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Hinter dem Projekt „Oh Woman“ stecken zwei Münchnerinnen, die mit einem Brettspiel über die Periode frühzeitig aufklären und die Scham nehmen wollen.

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von Isolde Hilt

Sie haben es geschafft: Die Münchnerinnen Tania Hernández und Stephanie Renz haben über 20.000 Euro für ihr Projekt OH WOMAN via Crowdfunding eingesammelt. Hinter OH WOMAN steht die Vision einer frühzeitigen Aufklärung, die Spaß macht und frei von Scham ist.

Das Leben hält immer wieder Überraschungen parat – so auch für Tania Hernández und Stephanie Renz. Den Inhaberinnen eines Design-Studios ging es wie vielen in der Zeit des Lockdowns: Aufträge blieben aus oder wurden storniert. Die beiden Münchnerinnen wussten diese Zeit zu nutzen und entwickelten unter dem Namen „Oh Woman“ ein Spiel, das mehr über den weiblichen Körper und die Periode aufklärt. Denn auch wenn der Zugang zu Informationen im digitalen Zeitalter leichter zu sein scheint, an manchen Gegebenheiten bleiben Tabus hartnäckig kleben. So machten auch die beiden Münchnerinnen, 29 und 25 Jahre jung, ähnliche Erfahrungen wie bereits ihre Mütter: Aufklärung in der Pubertät ist nach wie vor mit Scham behaftet: „Wir möchten Mythen um den weiblichen Körper spielerisch auflösen, weibliche Sexualität und Periode enttabuisieren. Wir möchten frühzeitig aufklären.“ 

„Wusstest du, dass Vagina und Vulva nicht dasselbe sind? Oder dass Periodenblut kein Blut ist?“ Fakten, so Tanja und Stephanie, die sie gerne schon während ihrer Pubertät erfahren hätten. Ihre Erinnerungen an schwitzende Biolehrer*innen, die beim Wort „Sex“ zu nuscheln beginnen und das Geschlechtsleben einzig als Zeugungsakt von Kindern beschreiben, unterscheiden sich doch nicht so sehr von den Erfahrungen früherer Generationen. Ein deutlicher Hinweis, dass Aufklärung nottut, die leicht und spielerisch passieren darf.

 

Mehr erfahren über den weiblichen Körper und die Periode

Was ursprünglich als kleine Spielerei mit einem Fünkchen Hoffnung – es könne vielleicht doch mehr daraus werden – begann, hat sich inzwischen zu einem vielversprechenden Start-up gemausert. Vor einer Woche endete eine Crowdfunding-Aktion, die dem kreativen Duo knapp 21.000 Euro bescherte. Genug, um das Periodenbrettspiel produzieren zu können. „Mit diesem Spiel möchten wir Menschen motivieren, Fragen zum weiblichen Körper und zur Sexualität offen zu stellen. Wir kämpfen gegen das Tabu ‚Periode‘ in unserer Gesellschaft und klären mit ‚Oh Woman‘ frühzeitig über den weiblichen Körper auf.“ Insbesondere Mädchen im Alter von 10 bis 17 Jahren, deren Eltern, Erziehungsberechtigte und Menschen in einer aufklärenden Rolle wie Lehrer*innen oder auch Frauenärzt*innen sollen mit diesem Spiel angesprochen werden. Wichtig dabei sind der Spaß und die Freude an diesem Spiel, die Tabus am leichtesten entkräften helfen.

 

Das Spiel über die Periode hilft doppelt!

Tania Hernández und Stephanie Renz

Ein Spiel soll 35,50 Euro kosten. Davon gehen jeweils 1,70 Euro an den Berliner Verein perioden.system, der obdachlose Frauen mit Menstruationsartikeln versorgt. 600 Euro sind bereits im Spendentopf.

Derart beflügelt, stellen Tania Hernández und Stephanie Renz weitere Produkte und Spiele, die der Aufklärung dienen, in Aussicht. Immerhin steckt in „Woman“ das Wort „Man“. Aufklärung kann auch hier nur nützlich sein.

Mehr Infos zum Spiel über die Periode und das Projekt gibt es hier: www.ohwoman.de

 

 

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