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Das illustrierte Tagebuch:
Mein Selbstversuch

Erlebnisse des Tages in Bildern statt in Worten festzuhalten – für mich eine Herausforderung. Ich habe es trotzdem ausprobiert.

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von Kristin Frauenhoffer

Erlebnisse und Gedanken in ein Tagebuch zu schreiben, ist eine schöne Gewohnheit. Wenn ich die Worte nun allerdings in gezeichnete Bilder bringen soll, weigert sich mein Kopf und meine Hand rebelliert. Ich bin eigentlich total untalentiert im Zeichnen. Wie soll dabei etwas Schönes herauskommen? Ich habe es trotzdem ausprobiert – das illustrierte Tagebuch – und dabei Erstaunliches über mich erfahren.

„Ich kann nicht zeichnen!“ „Meine Schrift ist überhaupt nicht schön.“ Solche oder ähnliche Aussagen über mich habe ich in der Vergangenheit oft und gern getroffen. Ich habe mir irgendwann einmal dieses Image gegeben und verpasse fortan keine Gelegenheit, an diesem Bild weiterzu bauen. Ich versuche gar nicht erst, einen Stift in die Hand zu nehmen und etwas zu zeichnen. Das überlasse ich erleichtert anderen, vermeintlich begabteren Menschen.

 

Die Kunst des Illustrierens

Vor ein paar Wochen dann hatte ich plötzlich eine ziemlich spontane und für mich verrückte Idee. Über eine Werbeanzeige auf Instagram (Ja, ich bin dem Link gefolgt!) stieß ich auf das Konzept des illustrierten Tagebuchs. Das bedeutet nichts anderes als dass man ein Tagebuch führt, nur statt zu schreiben zeichnet man. Für mich, die sich ja eigentlich in der schreibenden Zunft eigentlich deutlich wohler fühlt, war das spannend und zugleich herausfordernd. Ich buchte den empfohlenen Onlinekurs und ließ mich in die Kunst des Illustrierens einführen.

 

Wofür bin ich heute dankbar?

Ich war sofort begeistert, vor allem, weil es bei der Kursleiterin so einfach aussah, wie sie mit ein paar gekonnten Strichen kleine Kunstwerke auf das Blatt zauberte. Ich ging also los und kaufte ein biegsames Tagebuch mit extra dickem Papier (damit nichts durchdrückt), teure farbige Stifte, Fineliner, Bleistift und Radiergummi. Die erste Übung bestand darin, eine Art Dankbarkeitsseite zu füllen. Mit Dingen, für die ich heute dankbar bin. Ich dachte nach und je mehr ich nachdachte, umso mehr schöne, teilweise auch sehr kleine Begebenheiten, für die ich dankbar bin, fielen mir ein.

 

Das illustrierte Tagebuch oder: ganz nah am „Flow“

Ich gestaltete also die erste Seite meines illustrierten Tagebuchs und stellte augenblicklich fest: Es macht wahnsinnig viel Spaß! Und es erfüllte mich auf ganz verschiedenen Ebenen. Erstens musste ich mir Gedanken darüber machen, wofür ich dankbar bin. Diese Gedanken brachten mich in einen positiven Geisteszustand. Dann musste ich darüber nachdenken, wie ich die verschiedenen Elemente in Bildern darstelle. Dabei ist Experimentieren erlaubt, und wenn etwas nicht funktioniert, ist das nicht schlimm. Und schließlich der Vorgang des Zeichnens. Man kann sich richtig darin vertiefen und einen Zustand erreichen, der sich wie ein „Flow“ anfühlt.

Sich immer wieder überlegen, wie man etwas darstellen kann. Auch ein Teil des illustrierten Tagebuchs …

Vielleicht bin ich gar nicht so untalentiert …

Was ich noch überrascht feststellte: Ich kann gar nicht so schlecht zeichnen. Dieses Bild, das ich bis jetzt von mir hatte, stimmt so gar nicht. Mir zeigte dieser Versuch wieder einmal, dass es sich lohnt, sein Selbstbild hin und wieder zu überprüfen und sich selbst neuen Herausforderungen zu stellen. Das heißt nicht, dass meine Zeichnungen nicht immer noch relativ amateurhaft aussehen … Es geht aber auch nicht um Perfektion. Die Illustrationen können simpel gestaltet sein. Wie sie aussehen, ist nicht entscheidend. Es geht vor allem um die Tätigkeit an sich, das Zeichnen, das Sich-Vertiefen. Das Nachdenken darüber, was dieser Tag für mich bedeutet hat und was davon ich festhalten will.

 

Erinnerungen schaffen, zu denen man schnell zurückkehren kann

Die Illustration eines bestimmten Moments im Leben kann sehr kraftvoll sein und alle Emotionen und Gefühle zurückbringen, die wir in diesem Moment empfunden haben. Das stellte ich fest, als ich mir meine Zeichnungen von vor ein paar Wochen ansah. Wie leicht und schnell konnte ich zu diesem einen Moment zurückkehren. Ich bin gespannt, ob mir das auch noch so ergeht, wenn ich in einem Jahr auf meine jetzigen Illustrationen schaue.

Ich habe für mich beschlossen, mir das illustrierte Tagebuch in diesem Jahr zur Gewohnheit zu machen. Es macht Spaß und erfüllt mich. Und ich freue mich immer, wenn ich eine neue Seite gefüllt habe.

Wenn ihr jetzt vielleicht noch denkt, „Ich kann aber doch gar nicht zeichnen“, empfehle ich es euch umso mehr, ein illustriertes Tagebuch zu beginnen. Vielleicht steckt ja viel mehr zeichnerisches Talent in euch als ihr denkt. Und wenn nicht, dann habt ihr vielleicht einfach Spaß daran. Und das ist doch auch schon ziemlich viel wert.

Und falls ihr Lust bekommen habt, es selbst einmal auszuprobieren, empfehle ich euch den Onlinekurs:

Onlinekurs – Illustriertes Tagebuch: Tägliche bewusste Übung (Englisch – Untertitel möglich)

 

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