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Geht es um Klima- und Umweltschutz, passen Bewusstsein und Handeln oft nicht zusammen. Die 35-Tage-Challenge könnte das in fünf Wochen ändern.

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von Isolde Hilt

Benjamin und Fabian Eckert leben in Bach im Landkreis Regensburg. Die beiden Brüder haben das Buch „35 Tage-Challenge. Dein Weg in ein umweltbewusstes Leben“ verfasst, das Anfang Februar im Münchner oekom Verlag erscheint. Diesem Ideengeber ging ein größerer Bewusstseinswandel voraus. Wir wollten wissen, wie diese Veränderung passiert ist.

Wie wird man „klima- und umweltbewusst“? Überlegungen und Forderungen kommen aus allen möglichen Richtungen, viele stoßen erst einmal vor den Kopf. Benjamin und Fabian Eckert kennen das auch und waren sich einig, dass die meisten – hält man ihnen dauernd vor, was sie alles falsch machen – erst recht nichts ändern. Eine Challenge hingegen, die für Einsteiger*innen wie Fortgeschrittene die passenden Aufgaben bereithält, macht hoffentlich Spaß, steckt zum Mitmachen an und wirkt nachhaltig.

Die beiden Brüder waren auch nicht immer „öko“, sind so aufgewachsen, wie man es in unserer Gesellschaft lernt. „Wir haben uns in Deutschland einen umweltschädlichen Lebensstil angeeignet“, stellt Fabian fest. „Ich habe als Schüler zu Mittag öfter Fast-Food gegessen und in Australien war ich auch noch – meine hoffentlich letzte Flugreise.“ Benjamin gesteht ein, dass er sich über seine Handlungen lange keine Gedanken gemacht habe – sei es bei Essen, Einkaufen, generell bei Konsum. Heute sei ihm bewusst, dass es immer einen „grüneren“ Weg gebe und man nur etwas aus seiner Komfortzone raus müsse, um dann auch gleich mit einem guten Gewissen belohnt zu werden.

 

Gab es ein Schlüsselerlebnis, das zum Umdenken bewegt hat?

Ein Lehrgang für Zivildienstleistende in Spiegelau trat bei Fabian die Wende los. Dort gab es für ihn, den „Fernsehaffen“, kein TV: „Da war abends eine Woche lang Lesen angesagt. Es gab eine gute Abteilung mit Magazinen.“ Artensterben war da schon ein großes Thema, er las sich ein, erfuhr immer mehr zum Klimawandel. Anschließend verkaufte er gleich sein erstes Auto, das er erst seit zwei Monaten hatte. „Das war so der Startschuss. Ich konnte einfach die dramatischen Folgen nicht leugnen, die mein Lebensstil verursacht.“

Bei Benjamin ist das noch nicht so lange her. Er führte im letzten Winter ein 90-tägiges Fitnessprogramm durch, das eine bestimmte Ernährung vorsieht – tierische proteinreiche Produkte. Viel Fleisch hatte er noch nie gegessen und suchte deshalb nach einer Alternative. Er stieß auf Brendan Brazier, einen veganen Triathleten. Wer sich mit veganer Ernährung befasse, lande rasch beim Thema Nachhaltigkeit: „Klar habe ich durch Fabian wahrgenommen, dass etwas getan werden muss. Ich war aber schockiert, wie weit der Klimawandel bereits fortgeschrittetn ist, als ich mich selbst damit beschäftigte.“

 

Die Veränderung nimmt bei beiden ihren Lauf

Als Erstes überredet der jüngere Bruder seine Eltern, den alten Kühlschrank auszutauschen, die Rohrleitungen im Heizungskeller zu isolieren und alle Glühbirnen auszutauschen. Nach und nach kommt anderes auf den Prüfstand, zuletzt die Ernährung: fleischreduziert, vegetarisch, vegan. Hat Fabian inzwischen bei seinen CO2-Einsparungen die Grenze erreicht, spart er jeden verfügbaren Cent, um ihn in ökologische Geldanlagen zu investieren: „So können Unmengen an CO2-Emissionen eingespart werden und ich mache gleichzeitig etwas für meine Altersvorsorge.“

Benjamin versucht, sein Leben Schritt für Schritt umzustellen und macht es am Beispiel „Drogerieartikel“ fest: „Zuerst kauft man Produkte, die kein Palmöl enthalten. Als nächstes steigt man auf ein komplett ökologisches Produkt um und irgendwann stellst du es dann selber her.“

Einen interessanten Aspekt bringt Fabian ein: „Durch den Verzicht auf Social Media ist man aus der Vergleichs- und Scheinwelt komplett weg. Wo war dein letzter Urlaub? Was machst du gerade? …“ Die Konsumentschleunigung, bei der er nur noch kaufe, was er wirklich brauche, sei befreiend. „Ich schätze einfach viel mehr die einfachen Dinge des Alltags und bin dankbar dafür.“

 

Die Idee zur 35 Tage-Challenge

Benjamin hat schließlich die Idee zum Buch: „Man muss erkennen, dass man Teil des Problems ist, aber auch Teil der Lösung sein kann. Letzteres hört sich meiner Meinung nach besser an.“ Die beiden Brüder sind überzeugt, dass Deutschland mehr Vorbilder braucht, die ein wirklich nachhaltiges Leben führen und ihren PKW nicht nur durch ein Elektroauto ersetzen. Themen wie Finanzen, Bildung, Gesundheit gehörten auch dazu. „Wir haben die Weisheit nicht mit dem Löffel gegessen, versuchen aber, aus allen Bereichen das Beste herauszuholen – idealerweise auf ökologische und sozialverträgliche Weise“, ergänzt Fabian.

Das Buch „35 Tage-Challenge. Dein Weg in ein umweltbewusstes Leben“ wendet sich an Einsteiger*innen und Fortgeschrittene. Herausforderung ist für beide Zielgruppen garantiert. Umweltschutz aktiv erleben: 35 Tages- und 5 Wochenaufgaben werden, so die beiden Autoren, nicht ohne Auswirkung bleiben und zeigen, wie wertvoll das Leben auf unserem Planeten ist.

 

„Nehmen wir uns wieder mehr Zeit für uns selbst.“

Einen Tipp geben die beiden noch mit auf den Weg: „Wir sollten uns wieder mehr Zeit für uns selbst nehmen und uns immer wieder hinterfragen, ob es gerade richtig ist, was ich tue. Auf diese Weise kann ich relativ einfach ein nachhaltiges Leben führen. Nachhaltigkeit bezieht sich nicht nur auf Ökologie, sondern auch auf den Umgang mit der eigenen Gesundheit oder mit meinen Mitmenschen.“

Das Buch „35-Tage-Challenge. Dein Weg in ein umweltbewusstes Leben“ ist im oekom verlag erschienen und ab Februar 2020 erhältlich.

 

Und hier ist die gute Nachricht für euch!

Startet eure Challenge mit uns! Gewinnt eines der drei Exemplare „35-Tage-Challenge. Dein Weg in ein umweltbewusstes Leben“, die uns der oekom verlag zur Verlosung zur Verfügung gestellt hat. Herzlichen Dank an dieser Stelle!

Das Gewinnspiel ist beendet. Die Gewinner*innen wurden benachrichtigt.

 

 

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt.

 

 

 

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Eine Antwort

  1. Jörg Schrader

    Ich freue mich, dass immer mehr Menschen verstanden haben, dass ein „Weiter so“ der falsche Weg ist. Wir alle sind gefordert. Und bei alledem stellt man plötzlich fest, dass der Weg zu mehr Nachhaltigkeit und bewusstem Umgang mit der Natur auch noch Spaß macht. Nein, ich bin kein Öko-Freak, ich besitze noch ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor, fahre aber fast nur Fahrrad, ich bin kein Freund der Elektromobilität, ich esse auch Fleisch, allerdings deutlich weniger, aber – ich liebe das Leben. Speisen selber herzustellen, incl. Brot, macht Freude, es ist Lebensqualität. Aber ich ärgere mich über jene Mitbürger, bei denen nichts anzukommen scheint. Der Weg scheint noch lang, aber er lohnt sich.
    In dem Sinne, weitermachen und nicht Entmutigen lassen.

    Antworten

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