Der kleine Laden "Füllgut" in Regensburg geht mit gutem Beispiel voran. Wegen Inhaberwechsel wird über Crowdfunding Startkapital gesammelt.

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von Isabel Maier-Harth

 

Linsen, Erbsen, Couscous, Bulgur, Buchweizen – alles in Bioqualität

Im Schnitt produziert jeder Deutsche 213 Kilogramm Verpackungsmüll pro Jahr. Dass sich das mit etwas Umdenken und Übung reduzieren ließe, möchte die Regensburgerin Jasmin Simmel zeigen. Mit einer Crowdfunding-Aktion will sie die Mehrwegerei „Füllgut“ in der Regensburger Altstadt retten.

Plastikfrei einkaufen? Das geht seit dem 26. November 2016 im Herzen von Regensburg. Der Unverpacktladen „Füllgut“ bietet ein vielfältiges Sortiment: von Nudeln, Mehl, Backpulver über Zahnputztabletten und Seife bis hin zu Waschmittel – und das alles zum Selbst-Abfüllen. Man bringt seine eigene Verpackung mit oder kann vor Ort einen Behälter wählen: Mehrweggläser, Glasflaschen oder auch Stoffbeutel.

 

Junge Regensburgerin will den Laden „Füllgut“ unbedingt erhalten

Die Menschen in Regensburg haben den kleinen Laden gut angenommen. Mittlerweile gibt es viele Stammkunden, die regelmäßig mit gutem Gewissen dort einkaufen gehen.

Zu ihnen gehört auch Jasmin Simmel. Die 29-Jährige setzt sich seit einigen Jahren für den Umweltschutz ein, indem sie mit ihrem Projekt „Der Grüne Gourmet“ Menschen unter anderem ein Leben ohne Plastik näherbringt. Eines Tages bekam sie Wind davon, dass die Inhaber von „Füllgut“ den Laden aus persönlichen Gründen aufgeben müssen und einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin suchen. Die junge Frau fing an, darüber nachzudenken, das Projekt auf eigene Faust fortzusetzen: „Es wäre zu schade, wenn dieser gute Ansatz zur Müllvermeidung wieder verloren geht, bloß weil sich niemand für die Nachfolge finden lässt“, begründet sie ihre inzwischen getroffene Entscheidung.

 

Startkapital über eine Crowdfunding-Kampagne

Nun ist es soweit: Seit dem 5. Februar 2018 läuft auf startnext.com eine Crowdfunding-Aktion, um die Übernahme zu finanzieren. Man kann auf dieser Plattform nicht nur Spenden, sondern auch Gutscheine und Präsente kaufen, die man nach der Wiedereröffnung im Füllgut einlösen kann. Es geht hierbei um eine Vorfinanzierung. Das erste Fundingziel sind 25.000 Euro, um den Laden wieder eröffnen zu können. Mit dem zweiten Fundingziel – 40.000 Euro – könnte das Füllgut dauerhaft überleben; Jasmin Simmel würde dem Laden noch eine individuelle Note geben.

 

An Ideen mangelt es der jungen Regensburgerin ganz und gar nicht: „Ich möchte meine Getreidemühle mitbringen und auch meine Kaffeemaschine, um eine kleine gemütliche Ecke für einen Plausch zu schaffen. Den Keller könnte ich, falls Nachfrage besteht, für meine bisherigen Seminare herrichten und dort Veranstaltungen anbieten.“

Viel ist noch geplant und langweilig wird es mit Jasmin Simmel gewiss nicht. Freund*innen und Unterstützer*innen der Crowdfunding-Initiative haben sich bereits für eine Mitarbeit im Laden angeboten.

 

Es geht auch darum, die Sensibilität für weniger Verpackungsmüll zu schärfen

Falls du das Projekt unterstützen möchtest, suche dir auf Startnext ein Geschenk aus:

https://www.startnext.com/erhalte-das-fuellgut

Nur die Menge kaufen, die man braucht: Das spart Geld und ist ein guter Weg gegen Lebensmittelverschwendung.

Auch für Unternehmen kann eine Spende interessant sein: Ein Jahr lang erhalten sie auf einer Walk-of-fame im Laden einen Werbeplatz. Zudem dürfen sie direkt im Kassenbereich einen ganzen Monat lang ihren Betrieb bildlich und schriftlich vorstellen.

Am 19. Februar findet ab 18 Uhr für alle Unterstützer*innen im Füllgut (Obere Bachgasse 18, 93047 Regensburg) ein Halbzeit-Crowdfunding-Event statt. Wer den Laden bisher noch nicht kennt, kann sich an diesem Tag ein Bild davon machen und bei Snacks und Getränken mit anderen austauschen.

Je mehr Menschen sich von der Idee, verpackungsfrei einzukaufen, anstecken lassen, umso besser: Gemeinsam können wir viel bewegen und für ein nachhaltigeres Leben sorgen.

 

Weitere Infos unter:

http://füllgut-regensburg.de/

Hier finden sich Infos zum Laden in Regensburg.

Das Online-Portal smarticular.net stellt eine Karte zur Verfügung, auf der alle Geschäfte eingetragen sind, in denen man unverpackt einkaufen, teilen und leihen kann. Belgien, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Österreich, Schweden, die Schweiz und Tschechien sind ebenfalls mit aufgeführt.

 

Isabel Maier-Harth

Landschaftsarchitektin, Weltenbummlerin

Versucht, möglichst umweltbewusst zu leben.

Bekam zu Ohren, dass der Laden Füllgut Unterstützung braucht und meinte, das sei doch unbedingt ein Beitrag für goodnews-for-you.de

Das meinen wir auch: Herzlichen Dank für diesen Beitrag!

 

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