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Einsingen um 9:
Die digitale Sing-Community

Täglich singen für die gute Stimmung. Was zu Coronazeiten als Experiment begann, ist heute für die Teilnehmer*innen aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken.

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von Kristin Frauenhoffer

Das Team von „Einsingen um 9“: Sarah Widmer, Barbara Böhi, Benjamin Berweger und Julia Schiwowa (v.l.n.r.)

Sich strecken, schütteln, die Backen aufpusten und lockern – so beginnt jeder Tag bei „Einsingen um 9“. Danach ist die Stimme dran. Mit abwechslungsreichen Einsingübungen trainieren die Teilnehmer*innen ihr Singorgan und üben anschließend ganze Musikstücke ein. Angeleitet werden sie dabei von zwei ausgebildeten Opernsängerinnen. Das Besondere dabei: Es findet täglich live auf Youtube statt, mitmachen kann jede und jeder von zuhause aus.

Alles begann im März 2020, als plötzlich wegen Corona keinerlei Chorproben mehr erlaubt waren. Da hatten die beiden Schweizer Sängerinnen Barbara Böhi und Julia Schiwowa die Idee eines täglichen Einsingens, das um 9 Uhr live gestreamt wird. „Einsingen um 9“ war geboren! Nächste Woche, am 23. März, feiert das außergewöhnliche Projekt für Chorsänger*innen seinen dritten Geburtstag und der Erfolg ist groß: drei Millionen Aufrufe bei Youtube, 674.436 Stunden Wiedergabezeit und über 10.000 Abonnent*innen sprechen ihre eigene Sprache.

 

„Ich glaube, ich habe noch nie so gut gesungen!“

Inzwischen ist „Einsingen um 9“ für viele nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken – nicht nur für Menschen, die in einem Chor singen. Eine große grenzübergreifende Community hat sich gebildet. Rund die Hälfte der Teilnehmenden stammt aus dem Ausland, mehrheitlich aus Deutschland. „Ich wusste gar nicht, was ich für eine schöne Stimme habe! Dank dem ‚Einsingen um 9‘ habe ich sie entdeckt“, sagt Teilnehmerin Carmen. „Ich übe seit Monaten mit euren Videos und ich glaube, ich habe noch nie so gut gesungen!“, bestätigt eine andere Teilnehmerin begeistert. Und auch die Initiatorin Barbara Böhi ist sich sicher: „Die eigene Stimme befreien und singen, das macht glücklich! Noch schöner, wenn man das gemeinsam tun kann.“ Und ergänzend fügt sie hinzu: „Dass das sogar online funktionieren kann, sehen wir beim ‚Einsingen um 9’ seit mehreren Jahren.“

 

Erstes Live-Event nach zwei Jahren war ein toller Erfolg

von links: Julia Schiwowa und Barbara Böhi

Dass das Projekt so erfolgreich sein würde, hätten Barbara Böhi und ihre Mit-Initiatorin Julia Schiwowa nicht geglaubt. Auch nicht, dass sie knapp zwei Jahre nach dem Beginn von „Einsingen um 9“ schon live auf der Bühne stehen würden, um mit hunderten begeisterten Sänger*innen gemeinsam zu singen. Unter dem Titel „Das große Singen“ fand am 28. Mai 2022 das erste Live-Event statt. Das Risiko und die Unsicherheit im Vorfeld waren groß. „Wir stellten uns die Frage: Würde es möglich sein, mit so vielen Leuten gemeinsam und mehrstimmig zu singen oder würde alles im totalen Chaos enden?“, erzählt Barbara Böhi im Interview mit good news for you. Das Resultat war sensationell! 750 Personen, die sich auf das Konzert vorbereitet hatten, sangen gemeinsam teilweise 6-stimmige Kanons und alles funktionierte bestens. Auch dank der akribischen Vorbereitung, des durchdachten Aufbaus der Arrangements und der guten Technik im Saal.

 

Hier gibt es einen Eindruck vom Event …

Jede*r kann täglich mitmachen – Singen, Singen, Singen lautet die Devise

Der größte Reiz des besonderen Projekts geht allerdings immer noch vom täglichen Online-Angebot aus. Dort kann jede*r teilnehmen, egal ob Chorsänger*in oder nicht. Es gehe vor allem darum, Spaß zu haben und trotz der digitalen „Ferne“ ein Gefühl von Gemeinschaft zu erfahren. Über Chat kann man sich jederzeit austauschen. „Um 9 Uhr morgens ist es live, aber man kann es auch danach noch abrufen und mitsingen, wann immer und so oft man möchte“, erklärt Barbara Böhi. Wichtig dabei ist, dass man weder von den Initiatorinnen noch von den anderen Teilnehmer*innen gesehen oder gehört wird. „Dieses Einsingen zu Hause hat den Vorteil, dass die Hemmungen über falsche Töne im stillen Kämmerlein wegfallen“, schrieb dazu ein Teilnehmer. Und so möchte Barbara Böhi Menschen ermutigen, einfach mitzumachen. „Wer lange nicht mehr gesungen hat und mit dem Singen einsteigen möchte, sollte sich vornehmen, zwei Wochen lang täglich mitzumachen. Man sollte sich dabei selber nicht kritisieren, sondern einfach singen, singen, singen“, rät sie. Nach zwei Wochen spürt man, wie sich Fortschritte einstellen. So wird das „Einsingen um 9“ schnell zu einem muntermachenden Fixpunkt im Alltag.

Wir gratulieren dem tollen Projekt herzlichen zum dritten Geburtstag und wünschen noch viele weitere stimmungsvolle Jahre.

Wer nun Lust bekommen hat, mitzumachen, kann sich jeden Morgen um 9 Uhr zum Livestream auf Youtube dazuschalten.

Mehr zum Projekt findet ihr hier.

 

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Und auch unserem good news for you-Team macht Singen Spaß!

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