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Mithilfe von Satellitenbildern will die Regensburger Organisation Flüchtlingsboote im Mittelmeer rechtzeitig entdecken und Menschenrechtsverletzungen publik machen.

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von Florian Roithmeier/Pressemitteilung

Michael Buschheuer, Gründer von Sea-Eye e.V. und dem neuen Space-Eye e.V.

Die Rettungsorganisation Sea-Eye e.V. aus Regensburg hat in den vergangenen vier Jahren mehr als 14.000 Menschen vor dem Ertrinken im Mittelmeer bewahrt. Nun hat ihr Gründer Michael Buschheuer (42) einen neuen Verein ins Leben gerufen, der die Arbeit von Sea-Eye aus dem All ergänzen soll: „Space-Eye“.

Per Satellit Flüchtlingsboote orten

Primäres Ziel von Space-Eye ist es, Menschen, die auf dem Mittelmeer unterwegs sind, vor dem Ertrinken zu bewahren. Space-Eye nutzt dafür Satellitenbilder. Mit dem Satellitenbetreiber planet.com habe man eine entsprechende Vereinbarung geschlossen, erklärt Pressesprecher Hans-Peter Buschheuer im Gespräch mit good news for you.

Jeden Tag überfliegt der Satellit von planet.com für mehrere Stunden das Küstengebiet von Libyen. Die dadurch entstandenen Bilder kommen in eine Cloud. Eine Künstliche Intelligenz sucht in einem ersten Schritt die Bilder nach Booten mit Flüchtlingen ab. In einem zweiten Schritt suchen Expert*innen von Space-Eye noch einmal mit dem menschlichen Auge nach Booten. Gibt es eine entsprechende Sichtung, kann Hilfe aufs Meer losgeschickt werden.

Die Organisation will ferner Missstände aufdecken.

„Wir stehen gerade noch am Anfang. planet.com ist momentan unsere einzige Quelle, es sollen aber in Zukunft mehr werden. Das ist eine Frage des Geldes“, erklärt Hans-Peter Buschheuer.

Mit den Satellitenbildern will Space-Eye auch analysieren, ob sich im Mittelmeer Menschenrechtsverletzungen zugetragen haben. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Staaten trotz Möglichkeit keine Rettungsschiffe zu Flüchtenden entsenden. Das damit verbundene Zeichen an die Politik heißt: „Wir haben euch im Auge!“

Space-Eye: „Seenotrettung wird behindert!“

Die neue Organisation versteht sich als Unterstützung der Seenotretter, die sich in den letzten Monaten immer größeren Repressalien ausgesetzt sehen. So sind Rettungsschiffe beschlagnahmt oder am Auslaufen gehindert, Seenotretter teilweise angeklagt worden. Gründer Michael Buschheuer erklärt dazu: „Dass Retter*innen kriminialisiert werden, führt leider dazu, dass die humanitäre Katastrophe im Mittelmeer vor den Augen der Öffentlichkeit weitgehend verborgen bleibt.“ Es entstehe der Eindruck, dass die Flucht übers Mittelmeer gestoppt worden sei. „Das Gegenteil ist der Fall“, so Buschheuer: „In den ersten Monaten dieses Jahres kamen 289 Menschen bei Fluchtversuchen im westlichen Mittelmeer ums Leben.“ Die Dunkelziffer dürfte noch viel höher liegen.

Mehr zu Space-Eye gibt es auf der Homepage und auf Facebook.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt.

 

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Eine Antwort

  1. Peter Schrettenbrunner

    Liebe Isolde,
    ich danke dir für diesen Bericht zur Seenotrettung der sea-eye bzw. jetzt wunderbar ergänzt durch space-eye.
    Man kann nicht oft genug darauf aufmerksam machen, dass es mut- und kraftvolle Menschen gibt, die – leider im Gegensatz zu vielen anderen – das wohl elementarste Recht eines jeden einzelnen Menschen auf Leben schützen und bewahren.
    Herzlichst
    Peter

    Antworten

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