Der junge Unternehmer Andreas Hettwer hat sich zum Ziel gesetzt, über 1.000.000 Menschen mit Behinderung ein Zuhause zu geben.

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von Florian Roithmeier

Andreas Hettwer (li.), Gründer von careunities, und sein Mitarbeiter Max Prigge, der selbst die sogenannte „Glasknochenkrankheit“ hat.

Bezahlbaren Wohnraum zu finden, ist heutzutage schwer. Für Menschen mit Behinderung gilt das erst recht. Die Wohnung muss für sie meist besonders gelegen oder speziell eingerichtet sein. Während es für den „normalen“ Wohnungsmarkt immerhin noch viele Online-Plattformen gibt, fehlt Menschen mit Behinderung oft jegliche Anlaufstelle. careunities will das ändern. Sie ist eine neue Vermittlungsplattform für Wohngemeinschaften junger Menschen mit einer körperlichen Einschränkung.

Die Idee zu careunities kommt vom Unternehmer Andreas Hettwer aus Niedersachsen. Es war im Frühjahr 2018, einer Zeit, in der es Hettwer beruflich gerade schwer hatte: Er traf einen alten Schulfreund, der durch einen Unfall schwer pflegebedürftig geworden war. Im Gespräch mit ihm wurde Hettwer bewusst: „Für junge Menschen mit Handicap gibt es viel zu wenig Wohnraum.“ Das wollte er ändern. Als Bauingenieur war er es sowieso gewohnt, darüber nachzudenken, wie er Menschen ein möglichst perfektes Zuhause geben kann. Hettwer setzte sich daher das ehrgeizige Ziel: über einer Million pflegebedürftigen jungen Menschen ein Zuhause geben. Ein erster Schritt dazu ist die die Plattform careunities – sozusagen ein „WG-gesucht“ für Menschen mit Behinderung.

Der erste Schritt ist gemacht!

careunities gibt es seit November 2018. „Wir stehen noch ganz am Anfang. Zum einen muss die Plattform noch bekannter werden, zumanderen müssen auch die Angebote für potentielle Interessenten geschaffen werden. Wir rechnen damit, dass in der Anfangszeit eine Wohnungssuche bis zu zwölf Monate dauern kann. Auch unsere eigenen Wohnprojekte müssen wir erstmal auf den Markt bringen und Interessenten finden. Wir eröffnen in Hagen im Juni 2019 unsere erste WG“, erklärt Max Prigge, Mitarbeiter von Careunities im Gespräch mit good news for you. Prigge selbst hat Glasknochen und weiß, wie schwer es ist, als Mensch mit Behinderung auf dem Wohnungsmarkt etwas Passendes zu finden.

So funktioniert die Plattform

Man kann sich auf careunities sowohl als Wohnungssuchende*r als auch als -anbietende*r registrieren. Grundsätzlich ist der Service kostenlos. Je nachdem, wie detailliert die Suche werden soll, ist es möglich, Mitgliedschaften abzuschließen. Max Prigge erläutert: „Bei einer kostenlosen Anmeldung erhalten Sie drei willkürliche Angebote, die nicht in der Nähe des Betroffenen sein müssen. Beim Standard-Paket können Sie einen Suchumkreis einstellen und erhalten nur Angebote in dieser Gegend. Beim Premium-Paket erhöhen wir unsere Werbemaßnahmen im Ort des Interessenten, um möglichst auch dort eventuell eine unserer WGs zu eröffnen. Letztlich sind wir ein Unternehmen, das zumindest kostendeckend arbeiten muss. Um auf lange Sicht das Angebot aufrecht zu erhalten, haben wir uns für die Mitgliedschaften entschieden.“

Warum es sich lohnt, Wohnraum anzubieten

Nun könnte man sich die Frage stellen: Warum sollte man als jemand, der eine Wohnung bzw. einen WG-Platz zu vergeben hat, diesen bei careunities anbieten? Zum einen hilft man damit Menschen, die es ohnehin schwer auf dem Wohnungsmarkt haben. Zum anderen gibt es finanzielle Zuschüsse von Krankenkassen: Je Monat und Bewohner*in gibt es eine Pauschale von 214 Euro, die für eine zusätzliche Unterstützungskraft genutzt werden kann. Außerdem gibt es bei der Gründung bis zu 4.000 Euro je Bewohner für die Anpassung der Wohnung. Einen Menschen mit Behinderung in seine Wohnung aufzunehmen, bietet also nicht nur persönliche, sondern auch finanzielle Vorteile. Alles in allem eine Win-Win-Situation!

careunities unterstützen – so geht’s

Erzähle anderen von careunities! Insbesondere jenen, die Wohnungen oder WG-Plätze anbieten und bereit sind, Menschen mit Behinderung aufzunehmen.
Unterstütze im Februar das Crowdfunding von careunities auf Startnext, mit dem unter anderem Wohnungen barrierefrei umgebaut werden sollen.
Des Weiteren läuft derzeit eine Petition von careunities an den Deutschen Bundestag. Es soll erreicht werden, dass das Sozialamt die Mietkosten für eine Wohngemeinschaft übernimmt, auch wenn diese über eine Miete von fünf Euro pro Quadratmeter hinausgeht. In solchen Fällen werden junge Menschen mit Behinderung bislang oft ins Altersheim „abgeschoben“.

 

Mehr zu careunities findet ihr auf ihrer Homepage, auf Facebook und Instagram.

 

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