Das Hotel im Zentrum Wiens beschäftigt 20 Geflüchtete, die sonst keine Arbeit finden würden. Den Menschen im Blick, steht magdas für Integration, Nachhaltigkeit und Weltoffenheit.

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von Florian Roithmeier

In magdas HOTEL arbeiten 20 Flüchtlinge, die von Profis angeleitet werden. Sie leisten den gleichen Service, den andere Hotels bieten.

Von außen sieht es wie ein normales Hotel aus, vielleicht eher wie eine Jugendherberge. Doch innen ist magdas HOTEL besonders: Seit Februar 2015 arbeiten dort 20 Flüchtlinge aus 16 Ländern, die insgesamt 24 Sprachen sprechen. Das Hotel im Zentrum der österreichischen Hauptstadt Wien gibt Menschen, die oft eine harte Flucht hinter sich haben, eine Chance auf dem Arbeitsmarkt. Die Idee dahinter nennt sich „Social Business“.

 

Flüchtlinge, die in den deutschsprachigen Raum kommen, können lange nicht arbeiten, auch wenn sie das gerne möchten. Und wenn sie arbeiten dürfen, stellen viele Arbeitgeber keine Flüchtlinge ein.

Das magdas HOTEL in Wien, zwischen grünem Prater und Donaukanal, gibt diesen Menschen eine Perspektive. Es beschäftigt Flüchtlinge unter anderem als Köch*innen, Rezeptionist*innen, Reinigungskräfte. Zehn Profis leiten die Mitarbeiter*innen an. Die Besucher sollen einen gleich guten Service bekommen wie in anderen Hotels. Bezahlt wird nach Tarifvertrag. Deutschkenntnisse sind von Vorteil, jedoch bietet das Hotel auch begleitend Deutschkurse an.

Früher Seniorenheim, jetzt 88 Hotelzimmer

Das Treppenhaus ist wie magdas HOTEL selbst: bunt, open-minded, einladend.

magdas HOTEL war früher ein Seniorenheim. Schon beim Renovieren haben Flüchtlinge mitgeholfen. Betreiber des Hotels ist eine Tochterfirma der Caritas der Erzdiözese Wien. Sie gewährte für den Umbau einen Kredit in Höhe von 1,5 Millionen Euro. Weitere knapp 57.000 Euro kamen durch Crowdfunding dazu. Dieses Hotel mit 88 Zimmern in fünf Kategorien (Zimmerpreis ab 62 Euro) ist das erste seiner Art. Das Konzept, das dahinter steht, nennt sich „Social Business“. Es geht auf Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus zurück. Social Business bedeutet: Unternehmen arbeiten – ohne Gewinnorientierung – allein mit dem Ziel, soziale Probleme zu lösen, hier: die Flüchtlingsproblematik. magdas HOTEL ist ein vorbildliches Beispiel für „Social Business“. Das Hotel finanziert sich weitgehend selbst.

Gemischte Stimmen in der Anfangsphase

Als die Idee für magdas HOTEL aufkam, gab es geteilte Meinungen. Insbesondere Anwohner konnten sich mit der Idee, dass in ihrer Nähe Flüchtlinge leben und arbeiten, nicht anfreunden. Es gab sogar „Gegenbewegungen“, die das Hotel verhindern wollten. Die damaligen Initiatoren kämpften jedoch für ihre Idee. Mittlerweile sagen viele über magdas HOTEL: Ich mag das! Daher kommt der Hotelname, erklärt uns Sales & Marketing-Managerin Sarah Bárci.

Mehr als „nur“ Arbeitgeber für Flüchtlinge

In jeder Hinsicht nachhaltig: Viele Einrichtungsgegenstände sind aus wiederverwertetem Material hergestellt.

magdas HOTEL ist nicht nur ein Beispiel für gelungene Integration, sondern für vieles mehr: So sind beispielsweise Sessel und Schränke aus dem früheren Seniorenheim wiederverwertet und zu modernen Zimmermöbeln umgestaltet worden. Garderoben aus ehemaligen Zugwaggons zieren die Zimmer und viele der Lampenschirme sind selbst gestrickt. Des Weiteren werden auf dem Dach von magdas HOTEL Bienen gezüchtet, deren Honig das Hotel verkauft. Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge können im Hotel wohnen, bevor sie später dort arbeiten. Das alles sind nur wenige Beispiele dafür, die zeigen, dass bei magdas HOTEL nicht der Profit, sondern der Mensch im Mittelpunkt steht.

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Fazit: magdas HOTEL ist in jeglicher Hinsicht bemerkenswert. Nicht nur, weil Flüchtlinge hier eine Chance auf dem Arbeitsmarkt erhalten, sondern sich die Verantwortlichen in vielerlei Hinsicht für Nachhaltigkeit einsetzen. Wir wünschen, dass viele Besucher dies schätzen! www.magdas-hotel.at

Ein herzliches Danke an Angelika aus Regensburg, die uns auf dieses außergewöhnliche Hotel aufmerksam gemacht hat! 🙂

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2 Responses

  1. Astrid

    Wir waren letztes Jahr im Oktober in magdas Hotel in Wien – es war super! In den Zimmern und dem Speisesaal gibt es tolle Upcycling-Ideen zu sehen (z. B. Gepäckablagen aus alten Zügen als Garderobe, alte Schulbänke in der Bar, alte Zimmertüren mit Spiegel an den Wänden etc.) Das Frühstück war auch seeehr lecker, und alle Mitarbeiter total nett.

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    • Isolde Hilt

      Liebe Astrid, herzlichen Dank für deine Nachricht! Das hört sich sehr vielversprechend an 🙂

      Antworten

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