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GOOD ONES

… sind Menschen, die in der Welt etwas Gutes bewirken wollen

Meet the GOOD ONES: „Wir möchten der Welt zeigen, dass sie viel besser ist als man normalerweise denkt.“
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Interview: Isolde Hilt

Das Team von meet THE GOOD ONES

Das Angebot an guten, konstruktiven Nachrichten wächst. Vor kurzem sind wir auf meet THE GOOD ONES gestoßen – Video-Creaters aus Berlin, die auf ihrem YouTube-Kanal Geschichten über Menschen erzählen, die Gutes tun. Alle zwei Wochen stellen Guy Dimenstein und Mirjam Kornblum einen neuen GOOD ONE vor. Mirjam ist die Produzentin des Kanals, Guy erstellt die Episoden und moderiert die Serie. Sie kommen so gut an, dass sie gerade mit zwei Filmproduktionen für zwei Awards nominiert sind.

Letzte Woche haben wir meet THE GOOD ONES schon einmal online getroffen und beschlossen, dass wir enger zusammenarbeiten wollen. In einem ersten Interview stellen wir sie euch näher vor.

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Wie entstand die Idee zu „meet THE GOOD ONES“?

Guy: Ich wollte schon immer Filme machen und habe das auch an der Universität in Israel studiert. Als ich nach Berlin zog, stellte ich aber schnell fest, dass es für mich aufgrund der Sprachbarriere schwierig sein würde, in Deutschland Filme zu machen. Ich wurde Touristenführer und besaß ein eigenes Unternehmen. Alles war großartig, bis Corona kam und mich arbeitslos machte.

Um meine Familie zu ernähren, wandte ich mich wieder dem Schnitt zu. Ich erinnerte mich daran, dass mein Lebensinhalt eigentlich ist, Filme zu machen. Mit dem Verlust meines Geschäfts musste ich mich mit weiteren Schwierigkeiten in meinem Privatleben auseinandersetzen. Ich hatte das Gefühl, dass es überall, wo ich hinschaute, nur schlechte Dinge gab. Und so wollte ich etwas schaffen, das zumindest versucht, all das auszugleichen. Und dann war die Idee da, einen YouTube-Kanal zu schaffen, der eine Plattform für das Gute sein soll.

Nach einiger Zeit lernte ich Mirjam bei einem Dreh über Ozeankind kennen. Eine NGO, wo sie ehrenamtlich tätig war. Wir erkannten schnell, dass wir viel gemeinsam haben und begannen mit der Zusammenarbeit.

Was versteht ihr unter GOOD ONES?

Mirjam: Für uns sind GOOD ONES Menschen, die in der Welt etwas bewirken und sie ein bisschen besser machen wollen. Uns wurde klar, dass unsere Guten, auch wenn sie in unterschiedlichen Bereichen arbeiten, eines gemeinsam haben: Sie sind alle glücklich und erfüllt, weil sie tatsächlich etwas tun, das ihnen am Herzen liegt, Spaß macht, in ihren Augen sinnvoll ist und sie erfüllt. Für sich selbst, für unsere Nachkommen, die Natur und den Planeten. GOOD ONES wollen Menschen ein Vorbild sein und sie dazu ermutigen, es ihnen gleich zu tun und selbst aktiv zu werden. Wir haben dabei immer ein afrikanisches Sprichwort vor Augen: „Viele kleine Leute, die an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern.“

Wer waren eure ersten GOOD ONES?

Guy: Die ersten GOOD ONES waren Fremde. Es war die Pilotfolge. Ich wollte sehen, ob ich Fremde auf der Straße dazu bringen kann, einander Komplimente zu machen. Ich hatte Angst, dass es nicht funktioniert, fand aber bald heraus, dass es eigentlich ganz einfach ist. Sobald die Leute bereit waren, das Risiko einzugehen und es auszuprobieren, war jede Begegnung gleich – pure Freude und Erfüllung. Und mir wurde klar, dass ich etwas Großes vorhabe.

Das Interessante daran war, dass ich in diesem Moment verstand, wie Gutes funktioniert. Du schickst ein bisschen Gutes nach draußen und es kommt ein bisschen größer zu dir zurück. In Sekundenschnelle verbanden sich diese Fremden und ihre Stimmung hob sich. Es war so erstaunlich, weil es nicht nur sie, sondern auch mich und meine Crew berührte.

Es gibt überall Gutes. Uns fällt nur manchmal schwer, es zu sehen, und wir müssen uns verbinden, um es zu sehen. Als ich nach diesem Drehtag nach Hause kam, beschloss ich, weitere Folgen zu machen und der Welt zu zeigen, dass sie viel besser ist als man normalerweise denkt.

Wie viele Menschen habt ihr inzwischen porträtiert?

Es sind bald 100 Episoden. Und wir haben unzählige Reels produziert, die manchmal einzelne GOOD ONES oder Organisationen zeigen, über die wir aber keine Episode gemacht haben. Einmal haben wir eine Episode über den “World Cleanup Day” gemacht. Das war eine Zusammenarbeit mit vielen ehrenamtlichen Gruppen auf der ganzen Welt. Allein da konnten wir schon ein paar Hundert dokumentieren.

Was berührt euch besonders?

Guy Dimenstein, Gründer von meet THE GOOD ONES

Guy: Für mich ändert sich das ständig, je nach der Episode, die wir gerade machen. Es kann etwas Kleines sein wie zum Beispiel ein Obdachloser, der mir erzählt hat, dass dies das zweite Mal ist, dass jemand seine Haare berührt hat. Ein Friseur von “Barber Angels Brotherhood” hatte ihm einen kostenlosen Haarschnitt gegeben. Es kann aber auch etwas Großes sein wie die Folge über „Irrlichter“, eine inklusive Theatergruppe, die das Thema „Inklusivität“ nicht so relevant findet. Sie verstehen sich als eine Gruppe von Freunden, die gemeinsam Theater machen.

Mirjam: Bei mir ist das ähnlich. Wir treffen so viele Menschen, die selbstlos wundervolle Dinge tun und uns mit ihrer Energie in ihren Bann ziehen. Zum Beispiel Ebru und Daniela, die unabhängig voneinander beide Spenden für bedürftige Kinder sammeln, um ihnen an Weihnachten eine Freude zu machen und zur Einschulung Materialien für die Schule zu schenken. Und das tun sie alles in ihrer Freizeit!

Gibt es ein Erlebnis, das euch nachhaltig in Erinnerung geblieben ist?

Guy: Für mich war es die Episode, in der ich versuchte, Yehuda Poliker zu danken. Er ist ein berühmter israelischer Sänger, den meine Mutter verehrte. Bevor sie starb, hatte er etwas Unglaubliches für sie gemacht. In dieser Folge fand ich heraus, dass er auf einem Konzert in Berlin ist … Eine weitere GOOD ONE half mir dabei, hinter die Bühne zu kommen und mit ihm zu reden.

Mirjam: Ich hatte einen kleinen Fan-Moment, als wir uns das erste Mal mit Maike Plath trafen. Ich hatte vorher wochenlang ihr Hörbuch gehört und mich intensiv mit ihrer Arbeit und dem Veto Prinzip beschäftigt. Plötzlich sitzt sie vor mir und ich spreche mit der Frau, deren Stimme mir schon so vertraut war. Ich finde ihre Arbeit extrem wichtig, dass ich nur jedem ans Herz legen kann, sich mal auf ihren Websites umzuschauen und ihr Buch “Türwächter:innen der Freiheit” zu lesen.

Aktuell begleiten wir eine junge Theatergruppe im Heimathafen Neukölln, die mit dem Veto-Prinzip arbeitet. Junge Menschen zwischen 13 und ca. 20 Jahren entwickeln ein Theaterstück, das den Nerv der Zeit trifft. Es ist wundervoll, berührend und unglaublich, was diese jungen Seelen auf die Bühne bringen und bereit sind, von sich zu zeigen.

Wie reagiert die Öffentlichkeit auf eure News?

Wir nutzen soziale Medien als unsere Hauptplattform. Dort ist es leicht, viral zu gehen, wenn man viel nackte Haut zeigt. Bei unserer Art von Inhalten ist es schwieriger, daher dauert es länger zu wachsen. Was wir wissen, ist, dass die Leute, die uns finden, normalerweise bleiben und uns unterstützen. Es fühlt sich an, als ob wir eine wunderbare Gemeinschaft aufbauen können.

Auch von anderer Seite bekommen wir viel Unterstützung. Kürzlich haben wir eine Folge über den „BerlinOdessaExpress“ gedreht. Das ist eine Gruppe von Freunden, die ihren Freunden in der Ukraine helfen. Sie liefern Hilfspakete, die eigens entsprechend einer Liste zusammengestellt worden sind und genau auf die Bedürfnisse der Menschen eingehen.

Unser Freund Rick begleitete sie auf einer ihrer Reisen in die Ukraine, und jetzt ist diese Folge für zwei Filmfestivals nominiert. Eines davon ist der renommierte „Smiley Charity Film Award“ in London. Wir sind für den Viewer Choice Award nominiert und hier kann man über diesen Link für uns stimmen (hier klicken).

Der zweite Award, für den wir nominiert sind, ist vom Geographical Magazine. Auch hier kann man für einen unserer zwei Filme abstimmen (hier klicken).

Ihr berichtet zweisprachig. Wie kommt das an?

Die Idee war, so viele Menschen wie möglich zu erreichen. Wir bitten unsere GOOD ONES, Englisch zu sprechen. Wenn sie sich nicht wohl fühlen, können sie Deutsch sprechen und wir übersetzen alles. Wir arbeiten zweisprachig, da wir aus Berlin kommen. Es ist hier sehr kosmopolitisch und einfach ein Teil unseres Lebens.

Ihr belasst es nicht nur bei der Berichterstattung, sondern habt auch begonnen, Projekte zu starten …

Ja, und wir haben daran große Freude. Wir versuchen immer, schöne Dinge zu tun. Wir haben zum Beispiel ein Festival in Berlin geschaffen: „Berlin erntet“. In Zusammenarbeit mit „mundraub“ und „Freunde des Mauerparks“ in Berlin haben wir mindestens 200 kg Äpfel vor dem Verrotten bewahrt. Es war ein tolles Teamwork.

Im Moment arbeiten wir an unserem bisher größten Projekt „Peace by Peace“. Wir hoffen, gemeinsam mit 450 Menschen ein Kunstwerk zu schaffen, die auf einem Stück Keramik ihre Vision der Worte „ICH – DU – WIR“ zeichnen. Alle Keramiken werden miteinander zu einem großen Mosaik verbunden, das den Baum des Lebens erschafft.

Ein alter Spruch im Journalismus lautet: „Only bad news is good news.“ Und die Medienlandschaft spiegelt genau das wider … Lässt sich mit konstruktiven Nachrichten etwas bewegen? Wie schätzt ihr das ein?

Guy: Ich neige dazu, zuzustimmen. Nachrichten sind aufgrund ihrer Natur normalerweise schlecht. Die Sache ist die: Wenn wir erwarten, in den Nachrichten gute Geschichten zu hören, werden wir zwangsläufig enttäuscht. Gute Dinge passieren täglich. Sie sind keine Neuigkeiten, sie sind Routine. Es gibt sie in Hülle und Fülle und das ist keine Schlagzeile wert … Wir neigen dazu zu denken, dass die Welt schlecht ist, weil gute Dinge in den Nachrichten nicht dargestellt werden. Mit der Zeit verlieren wir die Hoffnung und das ist sehr gefährlich.

Wir versuchen, ein Archiv des Guten zu schaffen. Das ist das Schöne daran. Wenn du unseren Kanal besuchst, kannst du jede Episode nach dem Zufallsprinzip ansehen und es wird immer eine Geschichte sein, die dein Herz erwärmt. Außerdem sieht man, dass die Guten immer da draußen sind und es so viele davon gibt. Normale Menschen wie du und ich, die Spaß daran haben, was sie tun, ihr Leben bereichern und als Nebeneffekt einen bedeutsamen Unterschied bewirken. Es gibt einem einen neuen Glauben an die Menschheit.

Wir sind mit unserem Anliegen ähnlich unterwegs wie ihr und haben uns entschieden, zusammenzuarbeiten und uns gegenseitig zu unterstützen. Welche Ideen, Visionen gehen euch dazu durch den Sinn?

Wir glauben fest daran, dass die Guten zusammenkommen und sich gegenseitig unterstützen müssen. Wir lieben eure Arbeit und eure Energie. Vom ersten Moment an haben wir die Verbindung gespürt und glauben, dass wir uns wunderbar ergänzen.

Wir würden uns freuen, wenn wir unsere Geschichten teilen und Menschen dabei helfen, Kontakte zu knüpfen. Das Wichtigste, was wir tun können, besteht darin, zur Verbreitung dieser Geschichten und Ideen beizutragen. Als dritte Säule unterstützt uns dabei unsere Kooperations-Partnerin und wundervolle Seele Kathie mit ihrem Podcast „Feel Good Happy People Happy Planet„.

Super gerne arbeiten wir auch bei Projekten mit euch zusammen. Möchtet ihr an unserem „Berlin erntet“-Festival teilnehmen und „Bayern erntet“ ins Leben rufen? Das könnte großartig sein und noch mehr Menschen dazu inspirieren, die Früchte vor ihrer Haustür zu ernten.

Noch etwas, das euch wichtig ist, euch am Herzen liegt?

Wir würden uns sehr freuen, wenn auch eure Community uns unterstützt. Bitte schaut euch unseren YouTube Kanal an. Wenn euch gefällt, was ihr seht, abonniert uns und helft uns dabei, es in der Welt zu verbreiten.

Wir arbeiten ehrenamtlich und müssen langsam, aber sicher einen Weg finden, unser Projekt zu finanzieren. Um dies zu erreichen, haben wir die Produktionsfirma „Good Things Productions“ gegründet. Wir erstellen Imagefilme im “GOOD ONES”-Stil, um nachhaltige Marken und Geschäfte zu fördern.

Und wer Lust hat, bei uns ehrenamtlich mitzumachen und uns z. B. bei der Aktualisierung der Website, bei Social Media, Filmarbeiten oder bei der Organisation zu unterstützen, ist herzlich willkommen. Einfach eine Mail schreiben.

And don’t forget to look for “THE GOOD ONES”! 🙂

 

Weitere Infos zu meet THE GOOD ONES unter: https://guydimenstein.com/

 

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