Die Möwenweg-Stiftung:
Kinderbuchautorin Kirsten Boie hilft

Deutschlands bekannteste Kinderbuchautorin unterstützt mit ihrer Möwenweg-Stiftung das Projekt LITSEMBA (Hoffnung) in eSwatini.

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Interview: Petra Bartoli y Eckert

„Sowieso finde ich, ich habe es schön. Eigentlich finde ich sogar, bei uns haben wir es am schönsten auf der Welt.“ – Der Meinung ist Tara, die Heldin aus Boies Möwenweg-Büchern. Doch nicht alle Kinder haben ein so schönes Leben.

Damit das Leben der Kinder in eSwatini im südlichen Afrika ein wenig besser wird, hat Kinderbuchautorin Kirsten Boie die Möwenweg-Stiftung gegründet. Sie ist regelmäßig vor Ort und versucht mit ihrer Arbeit, den eklatanten Mangel und die schlimmste Armut ein wenig zu lindern. Wir haben mit Kirsten Boie darüber gesprochen.

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Sie sind Literaturwissenschaftlerin und die bekannteste Kinderbuchautorin Deutschlands. Sie wurden mit etlichen Preisen ausgezeichnet. Ihre Bücher sind regelmäßig auf den Bestsellerlisten. Schulen sind nach Ihnen benannt. Was hat Sie dazu bewogen, zu all dem noch eine Stiftung zu gründen?

Wir mussten, so verrückt es klingt, ein großes Projekt in Afrika retten! Seit 2007 haben mein Mann und ich das Kinderbetreuungs-Projekt LITSEMBA in eSwatini – einer absoluten Monarchie im südlichen Afrika – sehr intensiv durch Spenden unterstützt und regelmäßig besucht. Als der damalige Trägerverein im Dezember 2014 unerwartet hingeschmissen hat, hätte das das Ende des Projekts bedeutet. Deshalb haben wir beschlossen, es gemeinsam mit der Thomas-Engel-Stiftung in Fulda zu übernehmen. Zu diesem Zweck haben wir die Möwenweg-Stiftung gegründet.

Ihre Stiftung heißt „Möwenweg“ – so wie Ihre bekannte Kinderbuchreihe. Warum?

Der Stiftung meinen Namen zu geben, hätte ich ein bisschen affig gefunden. Aber die Möwenweg-Bücher schildern eine glückliche Kindheit, wie wir sie allen Kindern auf der Welt wünschen würden. Darum erschien meinem Mann und mir der Name passend.

Worum kümmert sich ihre Stiftung? Was ist ihr Zweck?

Es geht ausschließlich um die Planung und Finanzierung von LITSEMBA. Das ist ein Riesenprojekt, das viele tausend Menschen, längst nicht mehr nur Kinder, im südlichen Afrika versorgt: Bei LITSEMBA werden inzwischen ca. 3.000 Kinder, viele von ihnen Waisen, in 104 Betreuungshäusern betreut. Sie bekommen eine warme Mahlzeit täglich, für viele die einzige am Tag, Vorschulbildung, im oft sehr kalten Winter warme Kleidung. Es gibt medizinische Versorgung für ihre Dörfer und ein Projekt von Frauenkooperativen. Mein Mann und ich hätten so etwas niemals selbst geplant, weil es uns absolut größenwahnsinnig erschienen wäre. Aber um seinen Bestand zu sichern, haben wir eben die Stiftung gegründet.

Welche Aufgaben übernehmen Sie in der Stiftung?

Mein Mann und ich machen praktisch alles alleine: Kontakte mit eSwatini, Haushaltsgespräche, Spendengenerierung, Kontakte zu anderen Hilfsorganisationen und den Ministerien in eSwatini, Besuche vor Ort. Die Gehälter für Stiftungs-Personal würden ja weniger Geld für LITSEMBA bedeuten! Wir haben aber eine wunderbare ehrenamtliche Unterstützerin. Es ist erstaunlich, was mit so wenigen Menschen möglich ist und vor allem: Wie eng dadurch die Kontakte und wie engmaschig auch die Kontrollen sind.

Hier in Deutschland sind Sie die berühmte Autorin. „Wer“ sind Sie in eSwatini?

Sicher nicht die Autorin! Bücher interessieren dort niemanden. Wenn wir „unsere“ Kinderbetreuungshäuser besuchen, sind in der Regel die Dorfältesten dort, die Dankesreden halten: Ihnen ist bewusst, dass wir von der Möwenweg-Stiftung für die Finanzierung von LITSEMBA mit allen seinen Aktivitäten, auch den medizinischen, zuständig sind. Einmal haben mir darum Frauen aus einem Dorf sogar zum Dank Zuckerrohr, Süßkartoffeln und Kürbisse für meine Familie geschenkt!

Geschenke aus Dankbarkeit: Zuckerrohr, Süßkartoffeln und Kürbisse für Kirsten Boie

Wie ist die Situation in eSwatini und in dem von Ihnen unterstützten Projekt LITSEMBA aktuell? Und wie kann man Sie und Ihr Engagement unterstützen?

Einerseits sind wir sehr glücklich, dass das Projekt gewachsen ist und sich zunehmend stabilisiert hat. Andererseits ist die Situation gerade bedrohlich, weil das World Food Programme, bedingt durch den Ukraine-Krieg, seine Nahrungsmittel-Unterstützung einstellen musste. Das heißt, wir müssen jetzt auch noch täglich Nahrungsmittel für 3.000 (!) Kinder finanzieren und an die Kinderbetreuungshäuser transportieren. Das ist eine unglaubliche logistische Leistung. Die wichtigste Unterstützung für uns sind also Spenden! Wir brauchen sie gerade dringender als je zuvor und Sie können uns mit Flohmärkten, Geburtstags-Spenden statt Geburtstags-Geschenken, Spendenläufen, Tombolas und was immer Ihnen einfällt, helfen!

Gibt es eine Klammer zwischen Ihrem Leben als Autorin und Ihrer Arbeit in eSwatini? Sind da besondere Verbindungen oder Überschneidungen entstanden?

Ich habe inzwischen mehrere Bücher geschrieben, die in eSwatini spielen: authentische Geschichten über Jugendliche, die ich kennengelernt habe („Es gibt Dinge, die kann man nicht erzählen“) und mehrere Krimis über den kleinen Detektiv Thabo. Über „Thabo“ wird außerdem gerade in Südafrika an der Grenze zu eSwatini ein Kinofilm gedreht.

Sie sind Anfang 70 – da sind andere längst im Ruhestand. Sie sind hingegen äußerst aktiv. Was steht bei Ihnen als nächstes an?

Ich hoffe einfach, dass es noch eine Weile so weitergehen kann! Momentan schreibe ich ja noch immer leidenschaftlich gerne Bücher, und auch die Möwenweg-Stiftung nimmt täglich einen wichtigen Raum in meinem Leben ein. Ich plane also erstmal so weiter wie bisher! Dieses erfüllte Leben empfinde ich als absolutes Geschenk.

 

Hier kannst du die Möwenweg-Stiftung unterstützen:
https://www.moewenweg-stiftung.de/spenden/

 

Gewinnt eines von zwei „Thabo“-Kinderbüchern – signiert von Kirsten Boie!

Ein herzliches Dankeschön an Kirsten Boie, die uns zwei signierte Exemplare ihrer Kinderbücher rund um den Detektiv Thabo zur Verfügung gestellt hat. Um teilzunehmen, sendet uns bitte bis einschließlich 24. Juli 2022 eine E-Mail an toitoitoi@goodnews-for-you.deStichwort „Kirsten Boie“. Wir freuen uns, wenn ihr uns noch dazuschreibt, welches Buch ihr gerade lest oder welches Buch eure Kinder gerne mögen.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Wir drücken fest die Daumen!

 

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