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Prüfen - rufen - drücken: Schon Kinder und Jugendliche lernen mit den Kursen des Vereins, wie man mit einer Herzdruckmassage Leben retten kann.

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von Florian Roithmeier

Tausende Menschen sterben jedes Jahr, weil sie zum Beispiel nach einem Herzinfarkt nicht rechtzeitig Hilfe bekommen. Nur etwa 40 Prozent der Deutschen wissen, was bei einem akuten Herz-Kreislauf-Versagen zu tun ist: eine Herzdruck-Massage durchführen, und zwar so lange, bis der Notarzt eintrifft. Der Arzt Dr. Martin Buchholz gründete deshalb 2016 den Verein „Ich kann Leben retten! e. V.“. Dessen Ziel ist es, mit 90-minütigen Kursen viele Menschen zu „Herzrettern“ zu machen. Vor allem Kinder und Jugendliche sollen möglichst früh lernen, wie man im Notfall hilft. Deshalb sind die Kurse für sie kostenlos.

„Wir möchten, dass Leben retten genauso zur Lebenskompetenz eines jeden Menschen wird wie Schwimmen, Radfahren oder das richtige Verhalten im Straßenverkehr. So können in Deutschland bis zu 10.000 Menschenleben pro Jahr gerettet werden. Niemand soll sterben müssen, weil die Anwesenden nicht wissen, was zu tun ist!“, erklärt der Verein sein Anliegen.

Kurse mit speziell ausgebildeten Schauspieler*innen

Das Besondere an den Kursen: Nicht Mediziner*innen, sondern Schauspieler*innen leiten die Kurse für Kinder und Jugendliche. Warum? „Anders als medizinisch ausgebildetes Fachpersonal stellen sie das Erleben der Situation als Laie in den Vordergrund. Sie vermitteln altersgerecht, realitätsnah und mit Freude das Herzretter-Know-How an die Schüler*innen und schulen auf Augenhöhe.“

Die Schauspieler*innen werden vorab nach den Richtlinien des Deutschen Rats für Wiederbelebung von Ärzt*innen ausgebildet. Außerdem finden regelmäßig Qualitätskontrollen statt. So ist sichergestellt, dass trotz der spielerischen Herangehensweise die fachliche Richtigkeit gewahrt bleibt.

So hilft man im Notfall: Prüfen – rufen – drücken

1. Prüfen: Prüfen, ob die bewusstlose Person reagiert, zum Beispiel durch Schütteln oder Ansprechen.
2. Rufen: Umstehende Personen um Hilfe rufen bzw. die 112 wählen oder wählen lassen.
3. Drücken: 100 bis 120 Mal pro Minute in die Mitte des Brustkorbes drücken (Orientierung: der Takt des Songs „Stayin‘ Alive“)

Die Kurse des Vereins ersetzen aber ganz bewusst keinen Erste-Hilfe-Kurs, wie man ihn zum Beispiel für den Führerschein braucht. Die Herzretter-Kurse von „Ich kann Leben retten! e. V.“ schulen vor allem darin, wie man mit lebensrettenden Maßnahmen die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes überbrücken kann.

Leben retten in Pandemie-Zeiten: So geht’s

Die Kurse finden vor allem an Schulen, aber auch bei Unternehmen deutschlandweit statt. Die Corona-Pandemie sorgt hier für Einschränkungen: „Aktuell bieten wir Kurse mit entsprechenden Sicherheitsabstand für wenige Teilnehmer*innen an. Ergänzend haben wir einen Herzretter-Kurs als Webinar entwickelt, sodass wir auch kleinere Gruppen im Büro oder Homeoffice schulen können. Wir hoffen, ab August auch wieder an Schulen unterrichten zu können“, erklärt Dr. Martin Buchholz.

Außerdem stellt sich folgendes Problem: Der bzw. die eine oder andere befürchtet, sich bei Wiederbelebungsmaßnahmen anzustecken. Deshalb sei es wichtig, zu wissen, wie man gleichzeitig anderes Leben retten und sein eigenes schützen kann. Der Verein hat hierzu wichtige Tipps zusammengestellt und gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Leipzig ein Info-Video veröffentlicht:

Kurse nur durch Spenden möglich

„Ich kann Leben retten! e. V.“ finanziert sich zum Teil über die Beiträge für Erwachsenen-Kurse, größtenteils aber über Spenden. Der gemeinnützige Verein ist berechtigt, Spendenquittungen auszustellen. Die verschiedenen Möglichkeiten, den Verein zu unterstützen, sind hier aufgelistet.

Mit seinen Kursen vermittelt der Verein „Ich kann Leben retten!“ vor allem Kindern und Jugendlichen, worauf es im Ernstfall ankommt. Mehr Infos gibt es auf der Vereins-Homepage, auf Facebook, Instagram und YouTube.

„Ich kann Leben retten! e. V.“-Gründer Dr. Martin Buchholz (hinten, 2. v. l.) mit Team und Kindern, die zu Herzrettern ausgebildet worden sind.

 

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt.

 

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