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Schule im Aufbruch:
Bildung nachhaltig gestalten

Die Initiative Schule im Aufbruch hat sich ganzheitliche Bildung zum Ziel gemacht, um nachhaltige Entwicklung zu fördern.

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von Gerda Stauner

Der Bildungspreis für Nachhaltigkeit der Deutschen UNESCO Kommission wurde dieses Jahr u. a. an die Initiative Schule im Aufbruch vergeben. Ziel von Schule im Aufbruch ist es, Schulen zu befähigen, sich ganzheitlich im Sinne von Bildung für nachhaltige Entwicklung zu entwickeln. Aktuell befinden sich knapp hundert Schulen im Aufbruch zu einer neuen Lernkultur und über fünfzigtausend Schüler*innen profitieren von den neuen Lernformaten.

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Die Christoph-Kolumbus-Grundschule in Ingolstadt ist eine der Schulen, die aktuell von der Initiative im Transformationsprozess begleitet wird. Nach ersten Absprachen und Zielüberlegungen mit der erweiterten Schulleitung und Transformations-Begleiter*innen von Schule im Aufbruch formierte sich ein zwölfköpfiges Wandelteam, bestehend aus Lehrkräften aller Jahrgangsstufen, einer Schulpsychologin und der erweiterten Schulleitung.

 

Wandel als Pionierarbeit

„Je nach Größe der Schule besteht das Wandelteam aus 5 bis 12 Mitgliedern. Mitglieder sind die Schulleitung und Lehrkräfte aller Jahrgänge, die als Pioniere mitwirken möchten. Gerne können auch andere Mitglieder des Schulteams, zum Beispiel Schulpsycholog*innen oder Sozialarbeiter*innen Teil des Wandelteams sein“, so Antje Roggenstein von der gemeinnützigen Gesellschaft Schule im Aufbruch.

„Schule im Aufbruch arbeitet mit dem Wandelteam zusammen und begleitet es mit verschiedenen Formaten. Das Wandelteam nimmt eine sogenannte Multiplikatoren-Rolle ein. Das heißt, es teilt neue Arbeitsmethoden mit der Schulgemeinschaft und bringt neue Formate auf den Weg, die – wenn sie erfolgreich sind – in der Schule weiter ausgebaut werden. Außerdem sucht sich das Team weitere Unterstützer*innen in der Schulgemeinschaft“, so Roggenstein weiter.

 

Grundschule führt Projektarbeit ein

Das Wandelteam an der Christoph-Kolumbus-Grundschule trifft sich seitdem in regelmäßigen Abständen und führte zunächst freie Projektarbeit ein. Dabei stellten sie sich auch Fragen in Bezug auf eine nachhaltige Entwicklung: Welche Inhalte des Lehrplans sind relevant für die Zukunft der Kinder? Welche Themen und Inhalte können wir miteinander verknüpfen, um Lernen zukunftsorientiert zu gestalten? Wie kann freie Projektarbeit fest im Stundenplan verankert werden?

Es wurden aber auch Fragen gestellt, wie Studierende, Eltern oder Senior*innen den Prozess unterstützen oder wie Lernkontrollen besser gestaltet werden können. Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen und die Erfahrungen aus der Umsetzung der freien Projektarbeit wurden bei einem Visionsworkshop im April 2022 aufgegriffen. Dabei schaute das Wandelteam in die Zukunft und verfasste eine ‚Mutige Beschreibung der Christoph-Kolumbus-Grundschule im Jahr 2030‘.

 

Wird es in 30 Jahren noch Bäume geben? Mit „Schule im Aufbruch“ in die Zukunft blicken

„Bei dem Blick in die Zukunft soll utopisch gedacht werden: Was sind meine Wünsche? Wie erleben Schüler*innen die Schule? Wie erleben Lehrkräfte die Schule? Egal, ob das erstmal möglich erscheint oder nicht“, so Antje Roggenstein im Gespräch. „Aus diesen Zielvorstellungen werden rückblickend Zwischenziele festgelegt. Also, ausgehend von unserem Ziel für 2030, wie weit möchten wir 2027 sein? Was möchten wir 2025 erreicht haben? Welche Schritte müssen wir dafür 2023 schon gehen? Auf einmal gibt es klare Ziele mit klaren Wegen und Meilensteinen, die wir überprüfen können. Und es steht fest, was jetzt als nächstes getan wird. Dann heißt es losgehen.“

An der Christoph-Kolumbus-Grundschule formierten sich insgesamt acht Themen heraus, die im Schulalltag umgesetzt werden sollen. Digitales Lernen, eine neue Feedback-Kultur oder der sogenannte FREI DAY sind darunter. „Der FREI DAY ist ein Freiraum von vier Schulstunden pro Woche, die fest im Stundenplan verankert sind. In dieser Zeit setzen sich Schüler*innen, idealerweise jahrgangsübergreifend, mit den 17 Nachhaltigkeitszielen der UNESCO auseinander. Sie finden Antworten auf selbstgewählte Zukunftsfragen: Wird es in 30 Jahren noch Bäume geben? Was führt zu Konflikten, Terror und Flucht? Warum gibt es Rassismus? Oder was können wir gegen Armut tun?“, beantwortet Antja Roggenstein die Frage.

 

FREI DAY stößt Veränderung an

Zu ihren individuellen Fragestellungen entwickeln die Schüler*innen gemeinsam Lösungen für gesellschaftliche und ökologische Herausforderungen in ihrer Nachbarschaft und setzen diese als eigenes Projekt selbstständig um. „Dabei recherchieren, planen und tüfteln sie selbst, wie sie ihre Projektideen in die Tat umsetzen können. Lehrer*innen treten in den Hintergrund und nehmen eine begleitende Rolle ein. Die Projekte werden nicht benotet. Wichtiger ist, dass Schüler*innen Hoffnung und Zuversicht für ihre Zukunft bekommen, da sie sich als selbstwirksam und handlungsfähig erleben.
Das Tolle ist, dass erstmal eine Klasse an einer Schule mit dem FREI DAY starten kann. Dazu gibt es von Schule im Aufbruch viel Material, Fortbildungen und Raum zum Austausch. Oftmals stößt der FREI DAY dann die Veränderung für nachhaltige Entwicklung in der gesamten Schule an“, so Roggenstein weiter.

 

„Schule im Aufbruch“ begleitet Grundschule seit zwei Jahren

Nach rund zwei Jahren Begleitung an der Christoph-Kolumbus-Grundschule sind einige Veränderungen für Schüler*innen, Lehrkräfte, Eltern und Schulleitung sicht- und spürbar: der FREI DAY wird erprobt, demokratische Strukturen wie der Klassenrat und Schulversammlungen sind eingeführt, außerdem wird in einem jahrgangsübergreifenden Lernhaus eigenverantwortliches Lernen auf den Weg gebracht. Damit ist die Entwicklung der Grundschule in Ingolstadt aber noch nicht beendet. Die Schule hat noch einiges vor und Veränderungen in der Welt, die Veränderungen in der Schule nach sich ziehen, gibt es schließlich immer.

 

Weitere Informationen zur Initiative Schule im Aufbruch gibt es hier: Schule im Aufbruch

 

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