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Menschenrechte:
Bereits bei jungen Menschen ein Bewusstsein dafür schaffen

Menschenrechte sind ein wichtiges Thema, auch für Kinder. An einer Mittelschule dürfen sie selbst ein Theaterstück darüber schreiben.
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von Gerda Stauner

Als am 10. Dezember 1948 Eleanor Roosevelt, Menschenrechtsaktivistin und Frau des verstorbenen US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt, die „Human Rights“ vor den Vereinten Nationen verkündete, war das ein Meilenstein für die Menschheit. Gut drei Jahre nach Ende des verheerenden Zweiten Weltkriegs verständigten sich die damals 58 Mitgliedsstaaten auf 30 Grundrechte, die ein menschenwürdiges Leben ohne Angst und Schrecken ermöglichen sollten. Beim Projekt „Human, right?“ mit Schüler*innen der Clermont-Ferrand-Mittelschule in Regensburg stehen nun diese Rechte im Mittelpunkt. Ich darf dort als Autorenpatin zusammen mit den Jugendlichen ein Theaterstück entwickeln. Die „Human Rights“ sollen den Protagonist*innen der Geschichte helfen, Abenteuer zu bestehen und Herausforderungen zu meistern.

21 Schüler*innen sitzen gespannt auf ihren Plätzen und hören zu, wie meine Autorenkollegin Petra Bartoli y Eckert und ich unser Projekt vorstellen. Bisher wissen die Mädchen und Jungen nur, dass wir in den nächsten Monaten zusammen ein Theaterstück schreiben werden, welches dann als Buch gedruckt und als Hörbuch aufgenommen wird. Unter dem Titel des Stücks „Human, right?“ können sie sich noch wenig vorstellen.

Wir fragen die Jungen und Mädchen der Klasse 5 b, ob sie schon einmal etwas von den Menschenrechten gehört haben. Viele Finger zeigen nach oben. Eine Schülerin meint, sie hätten in der Grundschule schon einmal über Kinderrechte gesprochen. Es wäre wichtig, dass Kinder besonders geschützt werden und auch ein Mitbestimmungsrecht hätten. Ihr Banknachbar ist etwas pragmatischer und zählt auf, ab welchem Alter er Geschäfte abwickeln darf: Zwischen 7 und 17 Jahren kann er sich etwas von seinem Taschengeld kaufen, ab 18 ist er dann voll geschäftsfähig.

 

Menschenrechte verständlich machen

Nachdem sich noch weitere Schüler*innen zu Wort gemeldet haben, erklärt meine Kollegin Petra den Unterschied zwischen Gesetzen und Rechten. Sie zeigt auf, dass es zum Beispiel das Recht auf Meinungsfreiheit gibt und man dafür auch demonstrieren kann. Sie gibt jedoch zu bedenken, dass man dabei nicht gegen Gesetze verstoßen darf. Daraufhin kommt es zu einer regen Diskussion, ob man sich an Straßen festkleben dürfe, um seine Meinung zu sagen, oder ob man dabei gegen ein Gesetz verstoße. Es geht hin und her und die Schüler*innen sind ganz begeistert bei der Sache.

Das Buch „Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte für junge Menschen“ ist im Verlag Jacoby & Stuart erschienen.

Um noch deutlicher zu machen, wie die 30 Grundrechte im Einzelnen aussehen, haben wir ein Buch im Gepäck. „Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte für jungen Menschen“ wurde zusammen mit Amnesty International veröffentlicht und die „Human Rights“ werden ganz spielerisch erklärt. Einfache Sätze wie zum Beispiel „Alle Menschen sind wertvoll“ oder „Alle dürfen frei und sicher leben“, verstehen auch schon Grundschulkinder.

 

Menschenrechte immer noch wichtig?

Obwohl sich die Erklärung der Menschenrechte am 10. Dezember zum 75. Mal jährt, ist es nach wie vor wichtig, im Bewusstsein zu haben, dass viele Menschen auf der Welt noch Schutz brauchen. Eleanor Roosevelt meinte einmal auf die Frage, wo Menschenrechte beginnen, dass sie gleich vor der eigenen Haustür anfangen würden: in der Nachbarschaft, der Schule oder an der Uni, in der Fabrik, auf dem Bauernhof oder im Büro. Sie sagte wörtlich: „Solange diese Rechte dort keine Geltung haben, sind sie auch woanders nicht von Bedeutung. Wenn die betroffenen Bürger*innen nicht selbst aktiv werden, um diese Rechte in ihrem persönlichen Umfeld zu schützen, werden wir vergeblich nach Fortschritten in der weiteren Welt suchen.“

Mit dem Projekt „Human, right?“ versuchen wir genau das: auch schon bei ganz jungen Menschen ein Bewusstsein dafür schaffen, wie wichtig die Rechte jedes und jeder Einzelnen sind. Denn nur, wenn alle die gleichen Rechte und Chancen haben und alle in Würde und ohne Diskriminierung leben können, gibt es Hoffnung auf ein friedliches Zusammenleben.

 

Zwei Held*innen treten für diese Rechte ein

Diskriminierung ist ein Schlagwort, das auch immer wieder in der Diskussion mit den Mädchen und Jungen der 5 b fällt. Alle sind sich einig, dass es nicht in Ordnung ist, wenn jemand aufgrund seiner Hautfarbe, seines Glaubens oder seiner Herkunft benachteiligt wird. So entwickeln wir die Idee, zwei Held*innen auf die Reise zu schicken, um sich gegen jede Art von Diskriminierung zu stellen. Die Namen der beiden Figuren stehen bereits fest: Leyla und Hans-Günther-Peter. Was sie genau erleben werden, schreiben wir in den nächsten Wochen und Monaten gemeinsam auf. Eines ist jedoch bereits jetzt klar: Weil die Held*innen für die Menschenrechte eintreten, schaffen sie es am Ende, die Welt ein kleines Stückchen gerechter zu machen.

Das Projekt „Human, right?“ wird gefördert durch das Bundesprogramm „Kultur macht stark“ und findet in Kooperation mit dem Friedrich-Bödecker-Kreis, der Clermont-Ferrand-Mittelschule und KulTür von Februar bis Juni 2023 statt.

 

Weitere Infos findet ihr hier: https://www.gerda-stauner.de/projekte/human-right/

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