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Seit 2015 können Geflüchtete einfach und unbürokratisch an Studienprogrammen teilnehmen, die sie für eine Hochschulbildung im Gastland qualifizieren.

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von Kristin Frauenhoffer

Wer nach Deutschland kommt und sein im Ausland begonnenes Hochschulstudium fortsetzen oder sich gar einen ausländischen Hochschulabschluss anerkennen lassen möchte, hat es schwer. Noch schwerer haben es geflüchtete Menschen, die meist ohne Papiere im Land ankommen. Ihnen eine realistische Perspektive zu geben, ist die Mission von Kiron Open Higher Education.

Seit 2015 bietet Kiron als Sozialunternehmen Geflüchteten die Möglichkeit, Online-Studienkurse zu absolvieren, um damit später beispielsweise an einer deutschen Partneruniversität weiter zu studieren und einen Abschluss zu machen. „Unter den Millionen von Menschen, die auf der Flucht sind, sind extrem viele junge, wissbegierige Menschen, die gern ihr Universitätsstudium fortsetzen würden“, erklärt Markus Kreßler, einer der Gründer von Kiron. Das allerdings ist oft nicht möglich, weil Papiere und Sprachkenntnisse fehlen, Zugangsbeschränkungen bestehen oder schlicht kein Geld zur Verfügung steht. Krion Open Higher Education möchte diesen Menschen einen einfachen, unbürokratischen Zugang zu Hochschulbildung ermöglichen. Und das sogar, während sie in Flüchtlingscamps auf die Bearbeitung ihres Asylantrags warten, denn das Angebot ist größtenteils online.

Das Kiron-Modell

Wer mit Kiron studieren will, kann sich ganz einfach online einschreiben. Er oder sie muss lediglich den Status als Flüchtling nachweisen und einen Englischtest absolvieren. Die Teilnahme an Kiron-Kursen ist kostenlos. Es gibt fünf Studienprogramme: Mechanical Engineering, Computer Science, Political Science, Social Work und Business & Economics. Am Online-Campus absolvieren die Studierenden Onlinekurse, so genannte MOOCs (Massive Open Online Courses), darunter auch Sprachkurse, die von deutschen und internationalen Universitäten angeboten werden. Während des Studiums haben die Teilnehmer*innen zwei Jahre Zeit, alle notwendigen Unterlagen zu besorgen, die sie für einen regulären Studienabschluss im Gastland benötigen. Das Studium mit Kiron dauert zwei Jahre. Im dritten Jahr können die Studierenden dann nach bestandenem Sprachtest an einer von Kirons Partneruniversitäten weiterstudieren.

Skill Booster und Mentoren-Programme runden das Angebot ab

Kiron-Kursen finden vor allem online statt.

Neben den fünf Studienkursen bietet Kiron so genannte „Skill Booster Programme“ an. Diese beinhalten verschiedene Themenbereiche, zum Beispiel eine Einführung in Psychologie, Sprachkurse, Computerkurse oder Web Design. Sie dauern im Schnitt einen bis sechs Monate und sind wie die Studienprogramme kostenlos. Das Kiron-Modell umfasst aber noch mehr. „Wir haben bei Kiron ein ganzes „Ökosystem“ aufgebaut. Es besteht neben der Onlineplattform, auf der man studieren kann, aus einem Curriculum, der zu einer Partneruniversität weiterführt und einem Mentoring- und Buddyprogramm“, erklärt Gründer Markus Kreßler. Auch Offline-Angebote sind mittlerweile Teil der Kiron-Ausbildung. So soll einerseits soziale Integration erleichtert und andererseits Geflüchteten der Zugang zum Arbeitsmarkt eröffnet werden, so Kreßler weiter.

Kiron hat auch Standorte in Jordanien und im Libanon

Kiron Higher Open Education hat seit seiner Gründung 2015 bereits über 10.000 Studierenden Zugang zu höherer Bildung verschafft. Mit seinen mittlerweile 145 weltweiten Partnern ist das Unternehmen zu einer verlässlichen Anlaufquelle für Geflüchtete geworden. Und das nicht nur in Deutschland, denn Kiron hat auch Standorte im Libanon und in Jordanien, wo viele Geflüchtete in Camps untergebracht sind. Dort bietet Kiron Blended Learning-Programme an. Dabei werden Online-Formate von renommierten Hochschulen mit Präsenzkursen vor Ort kombiniert.

Der „Collective Impact Campus“ ist das neueste Projekt von Kiron

Und Kiron wächst weiter. Seit kurzem hat das Bildungsunternehmen ein neues Projekt ins Leben gerufen – den Collective Impact Campus. Kiron öffnet seinen Online-Campus für Organisationen, die ihr Angebot digitalisieren und damit einer größeren Anzahl von Menschen zur Verfügung stellen möchten. Kiron steht diesen Organisationen beratend zur Seite und hilft bei der Einbindung des Angebots auf dem Online-Campus. Ziel ist auch hier eine große Auswahl und hohe Qualität von Lernangeboten zu möglichst geringen Kosten beziehungsweise ganz kostenfrei anzubieten. Was die Finanzierung der Angebote betrifft, setzt Kiron auf ein großes Partner- und Spendernetzwerk. Der Traum der Gründer ist es, jedem Menschen Zugang zu Bildung zu ermöglichen und damit ein Stück in Richtung Bildungsgerechtigkeit zu gehen.

 

Möchtet ihr Kiron Open Higher Education unterstützen oder mehr erfahren? Dann klickt hier.

 

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Auch sie setzen sich für Bildungsgerechtigkeit ein:

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