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Marc Beckett und sein Team wollen erreichen, dass sich Menschen in der Wüste selbst mit Gemüse und Kräutern versorgen können.

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von Florian Roithmeier

In der algerischen Wüste leben seit Jahrzehnten zehntausende Menschen in Flüchtlingslagern. Dort ist es sehr heiß: Temperaturen über 40 Grad sind normal. Das Wasser ist knapp und gewöhnliche Landwirtschaft ist undenkbar, denn es ist staubtrocken. Viele, die dort leben, sind mangelernährt und auf Hilfslieferungen der Vereinten Nationen angewiesen. Der Ingenieur Taleb Brahim hatte eine Lösung: eine Hydrokultur, aus der Gerste wächst. Bei einer Hydrokultur wachsen Pflanzen nicht in der Erde, sondern zum Beispiel in Behältern mit Wasser, dem Nährstoffe zugesetzt sind. Diese Idee entwickeln Forscher*innen des Fraunhofer-Instituts gemeinsam mit dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen nun unter dem Namen „Greenup Sahara“ weiter. Sie wollen auch Gemüse, Salat und Kräuter in der Wüste anbauen.

Marc Beckett ist Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart und federführend bei „Greenup Sahara“. Er war selbst vor Ort, um sich ein Bild von der Situation zu machen: „Wir sind in ein Camp in der algerischen Sahara gereist, in dem Tausende ausharren. Es fehlt dort an Lebensmitteln sowie Futter für Nutztiere und die Mittel der Hilfsorganisationen sind erschöpft. Die Versorgung der Bevölkerung wird immer schwieriger und die notleidenden Sahrawi brauchen dringend eine nachhaltige und langfristige Lebensmittelversorgung.“ Mit Greenup Sahara sollen die Menschen vor Ort die Möglichkeit haben, ihre eigenen Lebensmittel trotz schwieriger Bedingungen anzubauen.

Auch Tiere finden in der Sahara-Wüste kaum bis gar kein Futter.

Gemüse in der Wüste anbauen… Wie soll das gehen?

Normalerweise wachsen Pflanzen in der Erde. In der Wüste ist das nicht möglich, weil es zu trocken ist. Die Böden können kein Wasser speichern bzw. es versickert zu schnell. Darum benutzt man sogenannte Hydrokulturen. Pflanzen wurzeln dabei zum Beispiel in Behältern mit Wasser, dem Nährstoffe zugesetzt sind. In großen, zeltähnlichen Anlagen sollen Gemüse, Salat oder Kräuter – quasi wie in einem großen Gewächshaus – wachsen. Der Vorteil: Man braucht für diese Art des Anbaus 90 Prozent weniger Wasser als sonst, da kaum Wasser verloren geht und man es wiederverwenden kann. Wie es genau funktioniert, will Marc Beckett vor Ort herausfinden. Er ist sicher: „Wir könnten damit die Ernährung von hunderttausenden Menschen langfristig sichern und Mangelernährung bekämpfen. Die Menschen könnten sich selbst versorgen und sind weniger auf die Hilfe von außen angewiesen – ganz nach dem Motto: Hilfe zur Selbsthilfe. Das Pilotprojekt könnte in anderen Regionen der Welt Anwendung finden und einen Beitrag zum Kampf gegen Klimawandel, Welthunger und Fluchtursachen leisten.“

In Zelten wie diesem soll künftig Gemüse in der Wüste angebaut werden.

Greenup Sahara auf Startnext unterstützen

Derzeit kann man Greenup Sahara mit einer Spende auf der Crowdfunding-Plattform Startnext unterstützen. Als erstes Ziel sollen 15.000 Euro zusammenkommen. Mit dem Geld wollen Marc Beckett und sein Team voraussichtlich im Herbst 2019 vor Ort in der Wüste potentiell nutzbare Materialien sichten und ein Konzept für den Anbau entwickeln. Die Fraunhofer-Gesellschaft selbst kann das Projekt finanziell nicht unterstützen. Denn die Finanzmittel der Gesellschaft sind zweck- und projektgebunden. Für „Greenup Sahara“ stehen derzeit keine finanziellen Mittel zur Verfügung. Deshalb hoffen die Initiator*innen, dass sich mit der Crowdfunding-Kampagne viele Unterstützer*innen finden und mehr Menschen auf die Situation der Sahrawi aufmerksam werden.

 

Hier könnt ihr spenden und ein Hydrokultur-System unterstützen, das dank eurer Hilfe weltweit eingesetzt werden kann: https://www.startnext.com/greenup-sahara

 

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