Das meinte nicht nur der berühmte Naturwissenschaftler und Weltenbummler Alexander Humboldt, sondern auch die Journalistin Christine Hochreiter. Soeben ist ihr Buch "111 Orte in und um Passau" im Emons Verlag erschienen.

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Interview: Isolde Hilt

Ist das nicht cool? Wie sich die kleine Dreiflüssestadt an Donau, Inn und Ilz selbstbewusst zwischen millionenschwere Verwandte wie Rom, New York, Berlin oder Istanbul einreiht? Das 50.000 Einwohner-starke Passau im Grenzland zu Österreich hat es in die inzwischen international beliebte Reihe „111 Orte, die man gesehen haben muss“ geschafft. Gelungen ist das, weil es eine Frau gibt, die ihre Heimat über alles liebt und hier immer wieder Neues entdeckt: Christine Hochreiter, mehrfach ausgezeichnete Journalistin, steckte den Kölner Emons Verlag schlicht mit ihrer Leidenschaft für den Ort in Niederbayern an. Das Buch „111 Orte in und um Passau, die man gesehen haben muss“ ist vor wenigen Tagen erschienen. Die gebürtige Passauerin verrät schon einmal erste Details …

 

Was gab den Ausschlag, Passau in die Reihe „111 Orte“ aufzunehmen und als Entdeckungsführer herauszugeben? Welche Kriterien waren dafür entscheidend?

Passau fehlte noch. 50.000 Einwohner sind nach Auskunft des Verlags ausreichend für einen eigenen Band. Und es gibt Bundesländer, in denen diese Reihe besonders beliebt ist. Bayern gehört dazu. 

Der Verlag hätte mit dir keine bessere Autorin finden können. Du liebst deine Stadt über alles. Wie habt ihr euch gefunden?

Autorin Christine Hochreiter freut sich, dass es ihr Buch über Passau nun endlich gibt. Foto: privat

Ganz unkompliziert. Ich habe den Vorschlag gemacht, ein eigenes Buch zu Passau und Umgebung  zu machen. In der Folge habe ich etwa die Hälfte potenzieller Orte als Konzept verfasst, damit die Verantwortlichen sich ein Bild von meinen Ideen machen können. Die kamen offensichtlich so gut an, dass ich den Auftrag bekommen habe.

Passau hat ca. 50.000 Einwohner*innen. Gibt es genug zu entdecken? 111 Besonderheiten sind nicht gerade wenig …

Es gibt nicht wenige Passauerinnen und Passauer, die geunkt haben, dass mir das niemals gelingen wird. Ich kann nur sagen, es war nicht schwer. Und ich finde immer wieder noch etwas Neues. Außerdem hat sich die Entdeckungsreise nicht auf Passau allein begrenzt. Der Radius von etwa 15 Kilometern umfasst auch Teile von Oberösterreich.

Du hast bestimmt Orte in Passau, die du besonders liebst. Magst du da drei nennen?

Den Blick aus der Fensternische gleich rechts im Altstadt Beisl in die Innbrückgasse – am liebsten abends. Die klitzekleine Barbarakapelle – ein Ort der kontemplativen Ruhe am Domplatz. Und seit es existiert: das Scharfrichterhaus. Dort haben wir als Schüler des Leopoldinums viel Zeit verbracht, uns später gerne verabredet. Und obwohl es inzwischen ganz anders dort aussieht, ist es immer noch einer meiner Lieblingsplätze.

Hast du im Rahmen deiner Recherchen etwas Neues gefunden, von dem du vorher selber noch nichts wusstest?

Unendlich viel. Die meisten Aha-Erlebnisse hatte ich im Übrigen an Orten, die ich nie zuvor besucht hatte, weil ich dachte, „dass das eher was für Touristen ist“. Ich musste auch feststellen, dass die Passauer ihre Stadt nicht besonders gut kennen. Wenn ich nach Geheim-Tipps und besonders tollen Orten gefragt habe, bekam ich meist nur die üblichen Sehenswürdigkeiten zur Antwort. Ich selbst hatte mir beispielswiese noch nie zuvor die Kapellen im Dom-Innenhof angesehen, die Sternwarte in einem anderen Gebäude verortet, nie gedacht, dass ein Römermuseum Geschichte so spannend aufbereiten kann …

Was gibt es nur in Passau, das es nirgendwo sonst auf der Welt gibt?

Wo soll ich mit dem Aufzählen anfangen…? Ein Dackelmuseum, die größte Kirchenorgel, eine Ideenschmiede rund um das Frühstück – hier wurde MyMuesli gegründet.

Gab es auch Befindlichkeiten von anderen Seiten, so nach dem Motto: „Das muss jetzt aber wirklich nicht in das Buch …“?

Tatsächlich hat sich der ein oder andere echauffiert, dass die Kleine Residenz (das Dackelmuseum) nicht in ein solches Buch gehört. Doch ich finde, dass auch solche Skurrilitäten eine Stadt prägen. Wieder andere hätten sich mehr historischen Tiefgang gewünscht. Mir war es allerdings wichtig, den Blick auch auf die Jetzt-Zeit zu richten. Wenn ich selbst in eine Stadt reise, möchte ich nicht nur geschichtliche Abhandlungen lesen, sondern wissen, was einen Ort aktuell ausmacht.

Angenommen, ich bin auf der Durchreise und hätte nur einen halben Tag Zeit, um mir in Passau etwas anzusehen. Wohin würdest du mich führen?

Das kommt darauf an. Die klassischen Sehenswürdigkeiten stehen in jedem Reiseführer. Ich würde dich fragen, wofür Dein Herz schlägt und Dir die entsprechenden Orte zeigen: Kunst, Mode, das Wasser, Kaffee, Kirchen?

Und wenn ich ein Wochenende hätte?

Dann würde ich mit Dir auf jeden Fall eine Schiffstour unternehmen, das Museum Stiftung Wörlen besuchen, das Cafe Anton, den Wochenmarkt am Samstag am Domplatz, ein Kerzerl in der Wallfahrtskirche Mariahilf anzünden, wenn Du magst, und vom Aussichtspunkt dort oben den Blick auf die italienische Seite der Stadt genießen.

Was sagen die Passauer*innen zu deinem Buch?

Bislang habe ich – gottlob – nur Positives gehört und in den sozialen Medien gelesen.

Was war das schönste Kompliment dazu seit Erscheinen?

Das kann ich so nicht sagen. Vielleicht das Lob eines langjährigen Lokalredakteurs der regionalen Tageszeitung Passauer Neue Presse, Christian Karl, der die Stadt bestens kennt. Er hat mir geschrieben, dass mir ein „megatolles“ Buch gelungen ist.

Wie würdest du folgenden Satz zu Ende bringen? Passau ist für mich …?

…eine der schönsten Städte der Welt!

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Zum Buch „111 Orte in und um Passau, die man gesehen haben muss“

Wo gibt es eine Wunderkammer? Was sind Goldhaubenfrauen? Wie kommt es, dass hier Müsli-Geschichte geschrieben wurde? Und warum sind zwei Blumenkünstler auf den Dackel gekommen?

Passau hat mehr zu bieten als eine pittoreske Altstadt und den Stephansdom. Dies beweist Christine Hochreiter mit ihren 111 Tipps eindrucksvoll. Kundig und unterhaltsam führt sie an weniger bekannte Ecken sowie verborgene Winkel und erzählt Geschichten, die nicht jeder kennt. Ihre Streifzüge durch die Stadtteile, Straßen und Gassen und das nahe Umland bieten viel Raum für Überraschungen und Aha-Erlebnisse. Sie stellt neue Facetten der ostbayerischen Grenzstadt heraus und lenkt den Blick auf Sehenswürdigkeiten, die in zweiter Reihe stehen und nicht in jedem Reiseführer auftauschen. Wer weiß schon, dass hier Privilegierte fischen dürfen, wo sich Erinnerungsstücke des berühmten Dichterarztes Hans Carossa befinden und was es mit Blähsucht-Tropfen auf sich hat? Einheimische wie Besucher*innen dürfen sich auf spannende Erkundungstouren begeben und Schönes, Skurriles und Bemerkenswertes abseits der üblichen Pfade kennenlernen.

Ein etwas anderer Stadt-Führer, der neue Perspektiven auf Passau ermöglicht.

Quelle: Information des Emons Verlags

 

Zur Autorin

Foto: Alex Geier

Christine Hochreiter, gebürtige Passauerin, wollte nach dem Abitur möglichst schnell weg. Sie studierte in Regensburg und Paris und war viele Jahre als Journalistin tätig. Inzwischen lebt sie wieder in ihrer Heimat.

 

 

 

 

 

 

 

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