Sand wird weltweit knapp – Meeressand. 95 Prozent gehen in die Bauindustrie. Gastautorin Maike Radermacher stellt nachhaltige Alternativen für die Baubranche vor.

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Meeressand ist eine heiß begehrte Ressource.

Sand ist der Star unter den natürlichen Ressourcen. Wenn man an Sand denkt, kommt einem erst einmal das Bild von endlosen, weißen Stränden in den Kopf. Es lassen sich aber nicht nur Sandburgen damit bauen. Die kleinen Körnchen können noch viel mehr: Sie stecken in Zahnpasta, Computerchips oder Solarzellen. Hauptabnehmer ist jedoch die Bauindustrie.

 

Jährlich werden 40 Milliarden Tonnen Sand abgebaut

Laut einer Studie der UNEP, dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen, werden jährlich 40 Milliarden Tonnen Sand abgebaut. Das meiste davon benötigt die Bauindustrie. In Deutschland wurden im Jahre 2016 247 Millionen Tonnen Kies und Sand abgebaut. Davon gehen 95 Prozent in die Baubranche. Hier eignet sich jedoch nur Meeressand. Wüstensand ist zu glatt, als dass er mit Zement haften würde. Der massive Sandabbau von Meeressand an Flüssen, Stränden und am Meeresboden übersteigt die natürliche Reproduktionsfähigkeit der Erde.

Angesichts der zunehmenden Knappheit von Sand stellt sich die Frage, welche Alternativen zu Sand – insbesondere im Bausektor – in Frage kommen. Das in Thüringen ansässige Unternehmen Polycare Research Technology arbeitet an einem Verfahren zur Herstellung von Beton aus Wüstensand. Statt mit Zement wird der Wüstensand mit Polyesterharz gebunden. Mit dem daraus entstandenen Polymerbeton können dann Häuser gebaut werden. Eine andere Chance bietet das Recyceln von Bauschutt oder Glas. In Deutschland fallen 50 Millionen Tonnen Bauschutt an, von denen sich 80 Prozent recyceln lassen. Bei der Herstellung von Glas wird ebenfalls Sand genutzt. Beim Recyclen von Altgas bleiben Partikel zurück, die sich für die Herstellung von Beton eignen.

 

 

Wie Verbraucher*innen sorgsamer mit der Ressource Sand umgehen können

Neben Sandrecycling und Alternativen in der Bauindustrie können aber auch Verbraucher*innen selbst ihren Umgang mit der Ressource Sand bewusster gestalten. Zum einen können wir die Gebrauchsdauer von Alltagsprodukten verlängern und – wenn nötig – auf gebrauchte Waren zurückzugreifen. Es schadet auch nicht, weniger Auto zu fahren: Bei der Gewinnung von Erdöl durch Fracking kommt Sand zum Einsatz, weniger Straßenverkehr zieht weniger Straßenneubauten und -sanierungen nach sich, d. h. weniger Beton.

Laut Umweltbundesamt nahm die Wohnfläche pro Einwohner*in in Deutschland in den letzten Jahren zu: Während im Jahr 2000 ein Deutscher durchschnittlich 39,5 Quadratmeter nutzte, lag diese Fläche 2014 bereits bei 46,5 Quadratmeter. Wir können uns also fragen, ob wir wirklich so viel Platz benötigen. Beim Hauserwerb ist die Sanierung eines Altbaus umweltfreundlicher als ein neues Haus zu bauen.

 

Mehr Hintergründe zur globalen Sandknappheit zeigt folgende Infografik. Helfen Sie mit, Aufmerksamkeit für die Sandknappheit zu schaffen! Nur so können wir auch noch in Zukunft Sandburgen am Strand bauen.

 

 

 

Maike Radermacher arbeitet als PR-Managerin bei Trade Machines, einer Suchmaschine für industrielle Gebrauchtmaschinen. Das Unternehmen will damit Ressourcen schonen und die Umwelt zu schützen. Umweltschonendes Verhalten sei nicht nur Kern des Geschäfts, sondern auch im Arbeitsalltag verankert. Das Unternehmen hat es sich auch zur Aufgabe gemacht, Aufmerksamkeit für besorgniserregende Phänomene zu schaffen. „Uns war die weltweite Sandknappheit bislang unbekannt“, so Maike Radermacher.

 

 

 

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