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Der erste öko-soziale Raumpflegedienst mit dem klangvollen Namen Klara Grün sorgt für saubere Räume und ein gutes Gewissen.

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von Kristin Frauenhoffer

Luise Zaluski (links) und Julia Seeliger (rechts) wollen den Reinigungsmarkt revolutionieren.

Wo Klara Grün auftaucht, wird es nicht nur sauber, sondern auch fair und ökologisch. Neben der Verwendung selbst angesetzter und rein natürlicher Putzmittel steht bei dem Start-up aus Berlin der soziale Aspekt im Mittelpunkt. Das bedeutet Festanstellung, faire Löhne und die Würdigung der Raumpflege als echtes Handwerk.

Der Reinigungsmarkt in Deutschland ist von Lohndumping und Ausbeutung geprägt. Sucht man für seine Privaträume jemanden, der regelmäßig sauber macht, landet man wohl oder übel bei dem Modell, das alle nutzen: Schwarzarbeit. Julia Seeliger und Luise Zaluski aus Berlin ging es da nicht anders. Sie suchten vor drei Jahren vergeblich nach einem Reinigungsunternehmen, das ihren ökologischen und sozialen Standards entsprach. Daraus entstand die Idee, einfach selbst aktiv zu werden. Die beiden Frauen entwickelten ein Konzept für einen öko-fairen Reinigungsdienst, um unter anderem ihrer Reinigungskraft ein gutes Job-Angebot machen zu können. Das klappte dann zwar leider nicht, aber die Begegnung diente als Inspiration für das Unternehmen Klara Grün, das Anfang 2019 das Licht der Welt erblickte.

Der Name Klara Grün steht für saubere, ökologische Reinigung und die weibliche Führung. Damit wollen die beiden Jungunternehmerinnen nicht weniger als den Putzmarkt revolutionieren: mit fairen Arbeitsbedingungen und einem verbesserten Image der „Putzfrau“. Luise Zaluski und Julia Seeliger über ihr besonderes Konzept, ihre eigenen Vorurteile und über die Zukunft von Klara Grün …

 

Bevor Sie Klara Grün gegründet haben, waren Sie beide als Unternehmensberaterin und Kommunikationsstrategin tätig. Das ist ja ein ziemlich überraschender Branchenwechsel. Wie hat Ihr Umfeld reagiert?

Am Anfang waren wir uns selbst nicht sicher, wo die Reise hingeht. Ob es ein Experiment bleibt oder ob ein echtes Unternehmen aus unserer Idee wird. Beim Schreiben des Businessplans haben wir nämlich gemerkt, dass auch wir alle gesellschaftlichen Vorurteile über Putzfrauen in uns getragen haben. Ähnlich war es mit unseren Familien und Freund*innen, die überrascht waren, dass wir nun in „so einer” Branche unterwegs sind. Das hat sich aber mittlerweile verändert, bei uns selbst und in unserem Umfeld. Alle haben verstanden, dass es wichtig ist, dieses Vorbild zu schaffen und zu beweisen, dass auch Reinigung ökologisch und fair geht.

Und der Erfolg gibt Ihnen recht. Sie suchen ständig neue Mitarbeiter*innen. In der Stellenausschreibung auf Ihrer Homepage heißt es: „Willst du mit uns die Welt ein bisschen besser machen?“ Wie wollen Sie die Welt besser machen?

Das Putz-Starter-Set: alle Putzmittel werden selbst angerührt und sind zu 100 Prozent ökologisch

Auf verschiedenen Ebenen. Zum einen ist da der ökologische Aspekt: Wir zeigen, dass es nur wenige und für Mensch und Umwelt unschädliche Reinigungsmittel braucht, um richtig gut sauber zu machen. Da wir alle Reinigungsmittel selbst anrühren und auch wieder auffüllen, sparen wir zudem sogar Müll. Dann gibt es den sozialen Aspekt: Wir bezahlen unsere Mitarbeiter*innen über Tariflohn, passen Dienstpläne an die jeweilige Lebenssituation an, veranstalten regelmäßig Team-Events und Schulungen. So stellen wir sicher, dass wir einerseits gute Qualität liefern und andererseits unsere Mitarbeiter*innen fördern. Und dann ist da drittens noch der ökonomische Aspekt, denn wir sind nicht nur Idealistinnen, sondern auch Unternehmerinnen. Das bedeutet, wir wollen ein tragfähiges Unternehmen aufbauen. Und das in einer Branche, in der viele Akteure durch Schwarzarbeit, Ausbeutung und Preisdumping schnellen Gewinn erzielen wollen. Wir möchten hier ein Gegenmodell bieten und zeigen, wie es anders gehen kann.

Anders ist bei Ihnen einiges wie der respektvolle Umgang mit Ihren Mitarbeiter*innen. Wenn Sie Büroräume reinigen lassen, versuchen Sie, immer eine halbe Stunde Überschneidung zwischen Reinigungskraft und Büromitarbeiter*in einzuplanen. Damit beide Parteien sich gegenseitig kennenlernen. Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?

Wir haben bisher sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Klar braucht es auf beiden Seiten manchmal ein bisschen Eingewöhnung, aber da wir von Anfang an offen und direkt damit umgehen, klappt das in den meisten Fällen super. Zwischen unseren Mitarbeiter*innen und Kund*innen entstehen so vertrauensvolle und aufrichtige Beziehungen. Außerdem ist es unser Ziel, dass unsere Raumpfleger*innen dadurch auch Berater*innen werden und unseren Kund*innen direkt Tipps zur ökologischen Raumpflege geben können.

Wie sieht die Zukunft von Klara Grün aus?

Aktuell kämpfen wir wie viele andere Unternehmen noch mit den Umsatzeinbußen durch den Corona-Lockdown. Allerdings merken wir auch, dass Reinigung und Hygiene natürlich noch viel gefragter sind als vorher. Wir haben derzeit sehr viele Anfragen. Schon seit dem letzten Jahr arbeiten wir zudem an zwei neuen Unternehmensbereichen: Wir planen den Verkauf unserer eigenen Produkte und werden ab Herbst Workshops und Coachings anbieten.

Klara Grün ist also mehr als einfach nur ein Reinigungsunternehmen, oder? Sie betrachten das Putzen aus einer anderen Perspektive …

Bei Klara Grün verwenden wir das Wort Raumpflege, statt einfach nur „putzen“ zu sagen. Auch wenn es ein bisschen geschwollen klingt, so ist es doch wahr, dass Raumpflege wertiger klingt als putzen. Gleiches gilt auch für den Beruf: „Putze“ weckt negative Assoziationen in vielen Köpfen, ob wir das nun wollen oder nicht. Die Aufgaben werden als banal eingestuft, gleichgültig und nicht besonders gut erledigt. Räume zu pflegen, bedeutet hingegen: mit Umsicht und Sorgfalt arbeiten. Es ist wichtig, sich mit den Räumen auseinanderzusetzen, sie zu lesen und zu verstehen. Darin schulen wir unser Team intensiv und machen so das Reinigen wieder zu einem echten Handwerk, denn genau das ist es!

Mehr Infos unter:

https://www.klara-gruen.de

 

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