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Change is female:
Frauen, die heute schon Geschichte schreiben

Frauen, die die Welt verändern! Im Buch „Change is female“ sind Portraits von unterschiedlichsten Frauen zu finden, die etwas bewegen möchten.
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von Gerda Stauner

Der Knesebeck Verlag hat ein wunderbares Buch veröffentlicht, in dem 28 Frauen gezeigt werden, die die Welt verändern. „Change is female“ ist in die Rubriken Film, Forschung & Wissenschaft, Journalismus, Klimaschutz, Menschenrechte, Musik, Politik & Wirtschaft und Sport unterteilt. Neben tollen Illustrationen von Jan Hendrik Ax finden sich mehrseitige Texte von Mareike Graepel zu allen Portraitierten. Jede für sich hat einen Weg gefunden, Missstände aufzuzeigen, neue Technikwelten zu erobern oder für sich und andere Menschen einzustehen und so den Weg für die nächste Generation zu ebnen. Jede dieser Frauen trägt dazu bei, eine lebenswertere Gesellschaft zu gestalten.

Braucht es im Jahr 2023 ein Buch, in dem nur Frauen vorgestellt werden, die die Welt verändern? Ist es im Zuge der Gleichberechtigung nicht an der Zeit, die Aufmerksamkeit gleichermaßen auf Männer und Frauen zu richten? Ja, der Fokus sollte gleichberechtigt auf beiden Geschlechtern liegen und aus diesem Grund kommt das Buch „Change is female“ genau richtig. Denn leider leben wir immer noch in einer Gesellschaft, in der Frauen und Männer nicht zu gleichen Teilen Raum und Beachtung in der Öffentlichkeit finden.

Aktuell sind nur knapp 35 Prozent der Mitglieder im Bundestag weiblich, 14 Prozent der Vorständ*innen von DAX-Unternehmen waren im letzten Jahr Frauen und die Gender Pay Gap liegt immer noch bei 18 Prozent. Aus all diesen Gründen ist es wichtig, dass weibliche Role Models gezeigt werden, um Mädchen und jungen Frauen Mut zu machen. Denn Engagement kann und muss auch von Seiten des vermeintlich schwachen Geschlechts kommen. Die Idee zum Buch kam interessanterweise von einem Mann, der keine Angst davor hat, starken Frauen eine Plattform zu bieten.

 

28 Frauen, die die Welt verändern

Autorin Mareike Graepel
Illustrator Jan Hendrik Ax

Jan Hendrik Ax, geboren 1992, arbeitet als Freelancer für verschiedene Agenturen und trat mit dem Vorschlag, ein Buch über starke Frauen zu machen, an den Knesebeck Verlag heran. Dort war man sofort begeistert und stellte ihm die freie Journalistin und Autorin Mareike Graepel zur Seite, um an einem Buch über weibliche Role Models zu arbeiten. Herausgekommen sind dabei besondere Illustrationen und Texte über 28 außergewöhnliche Frauen, die mit ihrem Tun Vorbildfunktion haben und die Welt bereichern. Darunter werden bekannte Namen wie Greta Thunberg, Malala Yousafzai oder Billie Eilish, aber auch weniger bekannte Frauen vorgestellt.

Die Schauspielerin Florence Kasumba ist sowohl Tatort-Kommissarin, als auch als Marvel-Filmstar.

Zum Beispiel findet sich in „Change is female“ die Geschichte der deutschen Schauspielerin Florence Kasumba, die sowohl als Tatort-Kommissarin in der ARD, als auch als Marvel-Filmstar in US-amerikanischen Kinoproduktionen eine gute Figur macht. Kasumba wurde in Uganda geboren, kam aber schon in jungen Jahren nach Deutschland und bezeichnet sich selbst als Ruhrpottpflanze. Sie sagt, sie sei nicht politisch. Trotzdem würde sie gerne wissen, was den Menschen wiederfahren ist, die extremistische Parolen schreien. Kasumba möchte verstehen, wieso sich jemand zum Beispiel ausländerfeindlich verhält. Ihre Rollen wählt sie genau aus und lehnt auch schon mal ein Angebot ab, wenn ihr im Skript Worte wie „Bist du behindert?“ in den Mund gelegt werden. Man hätte eine gewisse Verantwortung, wenn man Kunst mache, meint die Schauspielerin dazu. Dieses Rückgrat würde man vielen männlichen Schauspielkollegen wünschen.

 

Aus Georg wird Georgine

Leiterin des WDR-Studios Essen Georgine Kellermann

Es braucht schon sehr viel Mut, um sich als Journalist, der im öffentlichen Fernsehen als Mann zu sehen ist, mit 62 Jahren als Frau zu outen. Die Leiterin des WDR-Studios in Essen, Georgine Kellermann, hat diesen Schritt gewagt. Sie sagt im Interview, sie hätte schon in der Pubertät gespürt, dass sie eher ein Mädchen als ein Junge sei. Aber in den 1960er Jahren war der Begriff „trans“ noch nicht gängig, und für Kellermanns Eltern war die Vorstellung, auf einmal keinen Sohn, sondern eine Tochter zu haben, nicht denkbar.

Trotzdem hat die Journalistin, die jahrelang als Mann lebte, einen Weg gefunden, ihre weibliche Seite auszuleben. Meist jedoch heimlich oder in einem extrem geschützten Umfeld. Erst Mitte der 1980er Jahre begann sie, auch ihr engeres, berufliches Umfeld einzuweihen. 2019 wurde schließlich offiziell aus Georg Georgine. Für diesen Mut bekam die Journalistin 2021 den Pride Award des Hamburg Pride e. V. Georgine Kellermann ist damit als Person des öffentlichen Lebens sicher ein Vorbild für viele Menschen, die sich nicht mit dem ihnen bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht identifizieren.

 

Stimme gegen Gewalt an Frauen

Dass sie einmal den Friedensnobelpreis erhalten würde, hätte die 1993 im Irak geborene Nadia Murad Basee Taha sicher nicht gedacht. Bis zum August 2014 lebte sie im Kreis ihrer Familie als jüngstes von elf Geschwistern in Kocho, im Norden des Irak. Doch mit dem Überfall des IS auf ihr Dorf und dem darauffolgenden Genozid an der jesidischen Gemeinschaft verändert sich das Leben der jungen Frau für immer. Sechs ihrer Brüder und ihre Mutter werden vor ihren Augen getötet, insgesamt 18 Familienmitglieder sterben bei dem Überfall.

Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad Basee Taha

„Sie wollten die jesidische Gemeinschaft auslöschen und haben uns vor die Wahl gestellt, zu sterben oder zum Islam zu konvertieren. Zweifellos hat der IS Völkermord begangen“, sagt Nadia. Sie bleibt am Leben und wird mit allen anderen Frauen und Kindern des Ortes versklavt und nach Mossul verschleppt. Drei lange Monate muss sie in der Gewalt eines IS-Kämpfers verbringen, wird gefoltert, vergewaltigt und erniedrigt. Doch dann gelingt ihr die Flucht und über Umwege kommt sie schließlich nach Deutschland, wo sie einen neuen Anfang wagt. Und sie spricht über das, was ihr widerfahren ist. 2016 laden sie die Vereinten Nationen ein, um über den „sexuellen Dschihad“ zu sprechen. Sie bekommt den Sacharow-Preis, den Václav-Havel-Menschenrechtspreis und 2018 sogar den Friedensnobelpreis. Nadia weiß, dass ihr all das ihre Mutter nicht zurückbringt. Aber sie möchte verhindern, dass diese Art der Kriegsführung, Vergewaltigung als Kriegswaffe, auch anderen Frauen passiert. Deshalb schweigt sie nicht.

 

Starke Frauen, die zur Veränderung aufrufen

In „Change is female“ finden sich auf über 190 Seiten 28 Portraits unterschiedlicher Frauen aus allen Teilen dieser Erde. Sie engagieren sich für den Klimaschutz und für Menschenrechte, gegen Rassismus und die Zerstörung unseres Planeten, profilieren sich in männerdominierten Berufen und zeigen mit Mitteln der Kunst Missstände in Gesellschaften auf. All diese Frauen haben eins gemeinsam: Sie gehen mutig ihren Weg und lassen sich nicht davon abbringen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Einen Ort, für Frauen und Männer gleichermaßen.

 

 

Das Buch ist im Knesebeck Verlag erschienen. Weitere Infos dazu findet ihr hier: https://www.knesebeck-verlag.de

 

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