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Wir stellen zwei Unternehmen vor, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, aus Plastikmüll Neues zu schöpfen.

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von Florian Roithmeier

Plastik bedroht die Meere: 90 Prozent aller Seevögel sollen Plastikmüll essen, eine andere Studie sagt, dass bei 20 Prozent der Fische Plastik in den Mägen zu finden ist. Auch für uns Menschen stellt Plastik eine Bedrohung dar: Denn mit dem Fisch kommt das Plastik in unsere Nahrungskette. Wir stellen euch zwei Unternehmen vor, die dazu beitragen wollen, dass nicht noch mehr Plastik ins Meer gelangt: Sea2see stellt aus Ozeanmüll Brillengestelle her, Got Bag macht aus Plastikmüll Rucksäcke.

„Lasst uns den Ozean mit Style retten!“ – Das steht auf einem Prospekt von Sea2see, dem Unternehmen von François van den Abeele. Er hatte eigentlich Betriebswirtschaft studiert und nichts mit Brillen zu tun. Aber er wollte nicht mehr zuschauen, wie immer mehr Plastik in die Meere gelangt. „Ich lebe leidenschaftlich gern am Meer und gehe segeln, surfen und schwimmen. 2050 soll es im Ozean mehr Plastik als Fische geben! Ist es nicht Zeit, etwas zu tun?“, dachte sich der Vater zweier Töchter. Er gründete Sea2see und produziert seitdem Sonnenbrillen und Korrektionsfassungen aus recycelten Plastikabfällen. Die Brillengestelle gibt es in vielen europäischen Ländern – auch Optiker*innen in Deutschland bieten sie immer häufiger an.

Mit Sea2see den Ozean mit Style retten

Van den Abbeele konnte spanische und italienische Fischer davon überzeugen, aufgefischten Plastikmüll nicht wieder ins Meer zurückzuwerfen, sondern zu sammeln und an Land zu bringen. Dort wird er zu Granulat verarbeitet, aus dem italienische Brillenmanufakturen die Fassungen herstellen. „Wir verkaufen keine Brillen, sondern ein Statement. Sonnenbrillen werden die Welt nicht verändern, aber Menschen, die Sea2see tragen, werden es tun“, so van den Abeele in einem Interview mit eyebizz.de. Mehr Infos zu den Brillen aus Plastikmüll gibt es auf www.sea2see.org. Dort kann man auch nachschauen, ob es Optiker*innen in der Nähe gibt, die Brillen bzw. Gestelle von Sea2see anbieten.

GotBag: Der Rucksack aus Ozeanmüll

Die Gründer von Got Bag: Benjamin Mandos (li.) und Roman Ruster.

Hinter dem Start-Up Got Bag stecken die Freunde Benjamin Mandos und Roman Ruster aus Mainz. Benny ist als Kameramann selbstständig und leitet eine Filmproduktionsfirma. Roman ist gelernter Grafikdesigner und verantwortlich für das Produktdesign von Got Bag. Beide sind seit Kindertagen eng mit dem Meer verbunden: Roman durch das Surfen, Benny durch lange Segeltörns mit seinem Vater.

Ihre Idee: einen Rucksack herstellen, strapazierbar für Outdoor-Abenteuer, attraktiv genug für einen Tag in der Stadt. 2016 brachten sie schon einmal einen Rucksack heraus, dieser war aber noch nicht aus recyceltem Ozeanmüll hergestellt. Benny und Roman suchten und fanden Partner, mit der sie ihre Vision umsetzen können. Über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter haben sie zudem fast 30.000 Euro gesammelt, um ihre Idee umzusetzen.

So wird aus Plastikmüll ein Rucksack

Grafik: So wird der Rucksack von Got Bag hergestellt.

Das spanische Unternehmen SEQUAL, mit dem Got Bag zusammenarbeitet, holt mit seinem Netzwerk aus 1.500 Fischern das Plastik als Beifang aus den Meeren – mittlerweile 24 Tonnen, aus dem 3.000 Rucksäcke wurden. Das Plastik wird eingeschmolzen, gesäubert und in kleine Pellets zerkleinert. Diese werden zu einem hochwertigen Nylongarn verarbeitet, das der Grundstoff für die Rucksäcke ist. Die Rucksäcke lässt Got Bag derzeit mangels besserer Alternativen noch in China anfertigen, es ist allerdings geplant, die Produktion langfristig nach Europa zu verlagern. Wenn die Rucksäcke fertig sind, werden sie mit dem Zug nach Deutschland gebracht. Die Gründer wollen so den CO2-Ausstoß in der gesamten Wertschöpfungskette so gering wie möglich halten.

Der Got Bag-Rucksack ist gefragt

Die Nachfrage nach dem Rucksack aus Ozeanmüll ist so groß, dass er zwischenzeitlich ausverkauft war. Man kann den Rucksack, der nach Angaben von Got Bag der weltweit erste aus recyceltem Meeresplastik ist, unter www.got-bag.com vorbestellen. Er kostet 119,95 Euro, ist wasserdicht und fasst ein Volumen von 23 Litern. Demnächst soll es noch weitere Got Bag-Produkte geben, unter anderem Reisetaschen, eine Laptop-Hülle und ein kleinerer Rucksack – alles aus recyceltem Meeresplastik.

 

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