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Über junge Menschen, die die Schattenseiten des Lebens so nicht hinnehmen wollen und sich für eine bessere, friedlichere und gerechtere Welt einsetzen

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von Isolde Hilt

Was kann ich als Einzelne*r schon tun? Eine Frage, die sich eher Erwachsene stellen, scheint junge Leute nicht groß anzufechten. Vielleicht hat es damit zu tun, dass sie noch so viel Leben vor sich haben? Vielleicht ist es aber auch der unbedingte Wille, dass man etwas, das ungerecht ist, das verletzt und zerstört, nicht hinnehmen darf.

Benjamin Knödler und Christine Knödler portraitieren in ihrem Buch „Young Rebels“ 25 Jugendliche aus unterschiedlichen Ländern, die die Welt verändern. Nicht nur ein bisschen, sondern nachhaltig. Beide – Mutter und Sohn – sagen von sich, dass diese Arbeit nicht ohne Auswirkungen auch auf sie geblieben sei: „Die ‚Young Rebels‘ sind für uns zu einer Art moralischem Kompass geworden. Sie lehren Toleranz und Solidarität, sie machen vor, was es heißt, zusammenzuhalten und sich nicht beirren zu lassen. Sie sind für uns Vorbilder geworden.“

Sie setzen sich ein gegen Umweltzerstörung, Armut, Rassismus, Angst, Gewalt und Unterdrückung. Sie glauben fest daran, dass es auch anders gehen kann. Da ist zum Beispiel Hailey Fort aus den USA. Sie ist gerade einmal fünf Jahre alt, als sie zum ersten Mal einen obdachlosen Menschen sieht. Sie fragt ihre Mutter, ob sie helfen darf. Das Mädchen gibt dem Mann jedoch kein Geld, sondern kauft ihm etwas zu essen. Es beginnt eine Geschichte, die man kaum erfinden kann.

 

Liebe gewinnt.

Davon ist Hailey überzeugt und die ganze Familie hilft mit. Zunächst baut sie Gemüse und Obst an, um es an lokale Essensausgaben zu spenden – beim ersten Mal sind es immerhin gleich 60 kg. In einem weiteren Schritt pflanzt das Mädchen Apfel-, Kirsch- und Pfirsichbäume. Der „Engel“, wie sie auch genannt wird, sammelt Geld für den täglichen Bedarf von obdachlosen Menschen wie für Hygienartikel oder auch Kleidung, damit niemand erfrieren muss. Selbst über ein Zuhause für „homeless people“ macht sich das Kind Gedanken und baut nach einem Vorbild das erste Holzhäuschen. Dank Spenden entstehen mobile Unterkünfte, die nicht mehr Platz benötigen als ein Auto. Ob Stadtverwaltung oder Kirchengemeinden, alle lassen sich von Hailey und ihrer Familie gerne zu guten Taten animieren.

Im Mai 2016 wird die inzwischen Neunjährige mit dem ersten „Disney Dream Big Princess-Award ausgezeichnet. Das mit Schönste ist, dass sie andere zum Helfen anstecken kann. Der Gruß einer Spenderin spricht Bände: „Hi Hailey und Familie, mit eurer selbstlosen Liebe für Obdachlose seid ihr ein großes Vorbild für viele andere. Ich bin sehr stolz auf euch und das, was ihr gemacht habt.“

 

Endlich gesehen werden!

Wer weiß ist, kann sich weniger vorstellen, wie es ist, nicht gesehen zu werden oder leicht als minderwertig zu gelten. Liv Francis-Cornibert, Shiden Tekle, Kofi Asante und Bel Matos beschreiben es so: „Als schwarzer Mensch in Großbritannien aufzuwachsen, kann sich so anfühlen, als gehöre man nicht dazu. … Es kann bedeuten, dass man sich niemals schön dargestellt sieht. Es kann bedeuten, dass man an der Tür mit Stereotypen und Mikro-Aggressionen begrüßt wird.“

Denkt jemand, der zu den Weißen gehört, jemals daran, wie es ist, erleben zu müssen, dass Helden wie Harry und Potter und seine engen Freund*innen weder schwarz noch People of Color sind? Dass es noch niemals einen schwarzen James Bond gab? Die Vielseitigkeit in Großbritannien, einem multikulturellen Land, spiegelt sich in den Medien so nicht wider. Laut Benjamin und Christine Knödler kommt das British Film Institute zu dem Schluss, dass zwischen 2006 und 2016 in über der Hälfte der Produktionen keine wichtige Rolle mit schwarzen Schauspieler*innen besetzt war. Die Anzahl der Hauptrollen betrug 0,5 Prozent. Wer nicht gesehen wird, existiert nicht. Und wenn doch, bleiben die Rollen der Bösewichte oder Sklaven übrig.

2017 gründeten die vier Jugendlichen „Legally Black“. Ihr Anliegen: ein Zeichen setzen, wie schwarze Menschen in den Medien dargestellt werden. Sie entwarfen Poster berühmter Filme und Serien neu. Harry Potter und seine Freund*innen? Alle schwarz. James Bond, Bridget Jones? Schwarz. Mit folgender Botschaft auf jedem Plakat fingen sie an, eingeübte Gesellschaftsbilder in Frage zu stellen:

„Wenn ihr überrascht seid, bedeutet das, dass ihr nicht genügend schwarze Menschen in Hauptrollen seht.“

 

Young Rebels beweisen, dass viel mehr geht

Christine Knödler und Benjamin Knödler haben sich noch auf die Spuren weiterer 23 junger Leute begeben. Jedes Portrait beweist aufs Neue, dass so viel mehr geht. Besonders beeindruckend ist der Mut, von dem man besonders viel braucht, um durchzuhalten und nicht aufzugeben. Ansprechende Illustrationen der Designerin Felicitas Horstschäfer machen das Buch zusätzlich zu etwas Besonderem.

„Young Rebels. 25 Jugendliche, die die Welt verändern“ ist im Carl Hanser Verlag erschienen.

Mehr Infos gibt es hier: https://www.hanser-literaturverlage.de/themen/young-rebels

 

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Lesetipp! Ein weiteres Mutmach-Buch!

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