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Community Kitchen:
Gemeinsam Lebensmittel retten

In der Community Kitchen werden nicht nur Lebensmittel vor dem Müll bewahrt. Im hauseigenen Restaurant kann man gut und günstig schlemmen.

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von Gerda Stauner

Eine Großküche im Münchner Stadtteil Neuperlach, die pro Woche 15 Tonnen Lebensmittel vor dem Wegwerfen bewahrt, klingt nach einer schönen Utopie. Doch die „Community Kitchen“ gibt es tatsächlich und ihre Mission ist einfach: gemeinsam gegen Lebensmittelverschwendung angehen. Denn alleine in München werden jeden Tag circa 168 Tonnen verzehrfähiges Essen weggeworfen. Das Unternehmen hat es sich zur Aufgabe gemacht, verzehrfähige Ware vor der Mülltonne zu retten und daraus in einem eigenen Lokal frisch zubereitete Mahlzeiten anzubieten. Jede und jeder ist dort herzlich willkommen, und sonntags gibt es einen All-you-can-eat-Brunch für weniger als zehn Euro. Wir haben bei Natalia Gath nachgefragt, die bei der Community Kitchen für Marketing und Kommunikation zuständig ist, ob die Idee auch wirklich aufgeht.

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Das Angebot auf der Webseite der Community Kitchen ist beeindruckend. Das Unternehmen sammelt nicht nur Lebensmittel, die auf dem Müll landen würden, sondern macht daraus auch noch leckere Mahlzeiten. Zum einen wird das Essen im eigenen Lokal zu sensationell günstigen Preisen angeboten. Ein Hauptgericht kostet 5,50 Euro, Salate und Sandwiches 2,50 Euro. Es gibt aber auch noch die Möglichkeit, Catering zu bestellen. Natalie Gath erklärt, wie das genau funktioniert: „Wir retten verzehrfähige Lebensmittel im großen Stil, mehrere Paletten pro Woche, und zaubern daraus köstliche Mahlzeiten für unser Lokal und unsere Caterings.”

 

Community Kitchen, ein bunter Ort für alle

Das hauseigene Restaurant ist ein bunter Treffpunkt.

Um all diese Aktivitäten unter einen Hut zu bringen, ist viel Organisation und auch tatkräftige Hilfe von vielen, teilweise auch ehrenamtlichen Helfer*innen gefragt, wie Natalie Gath betont: „Wir haben ein tolles Team aus mittlerweile dreißig Mitarbeiter*innen, die sich dem Retten von Lebensmitteln als wirksamste Maßnahme im Klimaschutz verschrieben haben.” Ziel dabei ist es, die Lebensmittelverschwendung deutlich zu reduzieren. Mit dem eigenen Restaurant, das in der ehemaligen Kantine einer Versicherung untergebracht ist, haben die Macherinnen der Community Kitchen einen bunten Ort geschaffen, an dem es Austausch und eine frische Mahlzeit gibt. Jede und jeder ist dort willkommen.

Die Gründerinnen der Community Kitchen Günes Seyfarth und Judith Stiegelmayr sind beide Macherinnen, die sich gerne neuen Herausforderungen stellen. Günes ist bereits seit zehn Jahren als Lebensmittelretterin unterwegs und arbeitet nach dem Motto „Verlieb dich in das Problem, nicht in die Lösung“. Judith, eine studierte Sportökonomin, ist der Meinung, dass der Bizeps vom Salat wächst, vor allem, wenn man ihn zuvor gerettet hat. Beide vertreten die Auffassung, dass Klimaschutz auch Spaß machen kann. Vor allem dann, wenn man aufisst, was eh schon da ist.

 

Gutes tun für den Klimaschutz

Leckere Desserts aus geretteten Himbeeren

Doch woher kommen die Lebensmittel, die in der Community Kitchen verarbeitet werden? Natalie Gath erklärt es so: „Es ist eine WinWin-Situation: Dadurch, dass wir die Lebensmittel retten, muss der entsprechende Hersteller oder Lieferant keine Müllgebühren zahlen und tut gleichzeitig noch etwas Gutes für den Klimaschutz. Wir haben uns unter anderem ein Lieferanten-Netzwerk auf dem Münchner Großmarkt aufgebaut, über das wir die Lebensmittel beziehen.”

Dabei werden hauptsächlich Obst und Gemüse gerettet, es kam aber auch schon vor, dass plötzlich 42 Paletten Joghurt vor der Küchentür standen. Die Macherinnen der Community Kirchen freuen sich über alles, das nicht im Müll landen muss und zaubern dank ihrer Kreativität jeden Tag aufs Neue viele verschiedene und vor allem köstliche Mahlzeiten.

 

Umweltbildung für Groß und Klein

Die Macherinnen der Community Kitchen mit Dr. Jane Goodall am Day of Hope

Bisher hat die Idee der Gemeinschaftsküche noch keine Nachahmer*innen in anderen Städten gefunden. Doch Natalie ist guter Dinge, dass dies bald kommen wird. Denn in Neuperlach haben sie die Erfahrung gemacht, dass bei ihren Gästen seit der Eröffnung vor zwei Jahren ein Umdenken stattgefunden hat. „Unsere Gäste sind definitiv sensibler im Umgang mit Essen geworden. Aber es besteht noch sehr viel Aufklärungsbedarf, was das Thema Lebensmittelverschwendung angeht.”

Daher bieten die Macherinnen immer wieder Umweltbildungs-Workshops für Kinder und Erwachsene an. Bildungsarbeit für Schüler*innen steht ebenfalls auf dem Programm. Beim letzten Girls-Day lud die Community Kitchen 50 Interessierte in die Küche ein, um einen Tag lang dort zu schnuppern. Und beim Day of Hope zeigten sie Schüler*innen, wie man ganz einfach leckere Smoothies macht.

 

Lebensmittel für den Klimaschutz retten

Das Ziel all dieser vielfältigen Aktivitäten ist es, die Lebensmittelverschwendung dauerhaft zu reduzieren. Denn laut www.drawdown.org ist das die wirksamste Methode im weltweiten Klimaschutz. Doch dieses Ziel ist noch lange nicht erreicht. Natalie bringt auf den Punkt, was sich die Macherinnen der Community Kitchen wünschen: „Lebensmittelverschwendung muss endlich auf die politische Agenda als eine der wirksamsten Maßnahmen im Klimaschutz kommen!”

 

Weitere Informationen zur Community Kitchen findet ihr hier: https://community-kitchen.com/

 

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