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Eine amerikanische Hilfsorganisation bringt Waisenkinder zurück in ihre Herkunftsfamilien.

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von Kristin Frauenhoffer

Kinder des Projektes in Honduras.

Weltweit gibt es etwa 153 Millionen Waisenkinder, die meisten von ihnen in Ländern, in denen die Waisenhäuser überfüllt und unterfinanziert sind. Diese Kinder leiden also nicht nur darunter, dass sie einen oder beide Elternteile verloren haben, sondern auch darunter, dass sie unter schlechten Bedingungen leben. Die amerikanische Hilfsorganisation ONETrack International hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Kindern mit einem ganz anderen Ansatz zu helfen – dem „Transition to Home Program“.

Kinder brauchen eine sichere und vertraute Umgebung

„Da die meisten Waisenkinder noch lebende Verwandte haben, zielt das Programm darauf ab, die Kinder in ihre eigenen Familien zurückzubringen“, erklärt Todd Finklestone. Er ist einer der Mitbegründer von ONEtrack International (OTI) und derzeit Leiter der operativen Abteilung der Organisation. Das Problem bei der internationalen Waisenbetreuung, so Todd weiter, ist, dass die erste Reaktion meist darin besteht, die Kinder in einem Heim unterzubringen. „Aber wir stellen nicht die richtigen Fragen, bevor wir die Antwort finden“, sagt er. Denn was Kinder in einer Situation, in der sie einen oder beide Elternteile verloren haben, wirklich brauchen, ist eine sichere und vor allem vertraute Umgebung. Wenn diese Kinder also bei anderen Verwandten wie Onkeln, Tanten, erwachsenen Geschwistern usw. leben können, geht es ihnen vermutlich besser. Die erste Frage, die OTI daher immer stellt, lautet: Gibt es eine biologische Familie, die man kontaktieren kann?

Die Familie zusammenhalten

Es versteht sich von selbst, dass der familiäre Hintergrund eines jeden Kindes gründlich untersucht wird, bevor der Prozess „Transition to Home“ eingeleitet wird. Wenn auch nur der geringste Zweifel besteht, dass das Kind in der Familie Schaden nehmen könnte, zieht OTI andere Optionen in Betracht. Aber wenn möglich, will die Organisation diesen „one track“ (zu deutsch: einen Weg, daher der Name) gehen, um die Familie zusammenzuhalten oder wieder zusammenzuführen. Dies hat mehrere Vorteile. Der erste ist offensichtlich. Das Aufwachsen in der eigenen Familie mit vertrauten Gesichtern ist besser als in einem Waisenhaus mit vielen Fremden. Es stärkt den Zusammenhalt der Gemeinschaft, wenn Menschen in der Nähe bleiben. Außerdem werden so Traditionen in der Gemeinschaft bewahrt und die Menschen identifizieren sich stärker mit ihrer Herkunft. Auf diese Weise werden die Dörfer auch davor geschützt, künftige Generationen zu verlieren – eine Quelle der Produktivität und Kreativität.

Langfristige Unterstützung für Kinder und Familien

Todd Finklestone und seine Kollegin bei der Projektarbeit vor Ort.

Neben diesen allgemeinen Effekten gibt es noch andere spürbare Auswirkungen der Aktivitäten von OTI. So gehört es beispielsweise zu den Grundsätzen der Organisation, dass Kinder nicht arbeiten dürfen, aber zur Schule gehen müssen. Außerdem werden sie stets medizinisch betreut und erhalten die notwendigen Impfungen. „Wir überwachen das Kind und die Familie sehr genau“, erklärt Todd. Das bedeutet auch, dass die Kinder bei Bedarf psychosoziale und die Familie wirtschaftliche Unterstützung erhalten. „Die Nachsorge ist sehr wichtig“, schließt der Experte. Aus diesem Grund haben viele der Kinder, die durch das Programm in ihre Familien zurückgebracht wurden, immer noch Kontakt zu OTI. Aber nicht nur die Familien und die Kinder selbst erhalten Hilfe durch das Programm. Auch Schulen und lokale Partnerorganisationen profitieren von der Unterstützung und Betreuung durch Experten von OTI.

Alles begann mit einem kleinen Projekt in Kamerun …

„In Zukunft möchten wir mehr und mehr kleine Organisationen ausbilden und schulen, damit es zu einem langsamen Mentalitätswandel kommen kann“, erzählt uns Todd. Denn seiner Meinung nach legen die bestehenden Strukturen der Waisenbetreuung weltweit immer noch nicht genug Wert auf das Wohl der Kinder. Dass dies ein weltweites Problem ist, zeigen die vielen Projekte, in denen OTI aktiv ist. Heute sind sie in 8 Ländern auf 5 Kontinenten mit über 300 Kindern in ihren Programmen engagiert.

Doch alles begann 2010 mit einem kleinen Projekt in Kamerun. Todd und die anderen Gründer der Organisation wuchsen zusammen außerhalb von Boston auf. Einmal besuchten sie Kamerun, woher einer der Gründer ursprünglich stammte. Zufällig erfuhren sie von den Problemen der Waisenhäuser vor Ort und beschlossen, etwas zu unternehmen. Sie bildeten ein kleines Kommitee aus örtlichen Sozialarbeiter*innen und führenden Kommunalpolitiker*innen und machten sich sofort an die Arbeit. Der Rest ist Geschichte.

ONETrack International hat eine große Gemeinschaft

Kinder des „Transition to Home“ Programms in Gambia.

Heute arbeiten rund 500 Menschen für OTI – vor Ort, im (virtuellen) Büro, als Freiwillige in Studentengruppen, Freiwilligenprogrammen usw. Überraschenderweise wird die Organisation fast ausschließlich durch Einzelspender*innen und individuelle Spenden finanziert. Die OTI-Gemeinschaft erweist sich als sehr aktiv bei der Organisation von Spendenaktionen und Veranstaltungen. Der 20-jährige Owen, Student an der Universität Miami und derzeit Praktikant bei OTI, berichtet uns: „Es ist erstaunlich, wie viele Möglichkeiten es gibt, Spenden für eine Organisation zu sammeln. Durch die Bedeutung der sozialen Medien ist es heute möglich, dass Hunderte oder sogar Tausende von Menschen auf deine Spendenkampagnen aufmerksam werden.“

Da die Organisation jedoch plant, in noch mehr Regionen der Welt tätig zu werden, ist OTI ständig auf der Suche nach weiteren Spenden. Leiter Todd Finklestone erklärt: „Wir würden unsere Aktivitäten gerne auf Nordafrika und Südasien ausweiten, damit Kinder weltweit von unserem Programm profitieren können.“

Möchtet ihr einen Beitrag zu den weltweiten Aktivitäten von OTI leisten? Dann könnt ihr hier spenden.
Mehr Informationen zur Organisation findet ihr hier.

 

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