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Tief in uns verankert ist der Glaube, man müsse sich immer durchbeißen. Unsere Autorin findet, es sollte endlich Schluss sein mit der Selbstquälerei.

Gefällt dir? Vielen Dank fürs Teilen!

 

von Kristin Frauenhoffer

„Da muss man halt durch…“ , „Stell dich nicht so an…“, „Uns hat das auch nicht geschadet!“ Wirklich? Wie geht es einem denn, wenn man etwas tun muss? Etwas nur notgedrungen macht…? Kann das wirklich gut werden? Vermutlich nicht wirklich.

Kristin Frauenhoffer geht dieser Frage nach und stellt fest, es muss etwas anderes sein, dass uns motiviert, gerne unser Bestes zu geben. Ein Podcast über Müssen und Nicht-Müssen, Abwägen, Auf-Sich-Selbst-Hören und am Ende die richtige Entscheidung für sich treffen.

Wie seht ihr das? Teilt uns gern eure Meinung im Kommentarfeld mit!

 

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Immer wieder höre ich den Spruch: „So ist das Leben nun mal.“ Oder: „Stell dich nicht so an, da müssen wir alle durch.“ Jedes Mal denke ich mir dann: wirklich? Müssen wir das? Dann stelle ich mir unweigerlich die nächste Frage: Wer hat eigentlich gesagt, dass das Leben so unglaublich schwer und hart sein muss? Und wer zwingt mich dazu, so streng mit mir sein zu müssen?

Lernen müssen, dass „das Leben nun mal so ist“?

Ein Beispiel:  Als ich vor kurzem mit meiner Mutter telefonierte und ihr sagte, dass ich meinen einjährigen Sohn morgens nicht wecke, sondern ihn so lange schlafen lasse, bis er von allein aufwacht und dass das manchmal zur Folge hat, dass ich später in die Arbeit gehe, kam von ihr zurück: „ Du musst den unbedingt wecken. So ist das Leben nunmal. Das muss er lernen!“ Irgendetwas in mir zuckte zusammen bei dem Gedanken,  meinen kleinen Spatz jetzt schon mit frühem Aufstehen zu quälen. Vielleicht hat es auch ein wenig mit meiner Aufstehphobie zu tun, aber das ist ein anderes Thema.

Worauf ich hinaus will, ist, dass ich nicht verstehe, warum er denn lernen muss, dass das Leben „nun mal so ist“? Und damit ist immer „hart“, „anstrengend“, „stressig“ gemeint.  Dass man sich quälen muss, sei es nun, weil man früh aufstehen muss und das hasst. Oder weil man ins Fitnessstudio rennt, um unbedingt ein paar Pfunde loszuwerden und eigentlich lieber ein Buch lesen würde.

Ja, manchmal ist das Leben hart …

Niemand sollte das lernen müssen, in keinem Alter. Vor allem nicht, wenn es nicht notwendig ist. Ja, manchmal ist das Leben hart, aber das finde ich irgendwann selbst heraus. Da brauche ich doch keine „Lerneinheit“ von jemandem. Und manch Eine*r findet das Leben nie hart oder quält sich einfach nicht gern. Oder ist gelassen genug, sich nicht stressen zu lassen.

Wir sind ständig dazu angehalten, Leistung zu erbringen. Wenn es nicht direkt die Gesellschaft in Form des Chefs oder der Familie ist, dann setzt man sich selbst unter Druck. Dabei vergessen wir leider viel zu oft, dass nirgendwo in Stein gemeißelt steht, das Leben habe hart zu sein. Niemandem tut es weh, wenn man – um beim frühen Aufstehen zu bleiben – eine halbe Stunde später im Büro ist. Und niemanden stört es, wenn man ein paar Pfund mehr als die Magermodels auf den Rippen hat. Außer vielleicht uns selbst.

Wir haben gelernt, dass wir uns quälen müssen, um gut zu sein.

Und das ist der Punkt: Wir haben gelernt, dass wir uns quälen müssen, um gut zu sein und um den Anschluss nicht zu verlieren. Aber das ist ein Irrtum. Denn wenn wir uns quälen, dann fühlen wir uns nicht wohl und sind gestresst. Stress führt nicht zu mehr Produktivität. Im Gegenteil: Je gestresster wir sind, desto mehr Fehler machen wir und desto weniger kreativ sind wir. Ein entspannter, ausgeruhter Mensch ist um ein vielfaches produktiver als ein müder, unausgeglichener, gestresster.

Und noch etwas wird oft außer Acht gelassen: Wenn wir etwas gern tun, dann werden wir gut darin. Dann schaffen wir ganz viel, ohne uns zu quälen, denn wir haben Spaß dabei. Gute Leistung zu erbringen hat also nicht immer mit hartem Durchbeißen zu tun, sondern kommt ganz von selbst, wenn wir etwas finden, das uns wirklich Freude bereitet.

Unsere Empfehlung: Habt Nachsicht mit euch!

Deshalb wieder eine Empfehlung in dieser Woche: seid milde zu euch! Habt Nachsicht mit euch. Bevor ihr auf die Dinge schaut, die ihr heute nicht geschafft hat, schaut auf die Dinge, die ihr geschafft habt. Ich bin mir sicher, das sind einige. Und darauf könnt ihr stolz sein.

Der Kommentar meines Mannes, als ich ihm von dem Telefonat mit meiner Mutter erzählte, war übrigens: Ich finde alles gut, was Menschen gut tut! Und das sollte eigentlich das Motto von jeder und jedem von uns sein: Tue, was dir gut tut. Tue, was dir Freude macht. Manchmal muss man sich quälen, ja, das stimmt. Aber man sollte immer wissen, wofür. Und am Ende sollte man es für ein gutes Gefühl tun.

 

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