"Die bessere Welt entsteht nicht von allein. Anstatt zu pauschalisieren, uns abzuspalten, andere auszugrenzen, sollten wir aufeinander zugehen und uns kennenlernen."

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Gedanken zum Jahreswechsel von Florian Hilt

Das Jahr geht zu Ende und wieder einmal haben wir Wünsche für das neue Jahr. Wünsche, die nicht nur uns selbst betreffen, sondern auch für unsere Gesellschaft, für die ganze Welt. Mein Wunsch ist es, wieder zu mehr Solidarität und Toleranz untereinander zurückzufinden – zwei grundlegende Werte in einer funktionierenden Gesellschaft.

In einer Zeit, in der viele Menschen in Not aus fernen Ländern hilfesuchend zu uns kommen, sind diese Werte wichtiger denn je. Ich habe in den letzten Jahren viele getroffen und kennen gelernt, die aus vorwiegend arabischen Ländern geflohen sind. All diese Menschen sind genauso Mensch wie beispielsweise Europäer oder Amerikaner. Und trotzdem erlebe ich ihnen gegenüber Hass, Abneigung und Ignoranz. Das spaltet nicht nur die Geflüchteten von unserer Gesellschaft ab, sondern zieht auch einen tiefen Graben zwischen uns. So entsteht Radikalität, die uns weit weg von meinem Wunsch bringt. Letztendlich rührt diese Abneigung hauptsächlich von Menschen, die keinen persönlichen Kontakt zu Geflüchteten oder Bürger*innen mit Migrationshintergrund haben.

 

Lassen wir anderen die Nächstenliebe zuteil werden, die wir uns selbst auch wünschen.

Rechtspolitische Parteien fordern Solidarität – sozusagen als urdeutsche Tugend –, aber nur für Deutsche. Solidarität sollte jedoch eine Selbstverständlichkeit sein, die jedem Menschen dieser Welt zuteil wird. Deshalb müssen wir uns wieder darauf rückbesinnen, dass wir alle Menschen sind, die miteinander leben wollen und auch müssen. Anstatt zu pauschalisieren, uns abzuspalten, andere auszugrenzen oder zu kategorisieren, sollten wir aufeinander zugehen und uns kennenlernen. Denn auch, wenn jeder von uns anders ist, sind wir trotzdem alle gleich – unabhängig von Herkunft oder Religion. Beurteilen wir unsere Mitmenschen doch nach ihrem Charakter und ihrer Persönlichkeit und nicht nach Aussehen, Herkunft, Religion oder sexueller Orientierung. Lassen wir ihnen die Nächstenliebe zuteil werden, die wir uns selbst auch wünschen.

 

Viel wichtiger scheint das Image in sozialen Netzwerken, die nur vermeintlich sozial sind.

Aber nicht nur diese Tatsache allein erfordert ein soziales Miteinander und einen friedlichen Umgang miteinander. Unsere Gesellschaft ist aufgrund der möglichen persönlichen Individualisierung, der Digitalisierung und Komplexität des Alltags immer anonymer geworden. Diese Reizüberflutung bringt uns dazu, weniger auf die Menschen um uns herum zu achten. Man schaut auf sein Smartphone, bekommt aber nicht mit, was direkt neben einem passiert. Viel wichtiger scheint das Image in den sozialen Netzwerken zu sein, die allerdings nur vermeintlich sozial sind.

Wenn etwas Schreckliches passiert wie beispielsweise ein Autounfall mit verletzten Personen, dann stehen dort Schaulustige, die in fröhlicher Gemeinschaft dieses Ereignis filmen anstatt Erste Hilfe zu leisten oder den Notruf abzusetzen. Sie sorgen sich darum, möglichst viele Posts im Netz einzustellen, nicht aber um den verletzten Menschen oder dessen Privatsphäre.

 

Bei den Christen steht die Nächstenliebe an allererster Stelle, auch gegenüber Nicht-Christen.

Daher wünsche ich mir, dass wir persönlich mehr aufeinander zugehen, mehr miteinander sprechen und uns um unsere Mitmenschen kümmern. Schließlich sind wir ein christlich geprägtes Land. Bei den Christen steht die Nächstenliebe an allererster Stelle, auch gegenüber Nicht-Christen.

Es ist nicht schwer, Solidarität und Toleranz zu zeigen. Jedes Mal, wenn man einem Menschen gegenübertritt, sollte man sich vor Augen führen, wie man selbst behandelt werden will und sich nach dieser Prämisse verhalten. Schon mit kleinen Dingen lässt sich viel Freude in die Gesichter unserer Mitmenschen zaubern. Sei es, dass man einer älteren Dame die Tür aufhält, einem Rollstuhlfahrer hilft oder einem Ortsunkundigen den Weg zeigt. Und das, ohne ihn oder sie aufgrund von Hautfarbe, Akzent oder Aussehen zu verurteilen.

Ich bin optimistisch, dass viele Menschen sich das Gleiche wünschen und wir die restlichen davon überzeugen können!

 

Herzlichen Dank an

Florian Hilt

Rettungsassistent + Student

 

 

 

 

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