Ab 4. September ist der Bus der Begegnungen in Deutschland unterwegs, um zu erfahren, was die Menschen vor den Bundestagswahlen wirklich bewegt

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von Isolde Hilt

14 Tage tourt eine Gruppe ehrenamtlich Engagierter – darunter Julia Hübner, Stella Bauhaus, Shai Hoffmann und Jakob Mader – durch Deutschland. In ihrem Bus der Begegnungen wollen sie mit möglichst vielen Menschen sprechen. Foto: Peter van Heesen

Bei den letzten Bundestagswahlen 2013 lag die Wahlbeteiligung mit rund 73 Prozent höher als 2009 mit 70,8 Prozent. Wie wird das dieses Jahr sein? Verunsicherung und Unzufriedenheit sind groß. Die letzten Wahlen zeigten, dass Menschen über 60 Jahren noch am fleißigsten ihr Wahlrecht in Anspruch nehmen. In den neuen Bundesländern ist das Interesse seit 1990 niedriger als im Westen. Die meisten Nichtwähler*innen verzeichnet Sachsen-Anhalt. 18- bis 30-Jährige gehen ebenfalls weniger zur Wahl oder engagieren sich in Parteien. Das heißt jedoch nicht, dass junge Erwachsene politisch uninteressiert sind, sie bringen sich anders ein… Wie das Team vom Bus der Begegnungen.

On Tour: Der Bus der Begegnungen

20 Tage vor der Bundestagswahl startet ein Team junger, engagierter Menschen eine Bustour, um zu erfahren, was die Leute im Land bewegt. Dafür steigen sie in einen alten, liebevoll restaurierten, roten Doppeldeckerbus und touren zwei Wochen durch die halbe Republik. Los geht es am 4. September in Berlin. Danach wird der Bus der Begegnung in Chemnitz, Weimar, Kassel und Neuruppin halten. Am 17. September kehrt der Doppeldecker nach Berlin zurück. Ziel ist es, sowohl den eigenen Horizont, als auch den vieler anderer zu erweitern und die eigene Filterblase zu verlassen.

Initiator Shai Hoffmann. Foto: Peter van Heesen

Die Idee zu diesem besonderen Projekt kam Shai Hoffmann. Ihm fiel – angesichts so vieler Fake News und Hasstiraden im Netz – auf, dass viele von uns in digitalen Filterblasen leben. Wir kriegen nur noch mit, wofür wir uns zu interessieren scheinen. Andere Vorkommnisse und Informationen werden ausgefiltert. Eine Entwicklung, die die Menschen auseinanderbringt und sie nicht mehr miteinander reden lässt: „Bestimmten lauten Gruppen wird in unserer Gesellschaft besonders zugehört. Uns interessieren aber auch die Ängste und Hoffnungen jener Menschen, die nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen. Auf unserer Tour wollen wir mit denen ins Gespräch kommen, die wir im Alltag nicht treffen würden“, sagt Initiator Shai Hoffmann. Er und sein Team möchten gesellschaftliche Spaltung überwinden und politisches Interesse anregen. „Das geht am besten, in dem man offline geht, sich ins echte Leben begibt und wirkliche Begegnungen sucht“, ergänzt Anna-Maria Link von der Initiative Offene Gesellschaft, zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Das Erkennungszeichen: Der rote Doppeldeckerbus

Startklar für Begegnungen. Foto: Peter van Heesen

Geliehen wird der knallrote Doppeldecker von der Linie94. „Unser Oldtimerbus ist der perfekte Ort, um sich zu begegnen und auszutauschen“, sagt Stella Bauhaus, Lehrerin, Busfahrerin und Gründerin der Linie94. Mit einer Küche, einem großen Tisch, einer Video-Ecke und Platz für 54 Passagiere bietet er die beste Voraussetzung, um bunt gemischte Truppen zusammenzubringen. An den verschiedenen Stationen der Reise planen die etwa 15 Ehrenamtlichen und Mitarbeiter*innen zivilgesellschaftlicher Initiativen wie DeutschPlus, Die Offene Gesellschaft, Linie94 und Zahnräder Netzwerk verschiedene Aktivitäten, um Gedanken und Diskussionen anzustoßen.

Es ist ein Pilotprojekt und viel Zeit bleibt nicht. Der Bus, ein Oldtimer, schafft gerade einmal 60 Kilometer pro Stunde. Die Route hat sich quasi von selbst ergeben – nicht zu weit weg von Berlin, in Gegenden, die eher flach sind. Es soll, so die Gruppe ehrenamtlich Engagierter, nicht der erste und letzte Ausflug sein. „Nächstes Jahr findet die Europawahl statt. Wir stehen für eine offene, pluralistische Gesellschaft ein, die wir unbedingt erhalten wollen.“

 

In diesen Städten macht der Bus der Begegnungen Halt:

Verfolge die Begegnungen in den sozialen Medien

Live-Schaltungen in den sozialen Medien nehmen Interessierte virtuell mit auf die Reise. Ein Videotagebuch dokumentiert die Tour und fasst die schönsten Momente zusammen. Partner des Projekts sind neben der Linie 94 u. a. Die Offene Gesellschaft, Kleiner Fünf sowie DeutschPlus. Gefördert wird es durch Crowdfunding und Mittel aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesfamilienministeriums.

 

Foto: Peter van Heesen

Weitere Informationen unter:

 

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