Drei junge Frauen haben eine Hilfsorganisation auf die Beine gestellt, die Kindern in Nepal ein neues Leben ermöglicht

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      von Isolde Hilt und Katrin Kausch

Mona (Mitte) und Katrin (rechts) mit einigen der 34 Kinder, die seit 2016 mit Sambhava und dank ihrer Paten in die Schule gehen können. Foto: Sambhava

Vor wenigen Tagen schrieb uns Katrin aus Nepal. Ihre Geschichte beginnt 2013. Die junge Deutsche ist mit Freundinnen unterwegs, um das Land im Himalaya näher kennenzulernen, als ihnen, wie sie sagt, „direkt ein Frauenprogramm über den Weg lief“. In diesem Projekt lernen Nepalesinnen, die verwitwet, verlassen worden oder wegen Gewalt geflohen sind zu nähen, um sich und ihre Kinder selbst ernähren zu können. Gleichzeitig werden sie über ihre Rechte als Frau informiert. Ein Programm, das Katrin Kausch und ihre Freundinnen Mona La Barbera und Manon Devidal aus Frankreich begeistert. Die drei – von Beruf Erzieherin und Sozialarbeiterinnen – beschließen, den Verein zu unterstützen. Im November 2014 reisen sie erneut nach Nepal, um einen Online-Shop zu erstellen und den internationalen Verkauf anzukurbeln. Dazu bleiben sie einige Monate, bis von einer Minute zur nächsten nichts mehr ist, wie es war…

Das Erdbeben in Nepal vom 25. April 2015

Bericht von Katrin Kausch

25. April 2015. Ortszeit 11:56, Kathmandu, Nepal – Zusammen mit Freunden sind wir auf dem ‚Farmer’s Market‘, als die Erde unter uns zu beben beginnt. Innerhalb von 90 Sekunden nimmt sie über 8.000 Menschen um uns herum das Leben und über 2,5 Millionen Menschen das Obdach. Von einer Minute auf die nächste befinden wir uns in einem Krisengebiet, in dem es schnell an allem fehlen wird: Wasser, Sanitätsanlagen, Zelte. Zurück in Europa schnellen Bilder von eingestürzten Häusern und Rettungshelikoptern über die Fernsehbildschirme. Die Welt ist bestürzt, während wir vor Ort unter Massenzelten darauf warten, dass sich die Erde unter uns beruhigt. Die Nachbeben sind zahlreich und niemand weiß, wann es wieder aufhören wird. Bald schon stellt sich uns die Frage: Fliegen wir heim? Aber Nepal ist seit sechs Monaten unser Zuhause. Die betroffenen sind keine Fremden, sondern unsere Freunde, unsere Nachbarn. Wo ist Gerechtigkeit, wenn wir uns dafür entscheiden, in einen Flieger zu steigen und zurückzukehren in ein Leben von Reichtum und Überfluss? Wir können es nicht. Wir sind fest entschlossen, unseren kleinen Teil dazu beizutragen, dass inmitten der Trümmer und Hilflosigkeit Hoffnung entsteht.

Mendo, 3, die wir 2016 aus katastrophalen Zuständen mangelernährt aus den Bergen gerettet haben. Auch sie wird in die neue Wohngruppe einziehen.
Foto: Sambhava

Sambhava, das bedeutet "Möglichkeiten".

Die kommenden vier Wochen passieren kleine Wunder, überall. Beflügelt von Worten und Spenden unserer Familien und Freunde ‚back home‘, können wir über 100 erste Notfallpakete verteilen, 90 Werkzeugboxen für 90 Dörfer in den Bergen, Schulmaterial für 540 Schüler. Wir kaufen vier Kühe für vier Farmerfamilien, denen das Erdbeben die Kuh und damit das Einkommen genommen hat. Und, wir konnten ein Trainingsprogramm für Erdbebenopfer, zusammen mit einer nepalesischen Frauenorganisation, starten. Als wir zurück nach Hause fliegen, wissen wir, dass wir unseren Teil geleistet haben. Und gleichzeitig wissen wir, dass es erst der Anfang war. Keine zehn Tage nach unserer Rückkehr haben wir unseren eigenen Verein gegründet: Sambhava. Das bedeutet „Möglichkeiten“, weil wir glauben, dass mit genügend Kraft und Entschlossenheit alles möglich ist. Weil wir glauben, dass es für alle unter uns möglich ist, seinen Teil zu leisten.

 

Aus erster Notfallhilfe werden langfristige Projekte. 2016 beenden vierzehn Frauen das Trainigsprogramm, neun von ihnen finden anschließend eine Arbeit. Wir schulen 27 Kinder ein, die wir dank der Unterstützung ihrer Paten langfristig auf ihrem Schulweg begleiten dürfen.

Und wir machen uns auf den Weg in die Berge nach Gimdi. Dort bauen wir, mit einer Gruppe von Volontären, einen erdbebensicheren Ecodom, der es dem alten Ehepaar Kindra und Biva ermöglicht, endlich wieder in einem trockenen und sicheren Unterschlupf zu leben. Die Gemeinde Annecy in Frankreich erlaubte uns,  an einem Ecodom-Training teilzunehmen, um die notwendigen Kompetenzen zu erwerben.

Hier ein Video zum ersten Ecodom-Bau (ein erdbebensicheres Haus) in Gimdi, 2016:

Jetzt sind wir bereits im Jahr 2017. Unsere Projekte gehen weiter. Unter den mittlerweile 34 Kindern, die wir auf ihrem Schulweg begleiten, befinden sich einige, die aus verschiedenen Gründen nicht mehr zu Hause leben können. Ihre Eltern sind verstorben oder verschwunden oder sind aufgrund von Krankheit, Alkoholabhängigkeit, Gewalt unfähig, sich um ihre Kinder zu kümmern. Für diese Kinder eröffnen wir in diesem Jahr eine Wohngruppe: eine Wohngruppe, in der sie in Sicherheit aufwachsen, wo ihre Wunden heilen können; wo sie lernen, spielen und wachsen können, zusammen mit Erwachsenen, die sie respekt- und liebevoll auf ihrem Weg begleiten. Ein langfristiges Zuhause, eine große Familie. Unser Entschluss ist stark: Wir engagieren uns für die Kinder, wir engagieren uns für die Zukunft Nepals.

"Wir engagieren uns für die Kinder, wir engagieren uns für die Zukunft Nepals." Dieses großartige Projekt, das Katrin und Mona weiterführen, können wir unterstützen!

Mendo, 3, erhält in der neuen Wohngruppe endlich ein Zuhause. Foto: Sambhava

Für Katrin Kausch und Mona La Barbera ist Sambhava (eingetragener Verein in Frankreich) zur Lebensaufgabe geworden. Ein halbes Jahr fahren die beiden Europäerinnen nach Hause, um ihren Unterhalt für das ganze Jahr zu verdienen. Das andere halbe Jahr verbringen sie in Nepal, um vor Ort Hilfe zu leisten – Hilfe zur Selbsthilfe.

Für ihr nächstes Projekt brauchen die beiden jungen Frauen finanzielle Hilfe. Sie bauen gerade eine Wohngruppe für zwölf Kinder auf, deren Eltern und Angehörige verstorben, zu krank oder zu alt sind oder die aus einem anderen Grund nicht zu Hause leben können: „Für die Einrichtung der Wohngruppe sind wir auf eure Hilfe angewiesen! Weiter suchen wir Patinnen und Paten, die Lust haben, ein Kind langfristig auf seinem Weg zu begleiten. Patenschaften sind ab 30 Euro pro Monat möglich. Ein regelmäßiger Austausch mit dem Patenkind gehört dazu!“

 

 

Das kann ein Beitrag von euch leisten:

15 Euro > 25 kg Reis

25 Euro > eine Schuluniform inklusive Schuhe

50 Euro > ein Esstisch

100 Euro > Ausstattung eines Kindes mit Kleidung und Schuhen

200 Euro > ein Doppel-Stockbett für vier Kinder

500 Euro > ein Kühlschrank

PS: August 2017: Es ist geschafft! Das neue Zuhause für zwölf Kinder – Das Nest – ist fertig!

 

Weitere Informationen über Sambhava und wie man helfen kann, finden sich unter:

https://www.helloasso.com/associations/sambhava-terre-du-possible/collectes/sambhava-ouvre-sa-maison-d-enfants-au-nepal

https://sambhava.net/de/

Und hier könnt ihr spenden:

SAMBHAVA

IBAN: DE83 7835 0000 0040 6459 39

BIC: BYLADEM1COB

Sparkasse Coburg Lichtenfels

Und noch eine gute Nachricht: SAMBHAVA kann ab sofort Spendenquittungen ausstellen! Die Organisation ist als gemeinnützig anerkannt.

 

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