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Ist Laufen bei Hitze wirklich zu empfehlen? Kevin Besser gibt Tipps, wie man seinem Lieblingssport auch im Sommer nachgehen kann. 9 Dinge, auf die du achten solltest, wenn du auch bei Hitze laufen willst.

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von Kevin Besser

Gerade auch bei schwülem Wetter unbedingt die Lauftipps beachten. Foto: runnersflow

Sonne, warme Temperaturen und fröhliche Menschen… Für viele ist der Sommer die schönste Jahreszeit. Gerade dann willst du nicht auf dein Lauftraining verzichten. Damit du das Laufen bei Hitze unbeschwert und entspannt angehen kannst, solltest du neun Dinge beachten.

Ein paar Basics vorneweg: Dein Körper muss beim Laufen im Sommer einen viel höheren Aufwand betreiben als in kühleren Jahreszeiten. Liegt die Temperatur über 20°C, wendet dein Körper zusätzliche Energie auf, um dich zu kühlen. Zusätzlich muss er die entstehende Wärme abtransportieren. Dadurch erhöht sich nicht nur dein Energieumsatz, auch dein Herz schlägt schneller. Es macht etwa 20 Schläge mehr in der Minute als bei einer Belastung im gewohnten Lauftempo. Das solltest du als Grundlage immer im Hinterkopf haben. Was du tun kannst, um im Sommer weiterhin viel Spaß beim Laufen zu haben? Das verrate ich dir zusammengefasst in neun Tipps.

Tipp 1: Viel trinken – vor, während und nach dem Laufen

Ausreichend trinken ist extrem wichtig. Das solltest du vor, während und nach dem Laufen machen. Am besten eignen sich Mineralwasser (ohne oder mit wenig Kohlensäure), Fruchtschorlen (zum Beispiel Apfel- oder Rhabarberschorle), ungesüßter Tee und isotonische Getränke. Gönne dir kurz vor dem Loslaufen noch einen großen Schluck und dann gehts auf die Strecke. Fürs Laufen bei Hitze gibt es drei bewährte Methoden, deinen flüssigen Proviant zu transportieren. Die einfachste und kostengünstigste ist eine Trinkflasche. Geht problemlos auf kurzen und mittleren Distanzen. Nachteil: Du musst sie immer in der Hand halten. Ein Laufgürtel mit mehreren kleinen Trinkflaschen ist da schon praktischer. Die komfortabelste Lösung ist ein Trinkrucksack mit Trinkschlauch. Die Größe der Trinkblase reicht oft für zwei oder mehr Läufer. Hier musst du allerdings ein paar Euro investieren.

Tipp 2: Tageszeit beachten! Früh morgens und spät abends ist die beste Zeit

Das große Plus am Sommer: Es ist lange hell. Das wirkt sich nicht nur positiv aufs Gemüt aus. Die Planung, wann du laufen gehst, fällt viel leichter. Versuche, der Hitze möglichst clever zu entkommen. Das schaffst du, indem du entweder früh morgens oder spät abends läufst. Die Temperaturen sind dann angenehmer als mitten am Tag. Auf keinen Fall solltest du um die Mittagszeit auf die Strecke gehen. Du tust dir und deinem Körper damit nichts Gutes.

Tipp 3: Schattige Streckenabschnitte nutzen

Bei Hitze möglichst viel im Schatten laufen!

Im Sommer bin ich mal einen Halbmarathon gelaufen. Es war schon morgens sehr warm. Auf einem Streckenabschnitt mit breiter Straße habe ich mich gewundert, dass fast alle Läufer vor mir ganz weit nach rechts gelaufen sind. Der Straßenrand war mit dichten Büschen und hohen Bäumen bewachsen. Dadurch war es sehr schattig und gleich ein paar Grad kühler. Das solltest du dir auch zu Nutze machen. Wähle deine Strecke so aus, dass möglichst viele Kilometer schattig sind. Lauf an Straßen- und Wegesrändern. Durch Bäume und Sträucher ist es da kühler und schattiger.

Tipp 4: Luftdurchlässige und leichte Funktionskleidung tragen

Die Wahl des richtigen Lauf-Outfits macht eine Menge aus. Zieh dich luftig an. Eine kurze Hose und ein Laufrock sind angenehm an den Beinen. Ein T-Shirt oder ärmelloses Oberteil bietet genug Luftzufuhr am Oberkörper. Wenn es sehr warm ist, kannst du dein Shirt auch mit kaltem Wasser nass machen. So hilfst du dem Körper beim Abkühlen. Eine Kappe spendet deinem Gesicht Schatten, wahlweise auch mit einem hinten angenähten Stofflappen. Den kannst du über deinen Nacken legen und ihn so vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. Eine Sonnenbrille schützt die Augen und verhindert das nervige Zusammenkneifen.

Tipp 5: Auf die Warnzeichen des Körpers hören

Jeder Körper ist anders. Dein bester Freund kommt mit großer Hitze vielleicht gut klar. Das bedeutet nicht, dass es bei dir auch so ist. Fühlst du dich schon vor dem Laufen nicht gut, verzichte aufs Training. Merkst du während des Laufens, dass es dir nicht gut geht, bleib stehen und gehe ein paar Meter. Hör in dich hinein, was dein Körper dir sagt. Es ist keine Schmach, ein Training abzubrechen. Frag mal die richtig ambitionierten Läufer. Von denen hat jeder schon einmal ein Training abgebrochen, weil er oder sie sich nicht gut gefühlt hat.

Tipp 6: Sonnencreme benutzen

Am Strand im Urlaub ist das selbstverständlich, beim Laufen leider nicht. Schweiß gepaart mit Sonnencreme auf der Haut empfinden viele Läufer als unangenehm. Du solltest die richtige Sonnencreme verwenden, damit dieses unangenehme Gefühl erst gar nicht aufkommt. Benutze am besten wasserfeste und fettarme Creme. So verstopfen die Poren nicht und deine Haut kann atmen. Gesicht, Ohren, Nacken, Arme und Beine (Knie- und Kniekehlen nicht vergessen) und los gehts.

Tipp 7: Essen: leichte und vollwertige Kost

Eine gesunde Ernährung wie Gemüse und Obst unterstützt dich beim Laufen. Foto: Isolde Hilt

Über den Schweiß gibt dein Körper Elektrolyte ab. Weil du im Sommer mehr schwitzt, verliert dein Körper auch mehr davon. Deswegen musst du ihm die verlorenen Elektrolyte wieder zurückgeben. Das passiert zum einen durch Flüssigkeitsaufnahme. Zum anderen findet dieser Prozess über die Nahrungsaufnahme statt. Nimm vollwertige Lebensmittel zu dir. Mit einer vitamin- und mineralstoffreichen Kost unterstützt du deinen Körper bei der optimalen Versorgung. Iss Obst und Gemüse und verzichte auf schwere Nahrung.

Tipp 8: Trainingsintensität oder Trainingsumfang reduzieren

Durch die höheren Temperaturen muss dein Körper mehr arbeiten und dein Herzschlag ist höher als sonst. Bei gleicher Belastung muss dein Körper also einen höheren Aufwand betreiben. Daher solltest du deine Trainingsintensität oder deinen Trainingsumfang reduzieren. Was heißt das genau? Sagen wir, du läufst für gewöhnlich 10 Kilometer in 60 Minuten. Die Trainingsintensität reduzieren bedeutet, die 10 Kilometer zum Beispiel in 65 bis 70 Minuten zu laufen. Ein geringerer Trainingsumfang wäre, bei gleicher Geschwindigkeit nur etwa 7 bis 8 Kilometer zu laufen. Probiere es einfach einmal aus.

Tipp 9: Laufen bei Hitze: auf die Ozonwerte achten

Ozon ist ein geruchloses Gas und entsteht in Verbindung mit der UV-Strahlung der Sonne. Das passiert, wenn die Temperatur an mehreren aufeinander folgenden Tagen über 25°C liegt. In zu hoher Konzentration ist das Ozon schädlich für den Körper. Über aktuelle Ozon-Luftdaten informiert das Umweltbundesamt. Dort kannst du dich in einer farbig markierten Heatmap über die momentane Ozonkonzentration informieren. Hier ist leicht ersichtlich, wann und wo der Ozonwert zu hoch ist. Tipp: Morgens und abends sind die Ozonwerte niedriger. Da kannst du meist bedenkenlos laufen gehen.

 

Welche Tipps hast du für das Laufen bei Hitze?

Lass uns ehrlich sein: Der Sommer ist super! Und Laufen im Sommer macht Spaß. Hör auf deinen Körper und versuche, dich an die Tipps zu halten. Klar: Auf alles achte ich auch nicht immer. Aber die wichtigsten Dinge sind leicht zu beherzigen. Welche Tricks hast du noch, um eine entspannte Runde in der warmen Jahreszeit zu laufen? Erzählt uns gerne in euren Kommentaren davon.

 

Wer schreibt hier?

Ich bin Kevin, leidenschaftlicher Läufer und Laufblogger. Eigentlich wollte ich nur 10 Kilo durchs Laufen abnehmen. Und plötzlich war ich verliebt in diesen wunderbaren Sport. Und ich bin es noch immer – zu 100 Prozent!

Mehr hilfreiche Tipps und Infos zum Laufen unter https://www.runners-flow.de/

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt.

 

 

 

Kevin will es wissen: Inzwischen hat er noch einmal eins draufgelegt! In diesem Interview erzählt er, wie ihn sein Sport verändert hat:

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