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Auf ihrem Online-Portal sammelt Susanne Renelt Spiele für Kinder, die diese zu mehr Bewegung anregen sollen.

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von Kristin Frauenhoffer

Laut einer aktuellen Studie der Weltgesundheitsorganisation bewegen sich 80 Prozent (!) der Kinder und Jugendlichen weltweit zu wenig. Den größeren Teil ihrer Zeit verbringen junge Menschen heute sitzend – meist am PC oder Smartphone. Die Coronakrise mit ihren Ausgangsbeschränkungen und die Schließung der Sportvereine verschärfen die Lage. Und auch bei den Erwachsenen geht der Trend weiter in Richtung sitzender Lebensstil.

Was dieser Bewegungsmangel bedeutet, ist schon heute vielerorts sichtbar. Haltungsschäden, Hyperaktivität, Übergewicht und Krankheiten des Herz-Keislauf-Systems sind häufige Folgen. Die WHO hat deshalb neue Leitlinien entwickelt, um körperliche Aktivität bei Kindern und Jugendlichen zu fördern. Täglich mindestens 60 Minuten sollen sich junge Menschen zwischen 5 und 17 Jahren mit moderater bis hoher Intensität bewegen. Außerdem sollten hochintensive Aktivitäten, die Muskeln und Knochen stärken, mindestens dreimal pro Woche durchgeführt werden. Dadurch ließen sich, so der Bericht der WHO, fünf Millionen vorzeitige Todesfälle jedes Jahr verhindern.

 

Bewegung fördert nicht nur körperliche, sondern auch geistige Gesundheit

Dabei ist nicht nur der körperliche Aspekt ausschlaggebend, sondern auch der kognitive: „Aktive Kinder sind nicht nur gesünder, sondern auch ausgeglichener, sozialer, selbstbewusster und glücklicher“, weiß Physiotherapeutin Susanne Renelt. Sie hat das Online-Portal www.kindheitinbewegung.de gegründet, um dem Bewegungsmangel entgegenzuwirken. Gleichzeitig will sie Eltern dazu ermutigen, ihren Kindern eine aktive – und damit gesündere – Kindheit zu ermöglichen. Ziel sei es, Verantwortung für die Gesundheit seiner Kinder selbst zu übernehmen und deren Alltag und Freizeit „bewegter“ zu gestalten.

 

Bewegungsspiele für Kinder mit viel Freiraum für Kreativität

Auf ihrem Portal stellt Susanne Renelt eine große Sammlung verschiedener Bewegungsspiele für Kinder und Jugendliche vor, die sich einfach und meist ohne viele Hilfsmittel umsetzen lassen. Bei der Beschreibung und Auswahl der Spiele gibt es drei Kriterien, die besonders sind:

Es gibt keine genauen Spielanleitungen, sondern lediglich grobe Angaben. Starre Regeln und Vorgaben kommen ebenfalls nicht vor, denn das erleben die Kinder genug im Alltag. „Wir legen sehr viel Wert darauf, Kindern so viel Freiraum wie möglich zu geben und Kreativität, Spontaneität und Eigeninitiative bewusst zu zulassen“, erklärt Susanne Renelt. Kinder dürfen neue Regeln erfinden oder die Spiele umbenennen.

Das zweite Merkmal der Spiele sind fehlende Altersangaben. So kann erst gar kein Leistungsdruck entstehen, der Eltern dazu verleiten könnte, manche Spiele als nicht mehr altersgemäß zu empfinden. Schließlich gibt es bei den meisten der vorgestellten Spiele keine*n „Gewinner*in“ oder „Verlierer*in“. Spaß und Freude sollen im Vordergrund stehen.

 

Deshalb sitzen unsere Kinder so gern vor dem PC

Zusätzlich zu den Spielideen findet man auf dem Portal interessante Artikel zum Thema Kindheit und Bewegung. Darunter eine schlüssige Erklärung, warum Kinder so gern vor dem Smartphone oder Computer sitzen. Im Internet nämlich haben Kinder eine riesige Auswahl an Spielen und Videos. „Das ist ein Maß an Freiheit, das Kinder heute sonst kaum noch in anderen Bereichen haben“, heißt es in einem Beitrag. Hätten, so die Vermutung, unsere Kinder beim freien Spiel draußen die gleichen Freiheiten wie beim Spielen am PC, würden sie viel mehr draußen spielen wollen. Auf Bäume klettern, mit dem Fahrrad den Berg hinuntersausen, eine Hütte bauen – das sind richtige Abenteuer. Viele Eltern aber hätten schlicht zu viel Angst um den Nachwuchs, weshalb sie ihre Kinder die Abenteuer lieber am PC erleben ließen.

Für mehr Spaß draußen und manchmal auch ein bisschen Abenteuergefühl gibt es viele Inspirationen auf www.kindheitinbewegung.de. Manche Spiele kann man aktuell vielleicht noch nicht spielen, aber hoffentlich doch bald wieder.

 

Hier ein paar Spielideen:

Wettrennen x 3

Material: pro Kind ein kleiner, flacher Stein
Spieler*in: ab 2
So geht’s: Alle Kinder versuchen so schnell wie möglich von einer Startlinie zum Ziel zu kommen (oder um einen Baum herum wieder zur Startlinie zurück).
In der ersten Runde balancieren die Spieler*innen einen kleinen Stein auf dem Kopf. In der zweiten Runde halten sie einen kleinen Stein oder Stecken zwischen den Knien. In der letzten Runde wird rückwärts gelaufen.

Tierfangen

Material:  –

Spieler*in: ab 2     

So geht’s: Alle Kinder „verwandeln“ sich in Frösche. Ein Frosch fängt, wobei sich alle Spieler nur wie Frösche fortbewegen. Der erste Frosch, der gefangen wird, ist in der nächsten Runde der Fänger, wobei sich jetzt alle Kinder in ein anderes Tier verwandeln (z. B. Storch, Schlange, Ente, Spinne …)

Sommer-Parcour: „Lustiger Wassertransport“

Material: Zwei Schwämme, zwei große Eimer mit Wasser und zwei gleich große Töpfe

Vorbereitung: Die Spieler bilden zwei Gruppen. Eine Rennstrecke wird festgelegt. Am Start steht für jede Gruppe ein großer Eimer mit Wasser. Am Ziel steht für jede Gruppe ein kleinerer leerer Eimer.

So geht’s: Auf „Los!“ tauchen die beiden ersten Spieler*innen ihren Schwamm ins Wasser, rennen damit so schnell wie möglich zum Ziel und quetschen dort den Schwamm über ihrem Topf aus. Dann rennen sie zurück und geben den Schwamm dem nächsten Spieler. Ziel ist es, den Topf am Ziel zum Überlaufen zu bringen.

Perfekt für kleine Abenteurer*innen:

Piratenschatzsuche

Kleiner Hinweis dazu: Auch Erwachsene dürfen wie Kinder spielen 😉

Mehr Spielideen und interessante Artikel zum Thema Bewegung und Kinder gibt es hier.

 

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