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Über 65.000 Studierende engagieren sich weltweit an Hochschulen und entwickeln dabei Lösungen für soziale und ökologische Probleme.

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von Florian Roithmeier

Sie sind faul, machen nur Party… ein typisches Klischee über Studierende. Dabei sind viele von ihnen engagiert: im Kulturbereich, bei sozialen Tätigkeiten oder als Unternehmer*innen. Bei Enactus können Studierende soziales Engagement und Unternehmertum verbinden. Enactus sucht nach Lösungen für soziale Missstände oder Probleme. In über 30 Ländern sind mehr als 65.000 Studierende an etwa 1.700 Hochschulen aktiv – freiwillig und ehrenamtlich. Auch in vielen deutschen Hochschulstädten gibt es Enactus-Gruppen mit Engagierten. Ihr Motto: „Die Welt im Kleinen verbessern“.

Enactus kommt ursprünglich aus Amerika. Früher hieß die Organisation „Students in Free Enterprise“, kurz SIFE. Die Idee: Man wollte Studierende in den 1970er Jahren für soziale Marktwirtschaft begeistern. 1995 „importierten“ Austauschstudent*innen Enactus nach Europa und Asien. In Deutschland ist Enactus in Form mehrerer gemeinnütziger Vereine organisiert. Der Name steht für die drei wichtigsten Prinzipien: Entrepreneurial – der unternehmerische Geist, der die Studierenden leitet, action – aktiv und positiv die Welt gestalten, us – Gemeinsamkeit in Werten und im Handeln.

Der Weg von der Idee zur Lösung

Grundsätzlich entstehen die Teams aus der Eigeninitiative von Studierenden. Sobald sich ein Team an einer Hochschule gefunden hat, kontaktiert es Enactus Deutschland, um die nächsten Schritte zu besprechen und einen Lehrstuhl als Partner zu gewinnen. Die Teams organisieren sich wie kleine Unternehmen mit Leitung, HR, Marketing, IT sowie Finanzen und entwickeln Geschäftsmodelle. Die Bandbreite der Ideen ist enorm: Sie reicht von einer speziellen Hose für Rollstuhlfahrer*innen bis zur KonFAIRtüre, die Menschen mit geistiger Behinderung aus aussortiertem Obst herstellen. Allen Projekten ist gemein, dass sie ein Problem oder Missstände lösen wollen.

Enactus-Projekte finden weltweit Anerkennung

Ein Highlight für die Teams ist der Enactus National Cup, bei dem Teams aus ganz Deutschland zusammenkommen. Mit ihren Projekten treten sie gegeneinander an und stellen sich der Jury aus Wirtschaft, Medien, Wissenschaft, Politik und NGOs. Neben dem Wettbewerb bietet das Event auch die Möglichkeit, sich mit Sponsoren auszutauschen und zu netzwerken. Der nächste Enactus National Cup findet am 27. und 28. Mai in Wuppertal statt. Das Gewinnerteam qualifiziert sich für den Enactus World Cup, bei dem Teams aus der ganzen Welt gegeneinander antreten.

2011 ist das Regensburger Team mit „Spende dein Pfand“ sogar „Enactus-Weltmeister“ geworden. Das Team stellte an der Universität und OTH Regensburg gelbe Tonnen auf. Dort kann man Pfandflaschen hineinwerfen und sein Pfand somit spenden. Psychisch kranke Menschen, die es sonst auf dem Arbeitsmarkt schwer haben, leeren die Behälter. Die Betroffenen erhalten so eine geringfügig bezahlte Beschäftigung, die mit einem geregelten Tagesablauf, Verantwortung und Selbstorganisation verbunden ist. Die Idee von „Spende dein Pfand“ macht mittlerweile in ganz Deutschland und darüber hinaus Schule.

Aus kleinen Ideen werden nachhaltig orientierte Unternehmen

Dass aus einer anfangs kleinen Gruppe engagierter Studierender etwas Großes werden kann, zeigt das Projekt „Thriving Green“. Turkana-County in Kenia ist eine der ärmsten Regionen der Welt. Dürreperioden machen Landwirtschaft dort unmöglich. Viele Einwohner*innen hungern. Eine Gruppe Regensburger Studierender entwickelte eine Lösung dafür: Sie bauen vor Ort Spirulina an – eine Blaualge, die Menschen im Tschad und in Mexiko seit hunderten Jahren konsumieren. Spirulina ist an die extremen Bedingungen der Region angepasst. Hitze, Salzgehalt und pH-Wert – für andere Pflanzen tödlich, für Spirulina ideale Bedingungen. Seit 2019 hat Thriving Green einen zweiten Standort: in Ebukanga, im Westen von Kenia. Der Thriving Green e. V.  ist 2017 mit dem größten und bedeutendsten Umweltpreis der Welt ausgezeichnet worden: dem GreenTec Award. Das zeigt, welch großartigen Ideen aus dem Engagement Studierender bei Enactus hervorgehen können!

Das Team von Thriving Green e. V., das aus Enactus Regensburg hervorging, baut mit den Menschen vor Ort Spirulina an.

So kann man mitmachen und Enactus unterstützen

Wer Lust hat, sich bei Enactus einzubringen, kann online nachschauen, ob es in seiner bzw. ihrer Nähe eine Gruppe gibt. Dann kann jede*r das Projekt auswählen, das er unterstützen möchte. Auch Hochschulen, Unternehmen und Alumni sind eingeladen, sich einzubringen.

 

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