Neue Idee im Kampf gegen To-Go-Bechermüll: Das Unternehmen "lust auf besser leben" will mit der Initiative "Cup2gether" der Becherflut beikommen.

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von Isabella Lessing & Michael Rebmann

Jede Stunde landen in Deutschland 32.000 Coffee-to-go-Becher im Müll. Rund 2,8 Milliarden Becher gehen jährlich über die Ladentheken der Republik, 25 Millionen davon alleine in Frankfurt am Main. Deutschland hat, wie so viele andere Länder auch, ein Becherproblem.

Zwar füllen viele Cafés und Restaurants inzwischen auch Mehrwegbecher von Kundinnen und Kunden auf, doch durchgesetzt hat sich das eigene Mitbringen des Bechers nicht. Woran liegt das? Vielleicht am Mind-Behavior-Gap? Das heißt, wir wüssten schon, wie es richtig geht, schaffen es aber nicht so wirklich mit der Umsetzung … Wenn Eigeninitiative das To-Go-Problem nicht lösen kann, muss ein anderer Ansatz her. Das dachte sich das Team von „Lust auf besser Leben“ um Marlene Haas und startete einen vielversprechenden Versuch in Frankfurt.

 Marlene ist davon überzeugt, dass Nachhaltigkeit vor allem durch die Förderung von lokalem Zusammenhalt entstehen kann. Sie rief im April dieses Jahres deshalb zusammen mit der Agentur Von Wegen Kommunikation „Cup2gether“ ins Leben. „Cup2gether“ setzt, wie der Name erahnen lässt, nicht nur auf eine Seite – sprich, Verbraucherinnen und Verbraucher oder Unternehmen, sondern auf einen gemeinsamen Ansatz:

In rund 40 Cafés, Kiosken & Co. in und um die beliebte Berger Straße in den Frankfurter Stadtteilen Bornheim und Nordend können Kundinnen und Kunden Kaffee und andere Getränke in Mehrwegbechern kaufen. Das Besondere dabei: Den Pfandbecher können sie danach nicht nur in einem Café abgeben, sondern in allen Lokalen, die bei dem Versuch mitmachen. Ziel von „Cup2gether“ ist es, ein engmaschiges Netz aus Cafés & Co. zu etablieren, das in Frankfurt und darüber hinaus Coffee-to-go-Becher überflüssig macht.

Auf Plastik verzichten, wo es nur geht

Die Initiative in Frankfurt ist ein gutes Beispiel für die vielen kleineren und größeren Bestrebungen, die inzwischen in ganz Deutschland entstanden sind, wenn es um Müllvermeidung und Lebensmittelverschwendung geht. So machen seit 2012 und dem Start von „Original Unverpackt“ in immer mehr Städten Zero-Waste-Läden auf. Eine Übersicht, wo die verpackungsfreien Läden zu finden sind, findet sich hier. In Berlin gibt es seit kurzer Zeit mit SIRPLUS den ersten Supermarkt, der abgelaufene, aber noch einwandfrei konsumierbare Lebensmittel anbietet. Sogar ein Foodtruck, der Essen mit geretteten Zutaten anbietet, rollt über die Straßen. In zahlreichen Blogs geben Bloggerinnen und Blogger darüber hinaus Tipps, wie sich Müll minimieren lässt.

Die Initiativen sind auch dringend notwendig, gerade in Deutschland. Zwar geben wir uns gerne als Müll-Trenner und Recycling-Weltmeister aus, doch das Müllrecycling funktioniert bei genauer Betrachtung nicht so effektiv wie behauptet. Ein Problem: Der Abfall, der in eine Recyclinganlage transportiert wird, gilt statistisch als recycelt. Ob er dann tatsächlich recycelt wird, steht auf einem anderen Blatt. Darüber hinaus produzieren die Deutschen deutlich mehr Müll als der Durchschnitt der EU-Bürgerinnen und Bürger: Hierzulande sind es pro Jahr und Kopf 617 Kilogramm, im EU-Schnitt 481 Kilo.

 

 

Cup2gether

Fazit: Eine Idee, die hoffentlich auch in anderen Städten Schule macht!

 

Einen herzlichen Dank an Isabella Lessing und Michael Rebmann von der Triodos Bank für ihren Gastbeitrag.

 

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