Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Search in posts
Search in pages

Das Berliner Start-Up Unternehmen produziert Kondome und Periodenprodukte, die nachhaltig, fair und ziemlich witzig sind

Gefällt dir? Vielen Dank fürs Teilen!

 

von Kristin Frauenhoffer

Die einhorn-Gründer Waldemar Zeiler (links) und Philip Siefer

Hände hoch, wer das kennt: Man möchte eigentlich nur Kondome kaufen und während man zur Kasse schleicht, fühlt man sich irgendwie beschämt. Deshalb kauft man zusätzlich noch eine Packung Chips, die dann die Kondome auf dem Kassenband verdeckt. Was wäre aber, wenn die Kondome schon in einer von namhaften Designern gestalteten Chipstüte daherkämen? Dann wäre die Vorfreude zu zweit schon an der Kasse garantiert. Das dachten sich Waldemar Zeiler und Philip Siefer, als sie 2015 ihr Unternehmen einhorn gründeten.

Nachhaltigkeit, faire Produktion und freches Design

Doch das ist noch lange nicht alles: Einhorn produziert nicht einfach nur Kondome in witzigen Verpackungen. Die beiden Berliner Start-Up-Gründer Waldemar Zeiler und Philip Siefer verfolgen ein ganzheitliches Konzept, das sich aus Nachhaltigkeit, fairer Produktion und frechem Design zusammensetzt. Was bedeutet das?

Kondome sind meist Mittel zum Zweck. Sie schützen vor Krankheiten und sind ein sicheres Verhütungsmittel. Wie man sie allerdings herstellt, wissen die wenigsten. Die Grundlage ist Naturkautschuk. Dieser wird in einem aufwändigen Prozess vorrangig in Asien produziert. Daraus folgt, dass diejenigen, die am meisten Arbeit haben, kaum etwas von den Erlösen erhalten. Außerdem werden für die Produktion teilweise große Flächen Regenwald abgeholzt, um Kautschukbäume zu pflanzen. Diese anfällige Monokultur muss dann wiederum gespritzt werden, was dem Boden schadet. Das möchten die beiden einhorn-Gründer ändern.

50 Prozent der Gewinne fließen in „Fairstainability-Projekte“

Philip Siefer und Waldemar Zeiler möchten beweisen, dass ein Unternehmen profitabel sein und einen Mehrwert für Menschen und Umwelt leisten kann. einhorn ist ein soziales Unternehmen, das 50 Prozent seiner Gewinne in sogenannte „Fairstainability“-Projekte steckt. Diese Wortneuschöpfung vereint die Begriffe Nachhaltigkeit (sustainability) und fair. Die Projekte umfassen dabei zum Beispiel eine faire Entlohnung der Arbeiter*innen auf den Partnerplantagen, den Einsatz biologischer Spritzmittel und umweltfreundliche Verpackungen. Transparenz ist den Gründern ebenso wichtig: Wofür genau sie das Geld verwenden, kann man auf ihrer Homepage in den jährlichen Fairstainability-Reports nachlesen.

Qual der Wahl: Tyrannosaurus Sex oder Fummeldschungel

provokant, aber witzig: das Einhorn Periode-Shooting

Mittlerweile hat sich das Produktsortiment von einhorn erweitert. Es gibt Menstruationsprodukte wie Periodentassen, ökologische Tampons und Slipeinlagen. Auf der Homepage lässt sich nachvollziehen, wie und wo sie hergestellt werden und warum sich der Kauf lohnt. Da bekommt man das gute Gewissen gleich mitgeliefert. Und Spaß macht ein Scrollen über die Webseite auch: Alle Artikel haben klangvolle und zu den Illustrationen passende Namen wie Fummeldschungel, Foodporn oder Tyrannosaurus Sex. Zusätzlich geben „die Einhörner“, wie sie sich selbst nennen, humorvolle Tipps – zum Beispiel, wie ein Jahresvorrat an einhorn-Kondomen zu verwenden ist: „Empfohlene Wochendosis beträgt zu Beginn 1 einhorn. Sobald alle 49 einhörner nach 49 Wochen stetiger Anwendung aufgebraucht sind, empfehlen wir 3 Wochen Pause, um dann endlich in den Fortgeschrittenen-Status zu wechseln.“ Dieser Fortgeschrittenenstatus ist dann ein Kondom-Abo. einhorn ist damit ein Beispiel für ein modernes, humorvolles und gleichzeitig verantwortungsvolles Unternehmen. Ein Unternehmen der Zukunft.

Junge Künstler*innen designen die Verpackungen

Kondomtüte „Fummeldschungel“ (Foto: www.einhorn.my)

Kondomtüte „Foodporn“ (Foto: www.einhorn.my)

Es sind aber vor allem die Verpackungen, die bei den einhorn-Produkten als Erstes ins Auge stechen und letztlich zum Kauf anregen. Die witzigen Illustrationen und Bilder stammen von bekannten jungen Künstler*innen und Fotograf*innen. Sie entlocken dem oder der verschämten Käufer*in durchaus ein Lächeln. So macht der Kondomkauf endlich Spaß.

Das „Dinopaket“ (Foto: www.einhorn.my)

 

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt.

 

Auch interessant!

Banner Steady

Wenn du zuversichtliche, konstruktive Nachrichten schätzt, die für alle frei zugänglich bleiben sollen, freuen wir uns sehr, wenn du good news for you mit einem Beitrag finanziell unterstützt. Wir sind auf dich als User*in angewiesen, um unsere Arbeit absichern und weiter ausbauen zu können. Herzlichen Dank!

+ + + Das good news Telegram + + + Jeden Sonntag neu + + +

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

Deine Daten werden verschlüsselt übertragen. Deine IP-Adresse wird nicht erhoben.
Infos zum Datenschutz