INN.MYBAG haucht Werbemitteln neues Leben ein

Vier Studentinnen gründeten ein Social Start-up in Passau, um Taschen aus alten Roll-ups zu machen – und geflüchtete Frauen zu integrieren.

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von Oxana Bytschenko

INN.MYBAG Team
Die Gründerinnen von INN.MYBAG: Sophia Jaegers, Lucia Delgado und Samantha Bischof; Anne Lefringhausen ist nicht im Bild. Foto: Manuel Rauner

Manchmal reicht auch ein Messebesuch, um eine Vision zu haben. So erging es vier Studentinnen in Passau, die im Sommer 2020 ein eigenes Unternehmen gegründet haben. Aber kein herkömmliches Start-up, mit Profit als Zweck, sondern ein soziales Unternehmen. Mit INN.MYBAG zaubern sie Rucksäcke, Shopper, Laptoptaschen und Geldbeutel aus alten Werbematerialien von Messen – und integrieren benachteiligte Frauen.

Sophia Jaegers, Lucia Delgado, Samantha Bischof und Anne Lefringhausen heißen die Gründerinnen des Social Start-ups. „Auf Messen sieht man riesige Hallen voll mit Bannern und Roll-ups, die nur für diese spezielle Veranstaltung produziert wurden und anschließend direkt auf dem Müll landen. Das ist nicht nur schade um die aufwändig gestalteten Designs, sondern vor allem eine katastrophale Umweltbelastung“, sagt Sophia Jaegers von INN.MYBAG.

Taschen und Rucksäcke aus Werbematerialien sind langlebig und einzigartig. Foto: Valentin Maier

Ein paar Tage genutzt und dann verbrannt

In Deutschland werden weniger als 16 Prozent aller Kunststoffabfälle wiederverwertet. Die Roll-ups sind nur ein paar Tage im Einsatz. Das langlebige PVC-Material wird kaum recycelt, sondern in der Regel als Restmüll verbrannt. INN.MYBAG rettet die Kunststoffbanner und macht daraus Taschen und Rucksäcke. Weil die Designs der Roll-ups so unterschiedlich sind, ist jedes Produkt ein Unikat. Die Taschen und Rucksäcke sind außerdem langlebig und schonen die Umwelt. Auch Unternehmen können die Produkte von INN.MYBAG bestellen und alten Werbebannern ein neues Leben einhauchen.

Die vier Gründerinnen fanden sich in der Hochschulgruppe enactus Passau, deren Ziel es ist, soziale und ökologische Herausforderungen unternehmerisch zu lösen. Sie konnten die Jury der Ford Community Challenge und ein paar Unternehmen von ihrer Idee überzeugen. So kamen sie an ihre ersten Roll-ups und kauften eine Industrienähmaschine. Aber das war noch nicht alles.

Sprachbarrieren und Handicaps spielen keine Rolle

Näherin
Die Näherin Razia Rahimi bringt neue Ideen und Entwürfe mit. Foto: Manuel Rauner

Die vier Frauen möchten lokal und nachhaltig produzieren, dabei aber auch den sozialen Aspekt nicht außer Acht lassen. Sie wollen Frauen, die am Arbeitsmarkt benachteiligt sind, eine Chance geben. Deshalb werden die Taschen von geflüchteten Frauen genäht und entworfen. Nach Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sind geflüchtete Frauen deutlich seltener am Arbeitsmarkt aktiv als geflüchtete Männer. Die Unterschiede hängen laut BAMF „teilweise mit der Familienkonstellation zusammen“.

Die vier Frauen von INN.MYBAG wollen es ändern. Sie arbeiten in der Produktion bewusst mit Frauen zusammen, die aus verschiedenen Gründen Schwierigkeiten haben, auf dem Arbeitsmarkt eine Anstellung zu finden – sei es aufgrund von Sprachbarrieren, kulturellen Hürden, körperlichen Einschränkungen oder der alleinigen Verantwortung für die Familie. Sie lernten die Schneiderin Samar Albabili kennen, die ihnen bei den ersten Entwürfen der Taschen half. Zusammen entwickelten sie die Produktpalette und stellten sie in Pop-up Stores aus.

Die Taschen werden in einer kleinen Werkstatt produziert – inzwischen mit einer anderen Näherin. Razia Rahimi bringt neue Ideen und Entwürfe mit und arbeitet zurzeit an den Bestellungen für die Feiertage. „Wir möchten zeigen, dass man für ein nachhaltiges Weihnachten nicht auf Geschenke verzichten muss. Stattdessen geht es darum, bewusst einzukaufen und Qualität vor Quantität zu stellen“, erklärt Lucia Delgado. Mit dem Kauf von INN.MYBAG tragen die Kund*innen außerdem zum Empowerment von Frauen bei, indem sie ihnen einen sicheren Arbeitsplatz mit flexiblen Arbeitszeiten und fairer Bezahlung ermöglichen.

 

Und hier könnt ihr Shopper, Kulturbeutel, Rucksäcke u. a. bei INN.MYBAG bestellen: https://www.innmybag.de/

Und noch ein Tipp! Wer auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk ist und nicht weiß, welche Tasche es werden soll, kann einfach einen Gutschein verschenken und zugleich ein tolles Projekt unterstützen.

 

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