Anstatt sie wegzuwerfen, wird in den BrotRetter-Filialen in Lübeck und Hamburg Brot vom Vortag günstig verkauft. Ein Teil der Angestellten sind Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt sonst kaum eine Chance hätten.

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von Florian Roithmeier

„Wir geben Menschen und Broten eine zweite Chance“, sagt Tobias Schulz, Geschäftsführer der Bäckerei-Kette Junge. Er und Unternehmenssprecher Gerd Hofrichter hatten die Idee zu den BrotRettern. Das Konzept: Brot, das in den Junge-Bäckereien nicht verkauft wird, aber noch einwandfrei ist, geht in die BrotRetter-Läden. Dort gibt es das übliche Bäckerei-Sortiment, also zum Beispiel Kuchen, belegte Brötchen usw. zum Normalpreis – aber eben auch günstiges Brot vom Vortag.

Ein Teil der Angestellten in den Läden sind Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Sie bekommen so die Chance, ins Berufsleben zurückzukehren.

1.000 Laibe Brot werden jede Woche gerettet

Und so funktioniert Brotretten: Die Bäckerei-Kette Junge versorgt ihre Filialen laufend mit frischen Backwaren. Aber selbst, wenn sie abends günstiger verkauft werden, bleibt immer einiges übrig.

Was also tun mit den Resten? Zunächst geht das nicht verkaufte Brot zurück an den Junge-Stammsitz. Ein Teil der Retoure geht dann an die Tafeln, einen Teil holen sich die BrotRetter ab. Etwa 1.000 Laibe Brot rettet Junge damit jede Woche. Bei den Kund*innen kommt das an: Die beiden BrotRetter-Läden im Hamburg-Lohbrügge und in Lübeck öffnen um 8 bzw. 9 Uhr und schließen, wenn alles verkauft ist – und das kann manchmal schon vor Kassenschluss der Fall sein…

Im „Rettungseinsatz“: Ein BrotRetter mit Einsatzfahrzeug 😉

Ein Minusgeschäft – aber darum geht es nicht

Wirtschaftlich rentabel sind die BrotRetter für das Unternehmen nicht: Am Ende jedes Jahres steht ein Minus von 80.000 Euro. Aber: „Es geht nicht um einen betriebswirtschaftlichen Erfolg. Wir wollen Ware retten und Menschen eine sinnvolle Beschäftigung geben“, so Gerd Hofrichter.

Die eine Hälfte der Angestellten in den BrotRetter-Läden sind Mitarbeiter*innen von Junge, beispielsweise die Filialleiter. Die andere Hälfte sind Menschen, die aus schwierigen sozialen Verhältnissen kommen oder kaum eine Chance auf dem regulären Arbeitsmarkt haben. Sie bekommen hier eine vollwertige, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Für diese Mitarbeiter*innen ist in Lübeck die Vorwerker Diakonie zuständig, in Hamburg ein Sozialarbeiter von Hinz und Kunzt, dem größten Beschäftigungsprojekt Hamburgs für Obdachlose.

Der Werdegang von BrotRetter Stefan ist besonders beeindruckend: Lange Zeit arbeitslos, fand er durch die BrotRetter zurück ins Leben. Mittlerweile ist er fest bei Junge angestellt!

Ausgezeichnet!

Das Konzept ist im wahrsten Sinne ausgezeichnet: 2017 haben die BrotRetter den Bundespreis gegen Lebensmittelverschwendung erhalten, den das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft jedes Jahr vergibt. Herzlichen Glückwunsch und weiter so! 🙂

 

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