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Der Verein aus der Schweiz bietet unkomplizierte Hilfe für junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren.

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von Florian Roithmeier

Die Gründungstanten Pia Steiner, Josefine Krumm und Alice Lüps.

In Familien sind für viele die Eltern oder ein Elternteil die wichtigsten Bezugspersonen. Jemand, der zuhört, einen aufmuntert, Trost spendet. Was aber, wenn so eine Bezugsperson fehlt? Der Schweizer Verein „Die Tanten“ springt in diese Lücke. Dort, wo junge Menschen nicht weiter wissen und Hilfe brauchen, sind die Tanten da. Oder, wie es der Verein selbst sagt: „Wir unterstützen junge Menschen in herausfordernden Lebenssituationen, stärken ihre Ressourcen in finanzieller Hinsicht und/oder mit sozialen Kontakten.“ Das Ziel des Vereins ist es, junge Menschen zwischen 18 und 30, die es brauchen, zu „betanten“ (dieses Wort hat der Verein selbst erfunden).

„Betanten“, das klingt zunächst eher spaßig, wie „tätscheln“ oder „bespaßen“. Die Bedeutung ist aber eine andere, ernstere: „Nicht alle jungen Menschen haben die sozialen Ressourcen, zum Beispiel Eltern, die sie auf ihrem Weg unterstützen. Oft greifen auch nicht alle staatlichen Maßnahmen. Wir „Tanten“ wollen zwar nicht die Welt retten, können aber ermutigen und Stütze geben“, erklärt Josefine Krumm im Gespräch mit good news for you. Das Konzept der „Tanten“ gibt es auch in anderen Ländern: In Amerika heißen sie zum Beispiel „Aunties“, in Russland „Die freundlichen älteren Damen“.

Einfache, aber wirkungsvolle Hilfen

Initiatorin der Tanten war Walburga Neureuther, die im Januar 2014 verstarb. Den Verein gründeten im Juni 2014 Josefine Krumm, Pia Steiner und Alice Lüps. Zielgruppe des Vereins sind junge Menschen zwischen 18 und 30, die auf irgendeine Weise im Leben nicht weiterkommen. „Dabei sind es oft nur kleine Dinge, die die Menschen brauchen, um sich besser zu fühlen“, erklärt Krumm und schildert uns einige Beispiele:

Ein Betanteter habe eine Lehre begonnen, konnte sich aber die ÖPNV-Karte nicht leisten. „Für einen Monat haben wir das bezahlt. In dieser Zeit hat sich der Betantete um Stipendien beworben. Das einzige, was er brauchte, war Zeit und ein kleiner Schubs.“ In einem anderen Fall habe sich ein junger Witwer an die Tanten gewandt, der kaum Geld hatte. Für ihn wurden eine Kinderbettdecke und ein Teppich organisiert. Eine andere „Tante“ hat eine Frau, die psychologisch in einer schwierigen Situation war, zu sich eingeladen, ihr auf dem Saxofon vorgespielt und zugehört. Allein das habe die junge Frau weitergebracht, erzählte ihre Psychologin später.

„Wir können das Gefühl geben, ernst genommen zu werden.“

Krumm berichtet, dass die Hemmschwelle der jungen Menschen, diese Hilfe anzunehmen, groß sei. „Aber wir bieten auch Anonymität und die Tanten wissen oft nicht, wer genau die genaue betantete Person ist.“ Bis zu 25 Betantungen leisten die Tanten im Jahr. Der Verein, bei dem sich rund 30 Frauen engagieren, solle klein bleiben, sagt Josefine Krumm: „Wir wollen nicht die Welt retten, aber wir können jungen Menschen das Gefühl geben, ernst genommen zu werden. So, wie es unsere eigenen Tanten getan haben.“

Der Verein finanziert sich teilweise aus Sponsoring und dadurch, dass er Lesungen und Vorträge organisiert. Auch Spenden nimmt der Verein gerne an.

Mehr über „Die Tanten“ findest du auf www.die-tanten.ch.

Und was ist mit Menschen über 30? Auch für sie hat Josefine Krumm eine Anlaufstelle geschaffen: den Verein „Nichten und Neffen“.

 

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