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Ein junger Verein unterstützt Schüler*innen, Lehrkräfte und Eltern beim Umgang mit Mobbing.

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von Kristin Frauenhoffer

Kämpfen für ein besseres Miteinander: Marek Fink und sein Verein. (Foto: Zeichen gegen Mobbing e. V.)

Mobbing ist ein allgemein bekanntes Phänomen, das an jeder Schule auftritt. Allerdings werden die Anlaufstellen, die es häufig gibt, nicht oder zu wenig genutzt. Das zumindest findet Marek Fink. Er gründete 2017 den Verein Zeichen gegen Mobbing, dessen Mission es ist, „die Kinder von heute für das Miteinander von morgen stärken“.

Gemeine Sprüche, das Tuscheln, das Schubsen auf dem Schulhof: Zwar ist das noch kein Mobbing, doch kann es der Anfang eines langen Leidensweges sein. Denn Mobbing kann zu einer ernsten psychischen Belastung werden. Das Problem am Mobbing: Die Betroffenen trauen sich oft nicht, sich einer erwachsenen Bezugsperson anzuvertrauen. Aus Angst, sie könnten als „Petze“ dastehen. Deshalb fühlen sich Mobbingopfer häufig alleingelassen mit ihrem Problem.

Cybermobbing wird immer mehr zum Problem

In den letzten Jahren hat sich zusätzlich eine neue Form entwickelt: das Cybermobbing, also das Mobbing im Internet und den sozialen Netzwerken. Einer aktuellen Studie zufolge ist jedes sechste Kind betroffen. Die besondere Situation der Corona-Pandemie sorgt zusätzlich dafür, dass diese Form des Mobbings zum wachsenden Problem wird. Denn die Schüler*innen verbringen mehr Zeit im Internet und weniger mit Gleichaltrigen. „So besteht seit der Pandemie ein erhöhtes Potenzial der Vereinsamung für Kinder und Jugendliche“, erklärt Vanessa Mogler. Sie ist Vorstandsmitglied im Verein Zeichen gegen Mobbing.

Eine niedrigschwellige Anlaufstelle für betroffene Kinder und Jugendliche

Das Problem an Cybermobbing ist, dass es nicht auf den Schulhof beschränkt ist. Rund um die Uhr können betroffene Kinder und Jugendliche in sozialen Medien schikaniert werden. Eltern und Lehrer*innen sind meist hilflos, wenn sie überhaupt davon erfahren. Oftmals sei der erste Schritt – sich Hilfe zu holen – der schwierigste. „Aber je früher wir ins Boot geholt werden, desto schneller können wir die Mobbingsituationen auch lösen“, weiß Vanessa. Der junge Verein aus Niedersachsen bietet daher für diese Kinder eine Anlaufstelle, die einfach und unkompliziert zu erreichen ist – sei es per WhatsApp, Telefon oder E-Mail.

Workshops an Schulen und Arbeit auf Augenhöhe

An Schulen führt der Verein Workshops zur Prävention von Mobbing durch. Als so genannte „Social Visionaries“ verschaffen sich die ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen einen Überblick über die Situation in der Klasse. Sie sprechen mit Lehrer*innen und Schüler*innen und zeigen diesen dann, was sie selbst tun können für ein gutes Klassenklima. Dabei begegnen sie den Schüler*innen immer auf Augenhöhe und bauen so Vertrauen zu ihnen auf. Während ihres Ehrenamts in diesem Projekt sind sie deswegen nicht älter als 28 Jahre alt. Aber auch in der Intervention ist es Marek Fink ein Anliegen, gemeinsam mit den Schüler*innen Lösungen zu entwickeln. Es gehe nicht um Schuldzuweisungen und Sanktionen, sondern darum, was jede*r Einzelne tun könne. „Wir versuchen, Systeme in der Schule zu durchbrechen, um erfolgreich lernen zu können. Dazu gehört ein gutes Miteinander, Toleranz, Respekt und Vertrauen“, sagt Marek.

Zweiter Platz beim LupoLeo Award für Gründer Marek Fink

Seit seiner Gründung vor drei Jahren wächst der Verein. Nach einer Testphase im Heimatbundesland Niedersachsen, werden die Projekte seit 2019 deutschlandweit angeboten. Die große Nachfrage der Schulen bestärkt Projektgründer Marek Fink in seiner Arbeit. „Wir möchten es schaffen, dass jede Schule in Deutschland die Möglichkeit erhält, die Kinder von heute für das Miteinander von morgen zu stärken“, sagt er. Für dieses Engagement bekam der 24-Jährige auch schon die erste Auszeichnung. Beim LupoLeo Award der United Kids Foundation, dem Kindernetzwerk der Volksbank Braunschweig, belegte er den zweiten Platz. Bei diesem wurde 2020 erstmals herausragendes soziales und gesellschaftliches Engagement im Bereich Kinder- und Jugendarbeit ausgezeichnet.

Neue ehrenamtliche Mitarbeiter*innen gesucht!

Das Team vom Zeichen gegen Mobbing e. V. wächst stetig. gerade werden neue ehrenaamtliche Mitarbeiter*innen gesucht. (Foto: Zeichen gegen Mobbing e. V.)

Für 2021 hat der Verein große Ziele. „Wir möchten vor allem unsere öffentliche Wahrnehmung stärken. Unser Angebot ist in dieser Form einmalig in Deutschland. Die Rückmeldungen von Schüler*innen, Eltern und Lehrkräften zeigen, wie gut unsere Projekte auf unkomplizierte Weise gewinnbringend eingesetzt werden können“, berichtet Vanessa. Ziel ist es, in allen 16 Bundesländern Partnerschulen zu gewinnen. Der Zeichen gegen Mobbing e.V. sucht daher gerade neue Mitstreiter*innen, die sich mit ihnen zusammen engagieren. Auf der Webseite des Vereins finden sich etliche Stellenausschreibungen zu verschiedenen Themen.

 

Weitere nützliche Informationen und Tipps zum Umgang mit Mobbing findet ihr auf der Webseite des Vereins.

 

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