Kaffee aus Ruanda – von Frauen produziert – soll auf dem deutschen Markt eingeführt werden. Zur Finanzierung läuft eine Kampagne auf startnext.com

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von Florian Roithmeier


Bevor ein Espresso, ein Mocca oder Cappuccino in die Tasse fließen, haben sie einen langen Weg hinter sich: säen, aufziehen, ernten, schälen, waschen, Bohnen auslesen… In Ruanda übernehmen Frauen den größten Teil dieser Arbeit. Sie arbeiten bis zu 16 Stunden am Tag, oft nahe der Erschöpfung. Etwa 70 Prozent der Arbeit im Herstellungsprozess leisten Frauen, aber nur 30 Prozent des Erlöses kommen bei ihnen an. Ein unerträgliches Ungleichgewicht, findet das Unternehmen Kaffee-Kooperative.de. Es möchte deshalb „Angelique’s Finest“, ein Kaffee komplett aus Frauenhand, international vertreiben. Bis Ende Februar 2018 läuft auf der Crowdfunding-Plattform startnext.com eine Kampagne, um den ersten Import vorzufinanzieren.

„Angelique’s Finest“ wird von der Bohne bis zur Verpackung ausschließlich von Frauen verarbeitet. Dafür arbeitet Kaffee-Kooperative.de mit der Frauengruppe Rambagira Kawa aus Ruanda zusammen, die sich auf hochwertigen Speciality Arabica-Kaffee fokussiert hat. Dieser sanft-süßliche, aber auch schokoladig-zitronige Genuss soll auch auf dem deutschen Markt zugänglich sein. Der Gewinn aus dem Verkauf geht zurück an die Frauengruppe und ermöglicht ihnen und ihren Familien finanzielle Unabhängigkeit und mehr Teilhabe. So fließen bis zu 50 Prozent des deutschen Verkaufspreises in die Hände der Erzeugerinnen. Bei herkömmlichem Fairtrade-Kaffee sind es oft weniger als 15 Prozent.

Die Partner-Kooperative Rambagira Kawa

Rambagira Kawa (auf deutsch: „Möge der Kaffee gedeihen und sich ausbreiten.“) repräsentiert die 228 weiblichen Mitglieder der Musasa Dukundekawa-Kooperative. Viele der Frauen haben die Schrecken des Völkermords in Ruanda in den 1990er Jahren miterlebt, ihre Ehemänner, Kinder oder andere Familienangehörige verloren. Viele Betroffene flüchteten, nicht selten fanden sie bei ihrer Rückkehr ehemalige Felder und Häuser zerstört vor.

Warum Kaffee aus Ruanda?

Das kleine Land Ruanda ist in Gender-Fragen ganz groß. International gilt es als Musterland für faire Geschlechterpolitik. 61,3 Prozent der Abgeordneten im Parlament sind weiblich. Kein anderes Land der Welt kann solche Werte vorweisen. Auch im Gender Gap-Report des Economic World Forums ist Ruanda mit Platz 7 von 142 unter den Musterschülern in Sachen Gleichstellung. Zum Vergleich: Deutschland liegt nur auf Platz 12.

Kaffee-Kooperative.de will an die erfolgreiche Arbeit von Regierung, Gleichstellungsministerium und NGOs anschließen, indem sie lokale Frauengruppen unterstützt und ihren Kaffee in Deutschland verkauft.

Wie kann man Kaffee-Kooperative.de unterstützen?

Bis 25. Februar lief auf der Crowdfunding-Plattform startnext.com eine Kampagne, mit der Kaffee-Kooperative.de 50.000 Euro sammeln will. Damit können die ersten 2.000 Kilogramm von „Angelique’s Finest“ für den deutschen Markt produziert und verschifft werden. Auch die Frauenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES und die Frauenzeitschrift BRIGITTE unterstützen das Projekt ganz aus Frauenhand.

Weitere Infos zu „Angelique’s Finest“ gibt es auf https://kaffee-kooperative.de/angeliques-finest/.

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PS: Das Fundingziel von 50.000 Euro ist erreicht worden! Jedes Kilo Kaffee, das bestellt wird, unterstützt die Frauen in Ruanda, ihr eigenes Business aufzubauen. Zur Belohnung gibt es qualitativ hochwertigen Bio-Kaffee!

 

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