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Hair Help the Oceans:
Im Frisörsalon die Umwelt schützen

Über 1.600 Frisörsalons sammeln für Hair Help the Oceans die Haare ihrer Kund*innen. Denn die Haare haben ungeahntes Potential.

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von Florian Roithmeier

Frisör Emidio Gaudioso, einer der Gründer von Hair Help the Oceans

Hast du dich schon einmal gefragt, was mit den Haaren passiert, die du dir bei deinem Frisör oder deiner Frisörin abschneiden lässt? Nicht selten landen diese Haare im Müll. Dabei steckt in den Haaren ungeahntes Potential: Sie können die Umwelt retten, vor allem die Meere. Die Organisation „Hair Help the Oceans“ sammelt deshalb abgeschnittene Haare und stellt aus ihnen Schläuche her, die bei Umweltkatastrophen Schlimmeres verhindern können.

 

Martin Weh ist Frisör und hat einen Salon in Regensburg in Bayern. Als ich seinen Salon betrete, fällt direkt ein großes Plakat auf: „Du rettest mit deinen Haaren das Meer!“ steht darauf. Er fand es beängstigend, immer mehr Berichte über die Verschmutzung der Meere zu sehen. Über eine Kollegin aus Bayreuth kam er dann darauf, bei „Hair Help the Oceans“ mitzumachen. „Meine Kundinnen und Kunden sind begeistert“, so Weh, „viele sagen dann: ‚Wenn ich damit die Umwelt unterstützen kann, schneiden Sie mir doch gleich noch ein paar Haare mehr ab!'“

 

Wie funktioniert „Hair Help the Oceans“?

Die Frisörsalons, die mitmachen – und das sind schon über 1.600 aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Benelux-Staaten – werfen die abgeschnittenen Haare nicht in den Restmüll, sondern sammeln sie in einem Karton. Ist der Karton voll, wird „Hair Help the Oceans“ kontaktiert, die den Karton von der Post abholen lassen.

Alle Kartons mit den Haaren werden in einer alten Lagerhalle bei Bückeburg in Niedersachsen gesammelt. Dort hat Emidio Gaudioso, einer der beiden Gründer der Organisation und ebenfalls Frisör, seinen Salon. „Pro Tag kommen 40 bis 60 neue Pakete an. Mittlerweile haben wir einige Tonnen Haare bei uns gesammelt“, erklärt er im Gespräch mit good news for you. Die Idee zum Haare-Sammeln kommt urspünglich aus Frankreich. Mit seinem Geschäftspartner Thomas Keitel hatte Gaudioso 2021 den Entschluss gefasst, sie auch in den deutschsprachigen Raum zu bringen.

Die Lagerhalle in Bückeburg, in der kistenweise Haare lagern

 

Und wie funktioniert das mit den Haaren?

Haare haben eine hohe Saugkraft und können daher Fette und Öle gut binden. Diese Eigenschaft will sich „Hair Help the Oceans“ zunutze machen. Mit den Haaren sollen demnächst rund 50 Meter lange Schläuche, die wie lange Würste aussehen, produziert werden. Die Haare werden mit geschreddertem Kork (den die beteiligten Salons auch sammeln können) vermischt, sodass die „Haar-Schläuche“ schwimmen können.

Es entstehen also schwimmende Schläuche, die Öle und Fette gut binden. „Feuerwehren, das THW oder Kommunen können diese Schläuche nutzen. Wenn zum Beispiel ein Tanker Öl verliert, nehmen unsere Haar-Schläuche ausgelaufenes Öl aus dem Meer auf. Außerdem kann man die Schläuche vorbeugend einsetzen: Auf Badeseen liegt zum Beispiel oft ein Fettfilm von Sonnencremes. Wenn die Schläuche mit den Haaren ausgelegt werden, können wir verhindern, dass sich das Fett noch weiter ausbreitet“, erklärt Gaudioso.

Aktuell laufe noch die Testphase für die Schläuche. „Dann braucht es eine Zertifizierung und eine Abnahme durch den TÜV, damit zum Beispiel Feuerwehren unsere Schläuche einsetzen dürfen.“

So könnten die Schläuche mit Haaren zum Einsatz kommen.

 

Immer mehr Salons machen mit!

Einen scheinbaren Haken hat die Sache: Der Haare-Abholservice ist für die Frisörsalons nicht kostenlos, sondern kostet einen Euro pro Öffnungstag, also rund 20 Euro monatlich. Für viele Salons, auch für den von Martin Weh, ist das aber kein Grund, nicht mitzumachen. Zum einen stehe für viele der Gedanke, die Umwelt zu schützen, im Vordergrund – zum anderen könne man auch Restmüllgebühren sparen, so Gaudioso.

 

Wie kann jede*r „Hair Help the Oceans“ unterstützen, möchte ich abschließend von Emidio Gaudioso wissen. „Sprechen Sie am besten Ihren Frisörsalon auf uns an und fragen Sie, ob er oder sie nicht Lust hätte, bei Hair Help the Oceans mitzumachen.“

 

Mehr zu Hair Help the Oceans gibt es online, auf Facebook und Instagram.

 

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