"Wir sind nicht gemeint, wenn Politiker von 'dem Volk' sprechen, das die Schließung der Grenzen wünscht", sagen die Initiator*innen von auchdasvolk.de

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von Isolde Hilt

Nicht nur in Deutschland ist es unruhig geworden. Viele sind, zu Recht, in großer Sorge um die Demokratie, um unsere offene, liberale Gesellschaft, in der jeder Mensch gleich geachtet und seine Würde unantastbar ist. Dem Wegschauen und der Ohnmacht, die sich breitzumachen beginnen, wollen sie nicht mehr zusehen. Hinter der Initiative „auchdasvolk.de“ stecken mehr als 20 Personen, die trotz aller Verschiedenheit eines eint: „Wir sind alle entsetzt über diesen Angriff auf die Werte, die Europa in den letzten Jahrzehnten geprägt haben. Und über den systematischen Abbau der internationalen Standards wie der Genfer Flüchtlingskonvention. Und darüber, dass sich Deutschland und die EU zu Mittätern machen und zulassen, dass tausende schutzsuchender Menschen im Mittelmeer sterben.“ Mit ihrer Kampagne wollen sie klarstellen, dass „das Volk“ nicht als Synonym für rechte und reaktionäre Kräfte steht und die Mehrheit anders denkt. 

Mit ihrer Kampagne „Wir sind AUCH das Volk“ möchten die Intiator*innen möglichst viele Menschen gewinnen, Gesicht zu zeigen. Gemeinsam soll deutlich gemacht werden, dass die Mehrheit in Deutschland anders denkt und keine Politik der Ausgrenzung und des Abschottens wünscht. Fast 1.500 Menschen haben sich bereits angeschlossen und stehen hinter dem Bekenntnis von „auchdasvolk.de“:

  1. Wir sind nicht gemeint, wenn Politiker von „dem Volk“ sprechen, das die Schließung der Grenzen wünscht.
  2. Wir tragen die Kriminalisierung der Hilfsorganisationen auf dem Mittelmeer nicht mit.
  3. Wir engagieren uns gegen die Fluchtursachen wie Krieg, Hunger, Armut, Klimawandel und Vertreibung.
  4. Wir schauen nicht tatenlos zu, wie in unserer Umgebung Menschen ausgegrenzt werden.
  5. Wir wehren uns gegen eine Sprache, die Menschen systematisch abwertet.

 

Auch das Volk?

Ja, es habe sehr viele Diskussionen um den Namen für die Kampagne gegeben, bestätigt Christa, eine der Initiator*innen. Der Begriff ist schwer belastet. In rechten, populistischen Kreisen ist er u. a. eng verwoben mit Ausgrenzung, Nicht-Dazugehören, Abwertung bestimmter Merkmale wie Religionszugehörigkeit. Wenn jetzt Politiker vom Volk sprächen, müsse man deutlich machen, dass die Mehrheit des Volkes anders denke: „Wir können mit dem Volksbegriff, wie ihn derzeit Politik und Medien gebrauchen, nichts anfangen. Und doch sind auch wir Teil der Bevölkerung des Landes, also des umgangssprachlichen ‚Volks‘, auch wenn wir die Argumentationslinien rechtspopulistischer Politikerinnen und Politiker ablehnen. … Mit dem Statement „Wir sind auch ‚das Volk‘!“ zeigen wir deutlich, dass in diesem Land viele Menschen leben, denen humanistische Werte sehr wichtig sind.“

 

Die Menschen hinter „auchdasvolk.de“

Hinter diesem Projekt stecken lauter Personen, die sich auch anderweitig ehrenamtlich engagieren: zum Beispiel Geflüchteten Deutsch beibringen, Menschen in Not helfen, sich politisch aktiv in Städten und Gemeinden einbringen. Wichtig ist allen, stets solidarisch und fair zu handeln.

 

Weitere Infos sowie die Möglichkeit, teilzunehmen, finden sich unter:

www.auchdasvolk.de

 

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