"Grau in Grau" kann so schön sein. Alexandra Schmid entführt in eine Winter-Welt, die verzaubert.

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zusammengetragen von Isolde Hilt

Und wenn man es sich auch noch so sehr vornimmt: Jedes Jahr läuft es doch wieder auf das Gleiche hinaus. Die Zeit vor Weihnachten ist für das, was man alles noch erledigen will oder sollte, zu kurz. Momente des Innehaltens, Nachdenkens, des Zur-Ruhe-Kommens sind selten oder ergeben sich nicht. Mit Bildern von Alexandra Schmid und ausgewählten Gedichten zum Winter könnte das vielleicht doch gelingen.

 

Winter

Willkommen, lieber Winter,
willkommen hier zu Land!
Wie reich du bist, mit Perlen
spielst du, als wär es Sand!

Den Hof, des Gartens Wege
hast du damit bestreut,
sie an der Bäume Zweige
Zu Tausenden gereiht.

Dein Odem, lieber Winter,
Ist kälter, doch gesund;
Den Sturm nur halt‘ im Zaume,
Sonst macht er es zu bunt!

Elisabeth Kulmann, deutsch-russische Dichterin (1808 – 1825)

In der Winternacht

Es wächst viel Brot in der Winternacht,
weil unter dem Schnee frisch grünet die Saat.
Erst wenn im Lenze die Sonne lacht,
spürst du, was Gutes der Winter tat.

Und deucht die Welt dir öd und leer,
und sind die Tage dir rauh und schwer:
Sei still und habe des Wandels acht –
es wächst viel Brot in der Winternacht.

Friedrich Wilhelm Weber, deutscher Arzt, Übersetzer und Versepiker (1813 – 1894)

Erster Schnee

Wie plötzlich doch bedeckt mit Eis
so Strauch und Bäume steh’n,
auf letztem Grün das erste Weiß,
wie traurig ist’s zu seh’n!

Was bangst du, Herz? Sei frisch und kühn
und denk, wenn Flocken weh’n:
Auf letztem Weiß das erste Grün,
wie lieblich wird das steh’n!

Johann Nepomuk Vogl, österreichischer Schriftsteller, Lyriker, Publizist (1802 – 1866)

Winter-Lied

Geduld, du kleine Knospe
im lieben stillen Wald.
Es ist noch viel zu frostig,
es ist noch viel zu bald.

Noch geh ich an dir vorüber,
doch merk ich mir den Platz.
Und kommt heran der Frühling,
so hol ich dich, mein Schatz.

August von Platen-Hallermünde, deutscher Dramatiker, Theaterschriftsteller, Lyriker (1796 – 1835)

Winter-Gedanken eines Gärtners

Alljährlich pflegen wir zu sagen, daß die Natur ihren Winterschlaf antrete … Du lieber Gott, und das soll Schlaf sein? Eher möchte man sagen, die Natur habe aufgehört, nach oben zu wachsen, weil sie keine Zeit dafür hat.

Sie krempelt sich nämlich die Ärmel auf und wächst nach unten … Hier wachsen neue Stengel; von hier bis dort, in diesen herbstlichen Grenzen drängt das märzliche Leben hervor, hier unter der Erde wird das große Frühlingsprogramm entworfen.

Karel Čapek, tschechischer Schriftsteller (1890 – 1938)

Vorgefühl

Es ist ein Schnee gefallen,
hat alles Graue zugedeckt,
die Bäume nur gen Himmel nicht.
Bald trinkt den Schnee das Sonnenlicht,
dann wird das alles blühen,
was in der harten Krume jetzt
kaum Wurzeln streckt.

Richard Fedor Leopold Dehmel, deutscher Dichter, Lyriker, Dramatiker, Kinderbuchautor (1863 – 1920)

 

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Alexandra Schmid

Naturliebhaberin und Frühaufsteherin

Wer sie auf ihren besonderen Ausflügen begleiten will, findet sie auf instagram unter donau_deandl:

www.instagram.com/donau_deandl

 

 

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