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Britisches Unternehmen für Baumpflanzungen hilft Menschen dabei, ihren ökologischen Fußabdruck auszugleichen – durch den Kauf von Bäumen oder die Arbeit als Baumpflanzer*in.

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von Kristin Frauenhoffer

Foto: Gone West

„Liebst du den Planeten? Liebst du die Menschen? Wenn du beide Fragen mit ja beantworten kannst, lohnt es sich dann nicht, in sie zu investieren?“ Die Fragen, die James am Telefon stellt, sind provokant, aber sie sind auch einfach. Und sie berühren einen wunden Punkt. Unser Planet leidet, die Menschen leiden deswegen und trotzdem handeln wir nicht. So zumindest sieht es James Hughes, Gründer der Baumpflanzfirma Gone West.

Alles begann mit einem Baumpflanzer …

Gone West hat es sich zur Aufgabe gemacht, jedem und jeder – von der Einzelperson bis zum multinationalen Unternehmen – die Möglichkeit zu geben, Bäume zu kaufen oder gleich selbst zu pflanzen, um den ökologischen Fußabdruck auszugleichen. „Wir pflanzen nun schon seit 10 Jahren Bäume. Es ist eine einfache Handlung, aber sie hat so viel Wirkung“, erklärt James. „Wenn jeder anfangen würde zu handeln statt zu reden, indem er nur einen kleinen Betrag investiert, könnten wir tatsächlich die Welt retten.“

James Hughes war einst ein Baumpflanzer und arbeitete für die Holzindustrie. Hier kam ihm die Idee für sein eigenes Unternehmen. Eine sehr einfache, aber bahnbrechende Idee: auf der einen Seite helfen, natürliche Lebensräume zu schaffen oder wiederherzustellen. Und auf der anderen Seite verantwortungsvolle, „grüne“ Arbeitsplätze anzubieten. Eine Herangehensweise, die neben den weltweiten ökologischen auch die sozialen Aspekte in den Fokus nimmt. Er war und ist immer noch von dem Wunsch getrieben, seinen Teil dazu beizutragen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. „Bäume sind viel mehr wert als ihr Gewicht in Holz“, unterstreicht er. Er nannte seine Firma „Gone West“, was so viel bedeutet wie „verrückt geworden“. Denn das antworteten ihm die Leute, wenn er von seinem Traum erzählte: Millionär werden! Nicht in Geld, sondern in Bäumen…

Gone West hat bereits 4 Millionen Bäume gepflanzt und es werden immer mehr

Die Baumpflanzer*innen bei ihrer Mission. Foto: Gone West

Heute hat Gone West mit Sitz in Liverpool über vier Millionen Bäume in verschiedenen Regionen der Welt gepflanzt. James hat sich also seinen Traum erfüllt, aber das ist erst der Anfang. Seine Website zeigt Projekte in Irland, Schottland und Wales sowie in Portugal, Spanien, Kenia und Bolivien, wo Gone West dank Partnerschaften mit einschlägigen lokalen Organisationen Pflanzaktionen durchführt. Der Grund für eine Bepflanzung variiert von Ort zu Ort – abhängig von der spezifischen Landschaft, dem Klima oder der Bodenbeschaffenheit. In Portugal zum Beispiel pflanzt Gone West Bäume, um Brände zu verhindern, aber auch, um bei der Wiederbewaldung der Region zu helfen. Das bedeutet, die Natur machen zu lassen und natürlichen Prozessen die Möglichkeit zu geben, das Land zu gestalten. In Irland geht es eher um Aufforstung, während in Kenia und Bolivien die Agroforstwirtschaft gefördert wird.

12 Bäume pro Jahr gleichen den CO2-Fußabdruck einer Person aus

Doch der Grund, warum ein Baum gepflanzt wird, ist zweitrangig. Die bloße Tatsache, der Natur Bäume zurückzugeben, ist bereits ein Gewinn. „Im Durchschnitt produziert jeder Mensch 12 Tonnen Co2 pro Jahr. Ein Baum ist in der Lage, im Laufe seines Lebens 1 Tonne Co2 auszugleichen und zu speichern“, erklärt James. Die Gleichung ist also einfach: Pflanzt man 12 Bäume pro Jahr, ist der CO2-Fußabdruck einer Person ausgeglichen.

Gone West will die Natur bewahren und zugleich Arbeitsplätze schaffen

Doch die Mission von Gone West endet nicht mit dem Erhalt der Natur. Jungen Menschen zu helfen und ihnen die Möglichkeit zu geben, selbst etwas für den Planeten zu tun, ist für James und sein Team ebenso wichtig. „Wir sind keine ehrenamtliche Organisation“, betont James. „Jeder, der für uns arbeitet, bekommt einen anständigen Lohn, der Ausbildung, Unterkunft und Treibstoff beinhaltet.“ Seinen Angaben zufolge verdient ein*e Baumpflanzer*in etwa 100 bis 200 Pfund pro Tag. Im Moment hat Gone West etwa 40 Arbeiter*innen auf seinen Plantagen und sucht ständig nach neuen. Die Pflanzzeit ist von September bis Juli und da die Arbeiter*innen oft von Ort zu Ort wechseln, gibt es immer etwas zu tun.

Körperliche Arbeit und Gemeinschaftsgefühl

Bäume pflanzen ist eine anstrengende Arbeit.  Foto: Gone West

Für den Job als Baumpflanzer*in ist keine Erfahrung erforderlich, aber Gone West erwartet Ehrlichkeit und Qualität. Obwohl die Arbeit körperlich sehr herausfordernd ist, lohnt sie sich auch. „Es ist wichtig, einen Sinn in dem zu haben, was man tut“, sagt eine Baumpflanzerin in einem Werbevideo auf der Website von Gone West. Was den Job eines Baumpflanzers angeht, so ist der Sinn ganz offensichtlich und sogar körperlich greifbar. Die Helfer*innen bei Gone West haben unterschiedliche Hintergründe und Lebensgeschichten, aber sie werden alle von der gleichen Kraft angetrieben wie Gone West-Gründer James: Sie wollen direkt handeln und ihren Teil dazu beitragen, den Klimawandel abzumildern. Das ist es auch, was Gone West zu mehr als einem reinen Baumpflanzunternehmen macht. „Es ist ein Gefühl von Gemeinschaft, das man hier bekommt“, sagt Geschäftsführer James, „egal ob man im Büro in Liverpool arbeitet oder als Pflanzhelfer*in auf dem Feld.“

“Die Größe des Unternehmens ist mir egal. Was zählt, ist die Absicht.”

Und es gibt noch andere Jobs bei Gone West, die anspruchsvoll sind, wenn auch auf ganz andere Weise. Die Abteilung Marketing und Vertrieb zum Beispiel hat so ein Jobprofil. Sie müssen zu dem oben erwähnten „wunden Punkt“ ihrer potenziellen Kund*innen vordringen und dann ihre Botschaft vermitteln. Laut James ist es nicht wichtig, wie viele Bäume man kauft. „Wir arbeiten mit vielen großen Unternehmen zusammen und sie kaufen viele Bäume, die Größe des Unternehmens aber ist mir egal“, betont er. Wichtiger für ihn sei die Absicht. Indem man einen Baum kaufe, handelt man. Und genau das sei es, was wir jetzt brauchen.

Ein großer Akteur fehlt: der Staat

Es ist noch ein ziemlich langer Weg bis dahin. Und auch wenn Gone West eine Kampagne hat, die Prinz Charles‘ The Prince’s Trust unterstützt, fehlt noch ein großer Akteur weltweit – „der Staat“, sagt James. Wenn sich jeder Staat  klar zum Klimaschutz bekennen würde, indem er in das Pflanzen von Bäumen investiert, könnten enorme Veränderungen erzielt werden. Es wäre zudem ein klares Zeichen an die Menschen im jeweiligen Land. Ein sehr starkes Zeichen sogar, dass sich der Staat um die Natur und Umwelt kümmert und Maßnahmen ergreift. Auf diese Weise könnten „normale“ Bürger*innen leichter überzeugt werden, selbst ihren Teil beizutragen.

Gone West unterstützt Projekte und Einzelpersonen bei der Umsetzung ihrer Ideen

Das ist ein weiterer Teil der Mission von Gone West: andere zu motivieren, ihrem Beispiel zu folgen. Wie? Zunächst lernen alle Angestellten in ihrer Ausbildung viel über Permakultur, Aufforstung und Wiederbewaldung. Einige kommen auch mit viel Vorwissen und teilen es mit anderen. So ist es nicht ungewöhnlich, dass diese Leute nach ihrem Arbeitseinsatz für Gone West versuchen, ein Projekt auf eigene Faust umzusetzen. James Hughes und sein Team fördern und unterstützen diese Aktivitäten dann.
Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen mit Projekten rund um den Globus zusammen, die sich auf Öko-Restauration und Permakultur spezialisiert haben. Diese Projekte haben das Land, das Wissen und die Mittel, um diese Bäume richtig zu pflanzen und zu pflegen. Was sie normalerweise nicht haben, ist eine Möglichkeit, finanzielle Unterstützer*innen zu erreichen. Genau hier kommt Gone West ins Spiel. James fasst zusammen: „Unser Ziel ist es, so viele Menschen wie möglich zu motivieren, direkt zu handeln. Nur gemeinsam können wir diese Welt verändern.“

 

Weitere Informationen über Gone West und wie ihr euch als Baumpflanzer*in bewerben könnt, findet ihr auf der Website.

Diesen Beitrag gibt es auch auf Englisch, um ihn mit Freund*innen in anderen Ländern zu teilen!

 

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt.

 

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