Der Verein "Küste gegen Plastik" aus Schleswig-Holstein informiert, organisiert Müll-Sammelaktionen und hat die ReplacePlastic App für umweltfreundlichere Verpackungen entwickelt

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von Isolde Hilt

„Ja, ist schon etwas viel Plastik … Muss man halt etwas reduzieren …“ Befasst man sich mit der Arbeit, die „Küste gegen Plastik“ aus Sankt Peter-Ording in Schleswig-Holstein leistet, begreift man: Mit „ein bisschen“ ist es nicht mehr getan. Der Verein leistet Aufklärungsarbeit, organisiert Müllsammelaktionen und hat eine App unter dem Namen „ReplacePlastic“ entwickelt. Mit Hilfe dieser App können Kund*innen die Barcodes von Plastikverpackungen scannen, um dem Anbieter ihren Wunsch mitzuteilen, sich um eine umweltfreundlichere Verpackung zu kümmern.

2014 ging es los mit dem Plastiksammeln. Über all dem Sammeln jedoch wird einem schnell klar, so Jennifer Timrott, dass das allein nicht genügt. „Wir müssen aufhören, Plastikmüll zu produzieren.“ Am Meer wird einem das Problem sprichwörtlich vor die Füße geschwemmt – in Massen. Ein großes Bildarchiv von „Küste gegen Plastik“ tritt eindringlich den Beweis an, dass es sich nicht nur um ein paar Plastikflaschen und Tüten handelt. Der meiste Müll – etwa 80 Prozent – stammt vom Festland, klärt die Gründerin des Vereins auf. Man spricht hier von „landseitigen Einträgen“. Diese stammen von Mülldeponien und Abfällen, die über die Flüsse ins Meer gelangen. Auch durch den Tourismus und Freizeitaktivitäten entsteht eine große Menge Müll. Weitere Abfälle aus sogenannten seeseitigen Quellen sind u. a. auf die gewerbliche Schifffahrt, Offshore-Anlagen, die Fischerei und die Sportschifffahrt zurückzuführen. Darüber hinaus wird Müll auch illegal im Meer versenkt.

 

Plastik holt uns überall ein. Die ReplacePlastic-App will Abhilfe schaffen.

Wir duschen mit Plastik, cremen uns damit ein, führen es uns mittlerweile über die Nahrung zu. „Plastik, einmal ausgewaschen, vergiftet Mensch, Tier und Umwelt. Wir finden immer wieder auch Tiere, die deutlich sichtbar an den Folgen der Plastikverschmutzung gestorben sind.“ Aufgrund all dieser Erkenntnisse kam der Verein „Küste gegen Plastik“ zu dem Schluss, dass man sich dringend für Alternativen zu Plastikverpackungen einsetzen müsse. Industrie und Handel sind aufgefordert zu handeln. Jennifer Timrott und ihre Mitstreiter*innen haben deshalb eine App entwickelt, die Ende des Jahres 2017 herauskam.

 

Der Auslöser für die App

 

So funktioniert die ReplacePlastic-App

Mit der App auf dem Smartphone kann man den Barcode von Produkten, die in Plastik eingewickelt sind, scannen, um dem Hersteller mitzuteilen, dass man eine andere Verpackung wünscht. Im ersten Jahr gingen bereits 140.000 Meldungen zu Produkten ein. „Im Moment“, so Jennifer Timrott, „sind es täglich 1.000 Einsendungen, die uns erreichen.“ Die App findet nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Schweiz und in Österreich regen Zuspruch.

Die Andersmacher

Zu ihnen zählen Händler*innen und Unternehmen, die sich um Alternativen zu Plastikverpackungen und Folierungen bemühen. Erste erfolgreiche Beispiele werden auf der Website des Vereins vorgestellt. Auch wenn die Umstellung am Anfang mühsam erscheinen mag, sie zahlt sich mehrfach aus – nicht nur für Mensch und Umwelt, sondern für das Unternehmen selbst.

 

Möglichkeiten der Unterstützung von „Küste gegen Plastik“

Der Verein sammelt regelmäßig Abfälle ein. Die nächste Sammelaktion findet am Samstag, den 16. März, statt, Beginn 11 Uhr, Dauer vier Stunden. Treffpunkt ist am Parkplatz am Strandübergang „Zum Böhler Strand“ in St. Peter-Ording. Ein Spaziergang im üblichen Sinn wird das sicher nicht, macht Jennifer Timrott aufmerksam: „Gummistiefel sind unbedingt notwendig, denn um in das vorgesehene Gebiet zu kommen, müssen wir einen Priel überqueren. Es ist eine längere Strecke durch die Salzwiese zu laufen – hin und zurück insgesamt ca. 6 Kilometer. Die gesamte Aktion ist recht  anstrengend. Es liegt viel Müll dort und das Gesammelte muss über eine längere Strecke zum Abfuhrplatz getragen werden.“

 

„Küste gegen Plastik“ freut sich über Mitglieder und Spenden, um seine Arbeit erfolgreich fortführen zu können. Seit letztem Jahr ist der Verein als gemeinnützig anerkannt für die Förderung der Landschaftspflege, des Natur-, Umwelt-, Küsten- und Hochwasserschutzes.

 

Weitere Infos unter:

https://www.kueste-gegen-plastik.de/

 

 

Warum es sich lohnt …

… seinen Konsum, sein Einkaufsverhalten mit allen Konsequenzen zu überdenken, zeigen die einzigartigen Momente von Jörg Schrader. Herzlichen Dank dafür!

 

 

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