenselixier:
Wasser macht glücklich

Tiere, Pflanzen und auch wir Menschen brauchen Wasser zum Überleben. Doch das blaue Lebenselixier kann weitaus mehr. Wasser macht glücklich.

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von Gerda Stauner

Schon bevor wir zur Welt kommen, sind wir von Wasser umgeben. Unser Körper besteht zu circa zwei Dritteln aus diesem Lebenselixier. Die Welt, die uns umgibt, ist ungefähr zu siebzig Prozent mit Wasser bedeckt. Leben ist ohne dieses Element nicht möglich. Doch nicht nur unser Körper dürstet nach dem kühlen Nass. Auch unser Verstand wird ruhiger, wenn wir den Blick über die spiegelnde Oberfläche eines Sees schweifen lassen oder der Strömung eines kristallklaren Gebirgsbachs folgen. Wasser macht uns glücklich.

Der Wissenschaftler und Autor Wallace J. Nichols hat einen Begriff für die tiefe Verbundenheit von Mensch und Wasser gefunden. „Blue Mind“ heißt dementsprechend auch sein Buch. Er beschreibt darin, wie alleine schon der Anblick von Wasser bestimmte Teile im Gehirn anregt und damit den Stressabbau fördert.

Begegnung mit Wasser fördert geistige Gesundheit

Nichols kommt im Buch immer wieder darauf zurück, dass Aktivitäten rund ums Wasser Glückshormone freisetzen. Dabei spielt es keine Rolle, ob man schwimmt, taucht, surft oder angelt. Die Nähe zum Wasser ist entscheidend, um unsere Stimmung zu heben. Doch Wallace J. Nichols geht in seinem Buch noch weiter. Er berichtet davon, wie der Umgang mit Wasser Drogensüchtigen dabei half, wieder gesund zu werden. Auch Depressionen könnten laut wissenschaftlichen Untersuchungen gelindert werden, so Nichols.

Selbstversuch: Aareschwumm

Neugierig geworden, ob an den Thesen von Wallace J. Nichols etwas dran ist, wollte ich deshalb einen Selbstversuch starten. Ich fragte mich, ob sich ein Bad im Fluss Aare positiv auf meine Stimmung auswirken würde. Also fuhr ich vor einigen Wochen nach Bern. Ich hatte bereits einiges darüber gelesen, wie beliebt das Flussbaden in der Hauptstadt der Schweiz in den letzten Jahren geworden war. Jedoch wollte ich mich nicht alleine in das 16 Grad kalte, türkisfarbene Wasser wagen, da die Strömung doch ziemlich stark zu sein schien. Ich hatte mich deshalb mit einem Physiotherapeuten vor Ort verabredet, der die Aare im Winter regelmäßig zum Eisbaden nutzt. Auch einigen seiner Schmerzpatient*innen hätte das Wasser schon Linderung gebracht, hatte er mir zuvor am Telefon erklärt.

Fluss als Lebensretter

Wir waren am Marzilibad, einem kostenlosen, öffentlichen Freibad direkt an der Aare verabredet. Von dort aus würden wir ganz bequem in den Fluss einsteigen können, hatte mir der Physiotherapeut verraten. Während ich auf ihn wartete, kam ich mit einem jungen Mann ins Gespräch. Wie sich herausstellte, war er ebenfalls ein passionierter Flussschwimmer. Er berichtete mir, dass er schon als kleiner Junge mit seinem Vater zum Baden hierhergekommen war.

Eine Weile saßen wir zusammen und folgten mit unseren Blicken der reißenden Strömung. Dann meinte er in die Stille hinein, dass der Fluss sein Leben gerettet hätte. Ich dachte, mich verhört zu haben und fragte nach, was er damit meine. Der junge Mann berichtete mir davon, wie haltlos er sich im Sommer nach dem Abschluss seines Studiums gefühlt hätte. Damals wollte er sich nicht gleich um einen Job bewerben und hatte viel Zeit. Also besuchte er Tag für Tag das Schwimmbad, weil es keinen Eintritt kostet. Stundenlang saß er dann am Wasser und folgte mit dem Blick dem Lauf des Flusses. Oder er ließ sich im Wasser treiben, die Ohren unter der Oberfläche, und hörte dem Rauschen der Kieselsteine zu. Irgendwann erkannte er, dass der Fluss immer weiterfließt. Egal, was um ihn herum geschieht.

Im Leben treiben lassen

„Und dann habe ich verstanden, dass auch ich mich einfach treiben lassen kann. Nicht nur im Fluss, auch im Leben. Damals hatte ich wahrscheinlich einen stressbedingten Burnout. Mir ging es nicht gut. Aber der Fluss hat mir gezeigt, dass ich den Schmerz aushalten kann. Dass ich ihn nicht mit Ablenkung zudeckeln muss. Das hat mich gerettet“, schloss der junge Mann. Dann verabschiedete er sich, packte seine Sachen und verließ das Freibad.

Das Gespräch hatte mich nachdenklich, aber auch zuversichtlich gestimmt. Als kurz darauf der Physiotherapeut kam, nahm ich ohne zu zögern die Herausforderung an, stieg mit ihm zusammen in die eiskalte Aare und begann zu schwimmen. Und tatsächlich spürte ich, wie mein Körper plötzlich Stoffe ausschüttete, die mich geradezu euphorisch stimmten. Als ich schließlich wieder ans Ufer zurückkehrte, aus dem Wasser stieg und mich unter die Dusche im Freibad stellte, hätte ich glücklicher nicht sein können.

 

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Herzlich willkommen, liebe Gerda! Unsere neue Kollegin im Redaktionsteam!

„Liebe Leserinnen und Leser von good news for you! Mein Name ist Gerda Stauner und ich freue mich sehr darauf, in Zukunft das Redaktionsteam zu unterstützen! Ich lebe und arbeite als freiberufliche Autorin in Regensburg. Nach dem Abitur machte ich bereits einen kurzen Abstecher in den journalistischen Bereich, studierte dann aber Betriebswirtschaft und arbeitete anschließend im Personalbereich. Später führte ich ein kleines Hotel, doch das Schreiben lies mich nicht los.
2016 veröffentlichte ich schließlich meinen ersten Roman. Weitere Bücher und Beiträge in Anthologien folgten. Seit einigen Jahren engagiere ich mich zudem in der Lese- und Schreibförderung von Kindern und Jugendlichen. Ich bin Herausgeberin von Kurzgeschichten, die während verschiedener Autorenwerkstätten mit Schüler*innen entstanden sind. Außerdem gebe ich mein Wissen in Schreibseminaren und Workshops u.a. zum Umgang mit Krisen weiter. Ich freue mich sehr auf meine neue Aufgabe bei good news for you!“

Weitere Infos zu Gerda Stauner findet ihr unter https://www.gerda-stauner.de/

 

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