Wie in Argentinien aus einer kleinen Initiative für Obdachlose eine Stiftung wurde, die jungen Menschen aus armen Verhältnissen eine Ausbildung oder ein Studium ermöglicht

Gefällt dir? Vielen Dank fürs Teilen!

Residencia Universitaria de Catamarca

 In Argentinien leben rund acht Milionen Kinder und Jugendliche in Armut. Die Möglichkeiten für junge Menschen auf dem Land, ein Stipendium oder eine finanzielle Förderung für eine Ausbildung zu bekommen, sind gering oder existieren gar nicht. Die Arbeit von NGOs ist hier unabdingbar, berichtet Cecilia Garcia. Die Argentinierin stellt solch eine Nichtregierungsorganisation vor. Diese gibt es, weil ein paar junge Leute nicht über die Armut und Chancenlosigkeit anderer Menschen hinwegsehen wollten: Fundación Si.

 

von Cecilia Garcia

Vielleicht sollte man nie aufhören, von einer besseren Welt zu träumen. Die Utopie, die tief im Herzen aufflammt, verfolgen. Vor allem die Jugend ist die Lebensphase, um wirklich groß zu träumen. Drei junge Menschen haben das in Buenos Aires tatsächlich getan: Sie hatten davon geträumt, Obdachlosen in der Stadt ein bisschen Wärme und Unterstützung zu geben. So fingen sie in ihrer Gegend an, Menschen ohne Dach über dem Kopf in kalten Nächten eine warme Suppe zu geben und mit ihnen zu reden.

Residencia Universitaria de Santiago del Estero

Inzwischen sind seit diesen ersten nächtlichen Stadtgängen acht Jahre vergangen. Aus der Dreier-Gruppe hat sich Fundación Si – zu Deutsch die „Stiftung JA“ – entwickelt. Die gemeinnützige Organisation kann heute auf das unermüdliche Engagement von mehr als 2.300 Ehrenamtlichen zählen. Fundación Si zählt in fast ganz Argentinien 45 Niederlassungen; zehn Projekte sind derzeit am Laufen. Was ist der Motor für dieses Engagement? Eine Ehrenamtliche erzählt von ihrer Motivation: „Ich habe mich von der schmerzhaften Situation anderer Menschen berühren lassen und entschied mich dafür, nicht gleichgültig zu bleiben.“

 

Fundación Si setzt sich erfolgreich für die Ausbildung junger Menschen ein

Eines dieser Projekte möchte ich näher beschreiben: die Studentenwohnheime. Viele Jugendliche auf dem Land, tief in der Provinz, träumen von einer Ausbildung oder einem Studium nach der Schule. Ihre Familien können aber die Kosten für den Unterhalt – fern von zu Hause in einer Uni-Stadt oder in einer Stadt mit Ausbildungsmöglichkeiten – nicht aufbringen. Diese finanzielle Hürde sorgt für viel Frustration und Trauer in einem Alter, in dem man eigentlich seine Potenziale voll entfalten können sollte.

Volontäre von Fundación Si wollten da etwas ändern und haben es auch getan. Sie gründeten Studentenwohnheime, in denen Auszubildende und Studierende nicht nur eine Unterkunft, Essen und Lernmaterialen bezahlt bekommen. In einem Tutoren-System begleiten Ehrenamtliche die jungen Menschen, unterstützen sie und geben ihnen Orientierung während ihrer Ausbildung oder ihres Studiums.

Residencia Universitaria de Rosario

Mittlerweile gibt es acht Studentenwohnheime in Argentinien, mehr als 200 Azubis und Studierende profitieren davon. Belen, eine Soziologiestudentin, die in einem der Studentenwohnheime lebt, beschreibt es mit folgenden Worten: „Die Glückseligkeit zu wissen, dass die Menschen mir vertrauen, dass sie an mich glauben und darauf setzen, dass ich es schaffe, ist unbeschreiblich. Das ist viel, viel mehr als sich ein Mädchen wie ich früher jemals hätte vorstellen können. Mit Beharrlichkeit schafft man alles.“

 

Und woher kommt das Geld für Fundación Si?

Die Stiftung finanziert sich nur über Spenden von Menschen, die sich für das Schicksal des anderen interessieren!

Falls du einmal bei einer Reise nach Argentinien Fundación Si besuchen möchtest, findest du hier mehr Informationen dazu: https://fundacionsi.org.ar/

Mit einem Click auf Donar (Spenden) kannst du auch die Projekte vor Ort konkret unterstützen: https://donaronline.org/fundacion-si/residencias-universitarias-ayudanos-a-crear-oportunidades-para-los-jovenes-de-zonas-rurales

Residencia Universitaria de Santiago del Estero

Matthieu Ricard, ein berühmter buddhistischer Mönch, meint in seinem Buch „Allumfassende Nächstenliebe“: „Der Altruismus ist die Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit.“ Ich persönlich denke auch, dass es so ist. Und du?

 

Cecilia Garcia

arbeitet seit vielen Jahren im sozialen Bereich, liebt die Natur und das Tanzen. Sie bewundert Menschen, die sich altruistisch und mutig für das Gemeinwohl einsetzen.

 

Herzlichen Dank für diesen Gastbeitrag!

 

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt.

+ + + Das good news Telegram + + + Jeden Sonntag neu + + +

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

Deine Daten werden verschlüsselt übertragen. Deine IP-Adresse wird nicht erhoben.
Infos zum Datenschutz